Donnerstag, April 28, 2011

Ein Ödchen



Du quältest dich und mich noch mehr,
Oh mein Gedichteschreiblehrer.
Wir nahmen manche Flasche her,
durchwanderten des nachts Wälder,
studierten alle Klassiker,
nur meine Blätter blieben leer.

Mittwoch, April 27, 2011

Liebes Tagebuch 1



Liebes Tagebuch
21.04.2034

Wieder kein Biomobil zugeteilt bekommen. Unser zuständiger Carsharer ist einfach zu streng. Nur weil die Auswertung meines letztwöchigen Eßverhaltens sich ungünstig auf meinen BMI ausgewirkt hat, soll ich zwei Wochen mit dem Dienstdreirad fahren und bin in der Kantine auf Diät gesetzt. Hätte besser doch nicht am Protestgrillen teilgenommen.

"Gün/Der Tag
Duisburg, 20.04.2034

Von unserem Korrespondenten Moustapha Al-Schmitz

Bundeswehr stellt Ordnung her

Nachdem es in der letzten Woche während des Aufgrillens im Böninger Park zu Handgreiflichkeiten kam, als sich vermehrte Beschwerden wegen der Verbreitung von Schweinsmolekülen erhoben und sich handgreifliche Auseinandersetzungen über das gesamte Stadtgebiet verbreiteten, kam es gestern früh gegen 11:11 zu erheblichen Ausschreitungen, den so genannten Grillaufständen. Eine bisher unbekannte Gruppe namens Barbeque-Bandidos, unbestätigten Meldungen zufolge eine Unterabteilung der berüchtigten Grill-Guerilla, stürmte plündernd und brandschatzend das Rathaus. Der Oberbürgermeister Muhammad Haji Sauerland konnte der aufgebrachten Meute nur durch einen Sprung aus dem Fenster seines im ersten Stockwerk gelegenen Büros entkommen, wobei er sich eine ernste Bartverletzung zulegte, welche in der Düsseldorfer Uniklinik behandelt wird. Er befindet sich außer Lebensgefahr.
Ein geplantes Schweinenackenattentat auf den Kalifen von Marxloh, Mehmed Meyer-Menderes, konnte durch ein beherztes Eingreifen der neugegründeten Abteilung zur Niederhaltung abweichenden Verhaltens beim Sonderministerium in letzter Minute abgewendet werden. In einem durch die vermutlichen Täter angemieteten Lagerhaus wurden zahlreiche abgelaufene Würstel, Kottelettes, Bauchspeckgürtel und mehrere Fässer voll Schweinsgülle sichergestellt, die zur ordnungsmäßigen Vernichtung den zuständigen Ämtern übergeben wurden. Es bestand deren Angaben zufolge zu keiner Zeit eine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung.
Nach ernstzunehmenden Ankündigungen der autonomen "Duisburg in den Rhein"-Aktivisten, die damit drohten, Deiche zu sprengen und sämtliche tiefergelegenen Gebiete den Fluten zu überantworten, besetzte gestern die dritte Brigade des Heimatschutzheeres wichtige Knotenpunkte und schritt zu ersten Verhaftungen. Sämtliche Rädelsführer seien aus dem Verkehr gezogen, verlautete es aus gewöhnlich zuverlässigen Kreisen. Unbestätigt sind Meldungen, nach denen es zu rätselhaften Selbstmorden gekommen sein soll, vermutlich handelt es sich um Opfer der gemeinen Schweinepestilenz.
Der Erzpräses der ök(o)umenischen Kirche Rheinruhr, Martin(a) Paulus-König, rief zu Ruhe und Besonnenheit auf. "Wir müssen uns verändern, um den Anderen aus seiner Andersartigkeit zu befreien", erklärte er während einer Pressekonferenz in der Imam-Salvator-Kirschee. "Toleranz ist gerade auch und besonders wichtig da, wo es um kritisches Hinterfragen und, besonders wichtig, Verändern von eigenen Dogmen, Vorstellungen und Verhaltensweisen geht. Grenzen zu setzen grenzt immer auch irgendwie ein oder aus."
Erste Maßnahmen der zuständigen Behörde zur Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung, zur Verhinderung des Lasters und zur Aufrechterhaltung der Tugend beinhalten: Kennzeichnung von Stätten, Personen und Transportmitteln des Umgangs mit Sus scrofa domestica, ins besonders Produkten, Derivaten, Atomen und Molekülen solchselbiger in Verbindung mit Zucht, Mast, Schlachtung und Inverkehrverbringung sämtlicher Produkte, Derivate, Atome und Moleküle oben genannter mittels geeigneter Verfahren. Speziell ist das dem Verzehr der Produkte dienende sogenannte "Grillen" und "Braten" der im Bundesgesetzblatt 13/22-A-15 näher bezeichneten Bestandteile dienende Verfahren des geruch- und rauchlosen Herstellens verzehrfähiger Bestandteile von Haus- und wildschweinen vermittels des patentierten Rauch- und geruchlosen Verfahrens zur hitzebezogenen Zubereitung schweinischer Produkte in geschlossenen Schutzräumen anzuwenden, besonders unter Berücksichtigung einer energieschonenden Vorgehensweise.
Die amtierende Vilayetkanzlerin Ayshe Brandkohl gab in einem Kurztwitterview mit dieser tweetschrift ihrer Hoffnung Ausdruck, dass nun "aller Zwietracht ein Ende bereitet sein möge und Diskriminierung, Vorurteile und das Streben nach Ungerechtigkeit und Bevormundung ihren Platz in der zuständigen Mülltonne der Geschichtsschreibung finden werden."
Ein weiteres Übergreifen der Auseinandersetzungen wird behördlicherseits nicht befürchtet."

Auch dass ich eine gefundene Kippe aufgeschmaucht habe, findet sich negativ in meiner Verhaltensbewertung wieder. Nehme mir vor, auf einen Raucherhelm zu sparen.
Keine Antwort auf meinen tweet von gestern, die Antidiskriminierungsabteilung pennt wohl. Den ganzen Tag unterwegs gewesen, um Schallplatten einzusammeln im "Vinyl gab ich für Öl" Programm, wenige haben wohl noch Scheiben von James Brown, der in meinen Zuständigkeitsbereich fällt. Kaum kehre ich heim ins Amt, eine magere Ausbeute an Scheiben unterm Arm, die Energieversorgung der Bevölkerung zu sichern, schon schallt es über die Flure: Git on up, stay on the scene, like a Speckmachine. Werde mir das nicht länger gefallen lassen und eine Versetzung ins Royblackressort verlangen.
Heute wieder sie gesehen, der mein Herz entgegenschlägt, da fiel mir alles aufs Förderband, Scheinfette, kunstloses Brot, Käsebytes, sie macht mich fertig. Werde mich an die Multikultbehörde wenden, um Moderator(in) zu finden. Habe gesamtes Herzblut vergossen.

Hattice, ach Hattice,
wenn ich in deine Augen seh,
dann bebt mein Herz vor Qual,
Welt wird mir egal.

Suleyman, ach Suleyman,
lass mich an deine Tochter ran.
Bitte sag nicht nein,
sonst weisen sie mich ein.

Prinzessin von mein Herz, ey
Herrin von mein Schmerz, ey.
Bruder sagt mir: laß es besser,
schwör isch hol mein Dönermesser.

Hattice, ach Hattice,
ich vor Sehnsucht bald vergeh.
An dir geht noch mein Herz entzwei,
du sitzt bei Aldi an Kasse drei.


Zweisprachige Version

Hattice, ach Hattice,
wenn ich in deine gözler seh,
dann bebt mein Herz vor Qual,
dünya mir egal.

Suleyman, ach Suleyman,
lass mich an deine Tochter ran.
Lütfen sag nicht nein,
sonst weisen sie mich ein.

Sultana von mein Herz, ey
Herrin benim Schmerz, ey.
Bruder sagt mir: laß es besser,
schwör isch hol mein Dönermesser.

Hattice, ach Hattice,
ich vor özlem bald vergeh.
An dir geht noch kalbim entzwei,
du sitzt Aldi Kasa drei.

Wie soll ich mich ihr nähern, wie soll ich sie und unsere Kinder ernähren? Sicher werde ich mehr Platten von Roy Black ernten, denn: Du bist nicht allein, wenn du träumst von der Liebe.

Vorschlag für eine Endlösung



Genossen! Es muss mal einer sagen
und wagen wir nun den gerechten Schritt.
Ein Tritt in die Weichteilgegend der perfiden
Puppenspieler, wer wollte das ahnden?
Wir fahnden nach der Wahrheit, nur
Klarheit schenkt sich uns im Kampf,
senkt sich das Fallbeil auf die Nacken.
Ein knackender Laut
schallt, es heißt: haut feste drauf
und gut ist.

http://www.ruhrbarone.de/die-linke-duisb...e-zum-download/

Montag, April 18, 2011

Gedichtrichtfest



Hier stimmt das Handwerk noch,
Azubi, dann Geselle, Meister.
Die Tapete klebt am Kleister
und wo es hingehört, da ist das Loch.

Der Winkel steht, das Lot ist recht,
der Richtschmaus geht, dem Bauherrn
geht es schlecht. In echt,
von ganz fern weg kam die Materie.

Mörtel mürbe, bröselnder Beton,
Fenster schief wie der Balkon.
Finanziert vom Bankenlackel,
auf dem Dachfirst Wackeldackel.

Montag, April 11, 2011

Erschüttelt




Die Leute, die sich derbe wuschen,
die, die mit dem Verbe duschen,
glauben, dass die Badewanne
Schmerzen aus der Wade banne,
wenn sie nur recht hitzig wallten,
dass Pointen witzig hallten -

Doch halt! Halt deinen Schweller kühl,
es würde sonst im Keller schwül.
Denk an den Ast, an dem ein Leimring hing,
an welchem sich schon mancher Reimling fing.

Gut so



Kommt her, schaut hin, es ist vollbracht,
ich hab das Töpfchen voll gemacht.
Nun lobt mich schön, weil dieser Mist
ein ganz besondrer, meiner ist.

Ja, super, fein, zeig doch mal her,
ganz prima, Schatz. Kannst du noch mehr?

Ich zeig euch, wie mein Schlubbermann,
ein Gläschen Hipp umpullern kann.
Im Überschwang, im Stuhlkreis dann,
steck ich gebrauchte Pampers an.

Jawoll, High-Five, hör bloß nicht auf,
da kommt noch was. Wir warten drauf.

Mittwoch, April 06, 2011

Der ewige



Jude - ääh, pardon -, der Zionist,
war, ist und wird für immer sein
selbst Schuld daran, was ihm geschieht,
weil er vergißt,
dass er den Täter treibt und der vergießt
der Tränen viel, die ihm noch nie gehörten
und dem als Opferopfer flammende Entzürnung sprießt:
Hört die Empörten.
Es wäre doch der Juden größter Sieg,
sie brächten sich verlierend dar im letzten Krieg,
den sie, seit ewigem Gedenken,
(wie jeder weiß) der Menschheit schenken.
Denn weil nun mal der Zionist
genau so anders wie der Jude anders ist:

Ihm richten wir (danach) ein Mahnmal auf auf unserem Gebiet.

Freitag, April 01, 2011

Hilfestellung



Ich hab die neue Deppen-App geladen,
jetzt kann mir überhaupt nichts mehr passieren.
Hinfort hält sie Bedrohung, Krise, Schaden
fern von mir. So lässt es sich in Lava baden
und alle Untergangspropheten sollten sich genieren.

Ich hab die neue Deppen-App am Laufen,
jetzt kann mir nicht EIN Übel mehr geschehen.
Fortan wird sie für mich malochen, Steuern zahlen, kaufen,
was nötig ist. Sich in der Bahn um Plätze raufen -
die Multitaskingfähigkeit der App ist nicht zu übersehen.

Die neue Deppen-App hat mich heut früh entlassen.
Ich sei ihr viel zu doof, hat sie gepostet.
Das könnte mir, meint sie, wohl in die Kräme passen,
sie: die Arbeit, ich: mir an die Eier fassen.
Ein User, weltweit servermäßig ungehostet.

Dienstag, März 29, 2011

Wähl, du...



Willst du an fünf Prozent zerschellen,
surf auf Guidos Westerwellen.
Sei modern, lass andre sühnen -
chic verbieten mit den Grünen.
Probier es aus, es tut nich weh -
Abschiedsixe SPD.
Porsche fahre! Schampus trinke!
Staat bezahlt, verspricht die linke!
Volksgenosse, sei kein Depp,
Lager bauen mit den Rep.
Was Mutti spricht, das glaube du:
sauber, ehrlich, CSDU.
Blaken Funzeln unterm Schemel?
NPD von Maas bis Memel.

Die Moral von der Geschicht?
Deppen wählen, Deppen nicht.

Dienstag, März 22, 2011

Wir Killerkommentare




suchen immer erstmal nach den Schwächen
der Gräten, sie beredt zu brechen
und wir tauchen tief hinab in die Gefilde
wo da krauchen
die Reste dero Texte
und wir stauchen sie zusammen
steht behende ein Kommando. Wir
beenden diesen Auftrag gleich dem Rambo
selbstverliebt, nicht milde.
Wie kann man bloß sich so zum Opfer machen
lassen?

Freitag, März 11, 2011

Deutsches Feuilleton 2011



Es ging hinaus und schlug sich ein Verbotsschild vor den Kopf.
Das war, bevor, als es beschloss, die Schlösser aufzubohren.
Dann wankte es, vom warmen Blut des Volkes überströmt,
härmend lärmend in die nächste Schnapsdestille:

Mein Wille ist, ein tönern tönend tötend Ungemach zu schaffen,
dass alle Affen, die ich zu solchen deklariere, gaffen.
Und es wuchtet sein Gemächte unter Ächzen auf den Tisch,
plustert sich und spreizt Gedankenschenkel:

Das hier bin ich. Isch schmelz euch die Gehirne,
fall eure Zähne und die letzten Haare aus,
bis ihr gesteht. Heiho, was geht?

Mittwoch, März 09, 2011

Aschermittwoch



Am Aschermittwoch tagt die Konferenz der Idioten:
wir müssten wieder einmal etwas streng verbieten
und was verkehrt ist, hilft uns auszuloten
das Handbuch "Recht bewahrt mit alten Riten".

Die Mahner soll man stets mit Schmutz beschmeißen,
erschießt zunächst die Spieler am Klavier,
wer springt, soll selber an der Leine reißen
und schlecht ist immer nur das letzte Bier.

So geht erneut ein schöner Tag ins Land,
an dem man etwas hätte ändern können.
Doch lieber hält man relativ in seiner Hand

was Gegner sich und einem nicht vergönnen.
Der Narr verkauft sich selbst als Unterpfand
weil Deppen nichts aus ihrem Deppensein gewönnen.

Kritikvorlage Prosa



Da, wo der Text nicht wertet, wohnt ihm inne eine Kraft,
die sich begründet auf die allerhöchsten Werte
aus Spirit, Sprit und Rebellion, ein Stückchen weit
ist etwas zu erkennen wie des Allerhöchsten Antlitz
und auch konkret wird diese Prosa im abstrakten
Realismus phantastisch-phantasievoll trivial, was
keinen Leser dazu bringen sollte, ihn im Ernst
mit spaßgewohnter Ironie zu hinterfragen, da
die letzten Fragen zweifellos gestellt, jedoch
die letzte Antwort bleibt dem überlassen, der die das
Beste für sich selbst herauszuholen mag und grade
diese letzte Gerade mittenmang ins Auge des Lebens
ist des Lesens wert weil hier schreibt die Gerechtigkeit noch selbst
nach Gnade.

Montag, März 07, 2011

search of primordial poem



night cold
hunger old
fire warm
eat meat plenty

day light
enemy fight
catch prey
for bounty pray

body close
rub nose
play game
stay tame

little one
tune hum
ghosts come
harm done

dog turd
think words
say word
save words

Mittwoch, März 02, 2011

Manha de Carnaval



Die Eva geht sich einen Neger fangen heute nacht.
Ein Pardon wird nicht gegeben
und Heialala, dass es in der Kiste kracht.

Es steht der Prengel nackig da in voller Pracht,
als Standbild für ein sinnenfrohes Leben.
Die Eva geht sich Negerküsse fangen in der Nacht.

Es liegt allein in Evas Supermacht,
wie weit sich Körper ineinander weben
und Heialala, dass es in der alten Kiste kracht.

Jetzt wird die Glut im Heu erneut entfacht,
die Eva fühlt ein ungekanntes Streben,
sie will erlegen einen Neger heute Nacht.

Wie hat das Schicksal sie bisher verlacht!
Im Endergebnis lag die Eva meist daneben.
Doch heute Heialala, dass es in der Kiste kracht.

Zwar gibt es ein Bedenken, das noch leise wacht -
dagegen rät der Arzt zum Cuba Libre heben -
die Eva geht sich einen Neger fangen heute nacht
und Heialala, dass es in der Kiste kracht.

Donnerstag, Februar 24, 2011

Planloswagenburg



Etwas geht im Hinterzimmer vor sich,
keiner ist sicher, wozu und warum.
Die Karten wurden blank radiert,
als wir alles auf sie setzten -
abgeweidete Gedanken inmitten
ausgedehnter blühender Wüsten
verfielen den Paradiesbrachen.
Unter dünnen Häuten flossen heiße Ströme.
Der Möglichkeit einer Schuldzuweisung
ist der Notausgang vernagelt.

Mittwoch, Februar 23, 2011

Eilmeldung



von Guttenberg schlägt zurück - bis zum letzten Tropfen edlen Blutes. Erste Fußnotentruppen besetzen das Kanzleramt, die Regierung hat den Reichstag abgeschrieben.

Donnerstag, Februar 10, 2011

Erfolgreiche Integration mit Tugra



Gelegentlich sieht man auf Heckscheiben von Autos ein Symbol, das orientalisch anmutet. Es besteht aus dynamischen Halbkreisen und drei nach unten verlaufenden Strichen, schwungvoll, arabesk und hübsch zu beschauen. Es handelt sich um so genannte Tugras (auch Tughras), dem imperialen Signum osmanischer Sultane. Um sich einen anschaulichen Begriff machen zu können, suche man bei ebay nach dem Begriff. Am 10.02.2011 gab es 3874 Ergebnisse, das Symbol gibt es auf Tassen, T-shirts, Uhren (gelegentlich auch mit grauen Wölfen), Wand- und autoaufklebern.
Nun ist ja die gemeinsame Geschichte Europas und Kleinasiens geprägt von einer gegenseitigen Befruchtung ohnegleichen: Ausflüge der Janitscharen in noch nicht dem osmanischen Frieden eingegliederte Gebiete, Überführung von jungen Buben in verantwortliche Erziehung (vom Westen "Knabenraub" genannt, s.a. "Heidschi Bumbeidschi: Hadschi Bombaschi"), die Eingliederung von Individuen in Gemeinschaftsbesitz (s. "Sklavenkasse" (der Wikiartikel ist ein wenig zurückhaltend, die Piraterie im Mittelmeer oblag zu jenem Zeitpunkt den Osmanen und ihren Vasallen), und allgemeinem Plündern und Brandschatzen über mehrere Jahrhunderte (der Türke in Kleinasien, dem Balkan und vor Wien).
Aus all diesen Erfahrungen erwuchs ein unbedingtes Urvertrauen, welches West und Ost zusammenschweißt. Nun ist die Kunst des Tugralesens dank der Bestrebungen Kemal Atatürks arg zurückgegangen, aber sie sollte wiederbelebt werden. Besonders die Tugra Mehmets des zweiten, Vater der Eroberung, der immerhin die Plünderung und die Ermordung der Einwohner Konstantinopels (eine Stadt, die vor etwas mehr als 550 Jahren vom Joch des Christentums befreit wurde) nach einem Tag beendete, möchte man leuchten sehen auf Autoscheiben, Moscheen, Gebäuden und Knuten.
Sonne, Mond und Sterne, wir haben uns so gerne.

Freitag, Februar 04, 2011

Of a certain book



I've read the book a thousand times
and still don't get the meaning.
I mean, there are a lot of rhymes

and from the worn-out pages chimes
a sound of something preening.
I've read the book a million times.

I think the ancient volume mimes
a seriousness careening.
But still, there are a lot of rhymes.

Can books commit more serious crimes
to veil what they are screening?
I've read the book a billion times.

It only cost me a few dimes
(the cover needs some cleaning).
And still, there are a lot of rhymes.

My understanding climbs and climbs,
the words are nearly gleaming.
I've read the book a trillion times:
there are too many bloody rhymes.

Donnerstag, Februar 03, 2011

Diskord




Auf dem falschen freien Fuß erwischt:
Ja! Wir haben für sie geschlossen,
in mangelhaften Fährten Spuren hinterlegt
zu Häusern, die verfallen sind
frisch lackiertem Abfall vom Unglauben.

Unter die Kopfhaut rasiert, am Fuße eines Totempfahls
grundlos optimistisch. Man lacht die ganze Welt kaputt
daran. Öffne die Büchse, Pandora, du Schlampe,
wir vergraben abgebrannte Kohlen in geleerten Gruben,
rufen "rahmenlose Bilder rücken näher"
raus aus diesem Land.

Kassandra traut sich keiner mehr
läuft aus dem Ruder, unrund stört die Kiste,
wenn sie aus ist. Wer isst die Brote
der Toten?

Donnerstag, Januar 13, 2011

Wenn der Wutbürger kocht



Hors d'oeuvre ein großes Manoeuvre a la Bastille,
zornesrote gallebittre Pferdepille und danach
Ragegout mit Pfeffer in den Allerwertesten zu blasen,
dazu falsche Angstvorallemhasen in Hasspik
(der Trick: sie stark verbittern zu lassen).

Es folgt als erster Hauptgang Kampfkartoffeln a la mode,
zu Tode gelabert und zertreten in den Gassen,
die der Welt bedeuten: hier schmeckts den Leuten
noch. Dann heißt es Unschuldsopferlämmer häuten,
Pellen zu Markte zu tragen (bloß nicht nach den Preisen fragen),
und vor dem zweiten Hauptgang gibt es was zu trinken.

Ah, Feinddesvolkesvorderformfleischschinken
(am Stinken, weil schon reichlich abgehangen),
an Che-Guevara-Baskenmütze und gepellter Wutwurst.
Den Blutdurst stillen hadernde Sorbettchen,
ein Bettchen wartet. Das Revolettchen hat gerade angefangen.

Dienstag, Januar 04, 2011

Abzählreim 3



Drei Kommunisten
machten in die Kisten.
Da waren diese leerer
als vorherer.

Radikalpoet!



Lass deine Dichtung tönen wie die Hörner eines Schiffes
aus dem Nebel. So ist der Leser früh genug gewarnt.
Sei Hupe, Klingel, dröhnende Posaune, vertreibe
kesselpaukend jeden Zweifel an der Absicht, zu belehren.
Auch wenn es noch so aussichtslos erscheint,
so müssen deine Worte doch erschüttern. Dem Fundament
aus Ungerechtigkeit und Ignoranz sei Abrissbirne,
Preßlufthammer, sei Kehrblech und Feger, auf dass zum Schluss
auch nicht ein Krümel übrig bleibe vom System.

Schüttelwinter



Statt ständig schnaufend Schnee zu toppen,
da ging ich lieber, Tee zu shoppen.
Es ist doch zum Verstand bezweifeln,
muss schippend am Bestand verzweifeln
und kann kaum noch die Massen kehren,
derweil sich bei den Kassen mehren
die Klagen derer, die bei Schnee und Eise
sich Knochen brachen. Wat ene Scheiße.