Letztes Jahr konnte ich mir einen ganzen Weckmann leisten.
Virtuelle Schublade für Bilder, Gedichte, Geschichten, Links und Zeug. Impressum: Rolf Menrath, Scheffelstr. 28, 47057 Duisburg, D
Freitag, November 22, 2013
Dienstag, November 19, 2013
Ein ordentlicher Kaufmann
Seine Bücher sind ok, die Saldi stimmen,
die Einfuhr- und die Ausfuhrzölle sind im Vorhinein bezahlt.
Die Preise, die er aufruft, sind gewiss ein wenig hoch,
doch höher ist sein Risiko.
Seine Kunden kennen die Gefahr,
der er sie aussetzt und setzen doch auf ein Gewinnen.
Kurz vor Lampedusa verklappt er seine Ware über Bord
und lässt sie schwimmen.
Sonntag, November 17, 2013
Liedermacher
Müde junge Männer träumen von Problemen,
die sie gerne hätten.
Sie wohnten mit Gitarren in Manhattan
und hätten Depression wie Leonard Cohen.
Ihr selbstbezügliches Genöle und Gewäsch
klingt ihnen harmoniebeseelt durch Ewigkeiten.
Sie haben sich reinkarniert als Johnny Cash
und wollen als der neue Dylan in den Sunset reiten.
So stopf noch mehr Probleme in die Zeile,
du Poet, und zeige mit dem Finger auf die Wunde.
Tu aller Welt von ihrem Missstand Kunde,
das Publikum erträgt dich auch noch eine lange Weile.
Mittwoch, November 13, 2013
Gerechte Weltordnung
Ständig hocken sie zusammen, konferieren,
keine Ahnung, welches Thema gerade Mode ist,
doch sie werden es gewiss zu Tode diskutieren.
Und das werden sie genauestens protokollieren,
denn es droht der Ablauf einer allerletzten Frist.
Immer hocken sie zusammen, konferieren.
Will die Welt denn wirklich nicht kapieren,
ist wohl jeder nur noch Fatalist?
Das könnte man gewiss zu Tode diskutieren.
Man müsste die Probleme noch genauer formulieren,
es fehlt an Führung. Wo bleibt bloß der große Alchimist?
Noch immer hocken sie zusammen, konferieren.
Wenn jetzt nicht bald, so werden wir krepieren!
So tu und kämpfe, schaffe, werde Aktivist!
Und mach gewiss, dass wir gerechte Tode diskutieren.
Die neue Ordnung kann jetzt aufmarschieren,
der größte Hahn kräht lauter auf dem Mist.
Und ewig werden sie zusammenhocken, konferieren
und sich selber nicht zu Tode diskutieren.
Montag, November 11, 2013
Einladung
Wir möchten euch für nächstes Wochenende gern zum Abendessen laden
und fragen an, ob ihr noch alles essen wollt und trinken dürft.
Oder ob der Duft von mettgefüllten Kohlrouladen
euch beleidigt und ihr nur noch fair gebraute Limonade aus dem Ökoanbau schlürft?
Natürlich gäbe es auf Wunsch auch vegetarisch,
indisch, mexikanisch oder arisch,
Moleküle von gedachtem Obst frutarisch.
Nach welchem Ritus sollen wir das Mahl bereiten?
Müssen wir den Herd von links nach rechts umschreiten?
Welcher Ethos soll uns für den Einkauf leiten?
Bestimmt hat einer von euch absolute Allergien
gegen irgendwas geschmort in rotem Wein,
muss dann speiend von der Tafel fliehen.
Wir lassen das mit dem gemeinsam Essen besser sein.
Freitag, November 01, 2013
Auch Tiere haben Rechte
Geh Tiger umarmen, schwimm mit den Haien,
lass dich von Quallen betatschen.
Quatsch mit den Bären und säusel mit Schlangen.
Lach mit den Drachen und drechsel mit Echsen
Skorpione.
Reiher mit Geiern und feier die Schönheit
der Natur. Mücken und Läuse, Wanzen und Mäuse,
Ratten im Schatten und was hatten wir noch nicht?
Bakterien, denen es an Sichtbarkeit gebricht.
Zum Schluss dann die Würmer, die Käfer und Maden
für toten Mensch im Fladen=
brot.
Donnerstag, Oktober 31, 2013
Verdrossen
Bald steht die neueste Regierung im Regal,
die wirklich alles anders machen wird.
Das ist mir aber so was von egal,
denn was passieren wird, ist wieder marginal.
Der nächste Viehdieb spielt sich auf als Hirt
und stellt sich seine Beute ins Regal.
Die Show ist immer schon phänomenal,
ein Schwarm von buntbefrackten Vögeln schwirrt
umher. Doch ist mir das egal.
Ich stelle mich ans nächste Urinal,
wer säuft, der pisst, so spricht mein Wirt.
Bald pisst die neueste Regierung ins Regal.
Final fatal, es fehlt, so scheint es, an Moral,
damit sich dieses Land nicht im Morast verirrt.
Vielleicht ist mir ein solches aber auch egal.
Wer lauter schreit gewinnt, das ist banal,
wer Fragen stellt, der wirkt verwirrt.
Bald steht die neueste Regierung im Regal,
das ist mir aber wirklich so was von egal.Samstag, Oktober 26, 2013
Planwirtschaft
Die oben sind, die wissen, was wir brauchen,
und ob wir fettig essen dürfen oder rauchen
oder ob wir linke Schuhe tragen müssen
an beiden Füßen.
Und zu den Feiertagen kommt ein Kommissar,
der uns erklärt, was an den Feiertagen unerträglich war
und warum wir für die Fehler büssen müssen
von denen wir nichts wissen.
So wird dem Letzten klar, sei er noch so bestusst,
wie sehr er, wenn auch unbewusst,
dem Feind des Volkes in die Hände spielt
und dass das irgendwie ins Lager führt.
Dienstag, Oktober 08, 2013
Horter
Manche sammeln Badewannen,
andere Gewicht,
Erfahrungen in Liebesdingen -
liegt mir alles nicht.
Unterhosen, Radzierleisten,
Zähne, Köttel, Gammelgeld?
Krümel, Asche, kleinste Teilchen:
ich sammle Stäube der Welt!
Hier, zum Beispiel, habe ich
ein wenig Al Capone.
Die Asche aus Persepolis,
liegt auf dem Balkone.
Unter dem Bett staubt Peter der Große.
Hinten im Buffet,
neben den Krümeln vergangener Reiche,
Atome von Caesars Toupet.
Kein Besen und kein Staubsauger
darf meine Sammlung stören.
Den Wischmopp hab ich weggesperrt,
vom Wedeln will ich nichts hören.
Was mir am besten gefällt,
am Sammeln der Stäube der Erde?
Dass ich, wenn ich einst nicht mehr bin,
Teil meiner Sammlung werde.
Montag, Oktober 07, 2013
Erntedank
Ein leichter Wind aus Westen
löst letzte Nebelschwaden auf,
es duftet feucht nach Laub
und Fermentierung.
Noch sticht die Sonne nicht
ein letztes Mal. Auf Stoppelfelder
fliegen Krähenschwärme ein
zum Frühstück.
Ein bißchen Auge hier,
ein wenig von der Wange da.
Donnerstag, September 26, 2013
# Kitaaufruhr
Im Wunderwichtelkindergarten brennt der Wind,
der Rat der Zwerge hat den Erziehern die Erziehung entzogen.
Die Krabbelgruppe Antifanten
schnappt sich den als rechts bekannten
Prince-Kevin zur Orientierung im Sandkastenlager.
Der kleine Ali will sich nicht mehr gendern lassen,
die Eisbärengruppe schmeißt die getöpferten Tassen
mit der Hand voll vor die Wand.
Um das Land bunt aufzufrischen,
tun sie alle Farben mischen.
Voller Eifer mischt Heinz-Klaus,
leider kommt nur braun heraus.
Viola-Wilhelmina findet Möhreneintopf ungewöhnlich
und brutal. Das Vatermutteropfer-Spielergebnis ist final.
"Hinfort", schreit Fatima-Aysche, "kreische ich jedes Wort
in Esperanto. Wir kommen doch alle von dort."
Mittwoch, September 18, 2013
Neue Drogen braucht das Land
Was raucht dieser Steinbrück?
Das Zeug will ich haben
und Brüderle, komm tank mit mir,
Bussy-Riot-Nervenbier.
Dann bin ich schmerzensfrei wie Westerwelle,
dessen Pillen ich bestelle.
Und das Zauberpulver Angela
macht mir wie Gregors Stoff die Birne klar.
Kann saufen wie ein Wagenknecht
und fix mir Trittin, rein und echt.
Was hält die Claudia parat,
ein Sonne, Mond und Sterne-Präparat?
Alles in den Mixer geben,
mixen, reinziehn, besser leben.
Die Rechnung zahle ich dann spater,
beim Vater aller Kater.
Freitag, September 06, 2013
Spätsommer 2013
Seit Wochen in Sandalen, kurzen Hosen,
braungebrannt, obwohl man niemals in die Sonne geht.
Die Sterne stehen richtig, ein Leben ohne Uhr.
Zart hingetupfte Federwölkchen huschen
am Himmel dahin. Die Scheunen sind gefüllt,
die Bäume hängen voller Obst wie lange nicht.
Man macht sich abends fein für einen Bummel
durch die Stadt. Die Welt scheint bereit
für den nächsten großen Krieg.
Montag, August 26, 2013
Radikaler Chic
Hätten doch diese wehrhaften wahrhaftigen Antifaschisten, die man heute immer häufiger
sieht, damals schon gelebt, uns wäre viel erspart geblieben. Die Braunhemden hätten sich
totgelacht. Da nun aber nicht mehr genügend von diesen übrig geblieben sind, holt sich der
Linksautonome den Feind, wo er dessen habhaft werden kann, auf der Straße, bei
Versammlungen, die er nicht genehmigt hat, im Einfamilienhäuschen, wo der Schoss noch
fruchtbar ist. Da ohnehin alles rechts von der "die linke" Nazi ist, ist Widerstand
Pflicht und jedes Mittel recht. Wer sich dagegen verwahrt, beweist dadurch seine Schuld,
ansonsten würde er ja mitmachen bei der Zerschlagung faschistischer Strukturen und braunem
Gedankengut keinen Fußbreit gewähren.
Wo aber kommt es her, unser Bollwerk gegen die Tyrannei? Sicherlich aus gutem Hause,
mindestens Abi, kritisch, aufgeklärt und derart wütend auf die Hand, die es füttert, dass
es beißt. Immer auf der Suche nach Unterdrückten, denen geholfen werden muss, ob sie
wollen oder nicht. Bedrohung lauert überall und so schafft man sich ein globales
Betätigungsfeld, in dem die Probleme nie alle werden. Da es selten möglich ist, mit dem
Objekt der Unterstützung zu kommunizieren (wer kann schon Rumänisch?), liegt die
Deutungshoheit bei den Kommandos der Linksautonomie. Auf der anderen Seite schützt man
sich durch diese Verständigungslosigkeit auch davor, wahrzunehmen, welchen Strukturen man
so hilft. Dass man, wenn man mit der Hamas ins Bett geht, neben Adolf aufwacht, ist ein
Nebenwiderspruch, der sich nach der großen Befreiung vom Imperialismus erledigt haben wird.
Auffällig ist auch ein unbedingter Stilwille, einheitliche schwarze Kleidung, der Hang zu eingängigen Parolen und ausdauerndem krawallieren. So bleibt das Leben auf dem Abenteuerspielplatz spannend und wenn die Gesellschaft das Abenteuer verbietet, bleibt als
letztes Abenteuer die Zerstörung derselben. Radikaler Chic ist der Leitfaden, dem sich
jede Handlung und Äußerung unterzuordnen hat, woraus eine eigene Sprache und Gedankenwelt entsteht, der Außenstehende nicht mehr folgen können. Sympathisanten (der legale Arm der Bewegung) greifen dann solche Konstrukte auf und entmündigen die Bevölkerung mit immer abstruseren Gendereien, Forderungen nach Toleranz für unakzeptable Verhaltensweisen und einem allgemeinen Begriffstohuwabohu, dass es im Bewusstsein klingelt. Dass Sinti und Roma stehlen, ist ein antiziganes Vorurteil und außerdem ist die Gesellschaft daran schuld.
Darum also und weil kein Mensch illegal ist, muss man sich der eigenen Geschichte entfremden und das Fremde als das eigentlich Eigene annehmen und den Entrechteten und Erniedrigten dabei helfen, ihre Rechte auf mehr Ansprüche durchzusetzen. Dass dabei eventuell etwas mehr als das Tafelgeschirr zerschlagen wird, ist eine notwendige, aber keineswegs bedauerliche Entwicklung.Samstag, August 24, 2013
Kaputt
Ich schmeiß das weg
- obwohl -,
es könnte noch mal funktionieren,
wenn man die Schräubchen hierhin
und das Knöpfchen dahin dreht,
dann ginge es wieder, das Gerät,
vielleicht ist auch ein Update nötig,
ein Upgrade oder eine
komplette Neuinstallation!
Gestörte Maschine,
warum klappt in den Filmen immer alles
in Millisekunden?
Vielleicht sind manche Kunden
bessere Kunden als andere Kunden
oder aber dies ist ein Komplott,
mich aufzuhalten bei der Aufdeckung
der ganzen Geschichte in Echtzeit und 3D.
Montag, August 19, 2013
Vor der Wahl ist nach der Wahl
Die Regierung hat gestern beschlossen:
Nachhaltig ist die Erhöhung der Preise alternativlos.
Sonne und Wind haben die Rechnung geschickt.
Der Beschluss wurde gehörig begossen.
Die Opposition ist völlig geknickt,
wie kommt sie jetzt ans große Moos?
Was tun! sagt Mutti in Zeiten der Krise:
Gibts keine Wahl, dann wähle du diese.
Dienstag, Juni 18, 2013
Informierte Kaufentscheidung
Ich möchte gern erfahren, wer meine Unterhosen produziert.
Wenn der ein Arschloch ist, dann will ich die nicht haben.
Wenn wer im falschen Geiste Würstchen generiert,
an dessen Leckerbissen darf ich mich nicht laben.
Für eine informierte Kaufentscheidung muss ich wissen:
Wer hats gemacht? Mit wem und wann teilt die ihr Kissen,
geht das mit meinem hoch entwickelten Bewußtsein noch konform,
und liegen die Vertriebs- und die verhaltensmuster in der Norm?
Ein jedes Ding braucht ab sofort ein umfangreiches Dokument,
das bis ins Kleinste das gemeinste Teil genau belegt
und jeden Hinz und Kunz und deren Ahnen namentlich benennt,
bevor sich nur ein Cent aus meinem Portmonne bewegt.
Samstag, Juni 15, 2013
Masmen
Heute haben wir endlich den ersten Schritt getan, unsere innere Blockade aufgehoben, den Feind attackiert. Wir haben uns die Säcke rasiert und sind mit blanken Eiern aufgelaufen vor Angela. Mutti war nicht amüsiert, aber wir haben unseren Punkt rübergebracht: Finger weg! Sonst Schnabeltasse!
Mit Rum beckleckert ritten wir heim.
Donnerstag, Juni 13, 2013
Die armen...
Sie müssen durch die Ringe springen,
die sie sich gegenseitig durch die Nase ziehen,
Sympathien heucheln für die Teufel,
die aus Glauben Wissen saugen
und täglich ändert sich das eherne Gesetz,
dieser Welt ihre Rettung zu opfern.
Ihr Geld ist falsch auch wenn es echt ist,
zahlt nicht den Schlamm, durch den sie waten lassen.
Verbrechen gegen die Unmenschlichkeit
bekämpft eine Welterrettungsmaschinerie,
die gut geölt geschmiert verläuft
im Sand ihrer Uhren.
Montag, Mai 27, 2013
Irgendwann kommt immer irgendeine Katastrophe
Globale Erwärmung? Mein Arsch ist gefrostet,
muss heizen im Juli, wo Heizen doch kostet.
Dazu wird ständig alles verteuert,
weil Brüssel das Furzen der Kühe besteuert.
Pandora macht die Büchse auf,
Kassandra kommt im Dauerlauf
und schwört: Ihr Leute, es wird heiß
(vor 40 Jahren sprach sie von Eis=
zeit und dass wir alle erfrieren).
Und woran sollen wir morgen krepieren?
Wenn Forscher um die Erde jetten,
mit Steuergeldern das Klima zu retten
und sich mit Grünen überbieten
im Regulieren und Verbieten,
dann denkt man sich: Für mich keine Frage,
ich fahre jetzt SUV mit Klimaanlage.
Montag, Mai 20, 2013
Grillwahn
Hört der Winter auf zu chillen
wächst in uns der Wunsch zu grillen.
Brutzeln, schmurgeln, barbequen,
lasst es uns nur endlich tuen!
Soll die Bratwurst knusper werden
braucht es Trockenheit auf Erden
und um diese zu beschwören
soll uns ein Besteck gehören:
Gabel, Spatel, Wendezange.
Bald schon raucht es, keine Bange.
Sonntag, April 28, 2013
Totart
Schon ab dem ersten Bild kriegt man genug,
da werkt sich ein Beamter ab.
Mit etwas Pech kommt noch was Grünes untern Pflug,
ein Freund des Volkes fährt ins frühe Grab.
Dann kommt viel Telephon ins Bild,
man trinkt Kaffee voll schlechter Laune.
Die Quotenkommissarin surft wie wild,
die Täter und die Opfer sind recht häufig Braune.
Danach folgt noch ein wenig Tütata,
als ob etwaig was in real life passiert,
gesellschaftkritisch Trallala,
verdauungsfördernd vorpüriert.
Sonntag, April 07, 2013
Das Blaubandministerium zur Frühlingsfrage
An diesem Punkt können wir alle nur noch eines tun
uns kasteien und beten,
dass die sensiblen Winterlinge, die Margareten,
nicht rettungslos verloren in der Erde ruhn.
So künden wir den Winden aus Osten und Norden,
indem wir nackig um die Osterfeuer tanzen:
wir werden euch mit Flammenwerfern ermorden
und dann zertreten wir wie Wanzen
die Schranzen des Winters, den Schnee,
die gräulichen Graupelschauer.
Dem Eis und der Kälte, den schwören wir weh,
ab jetzt herrscht hier Frühling auf Dauer.
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