Freitag, September 30, 2011

Kanon




Halt die Fresse, halt die Fresse,
Hurensohn, Hurensohn.
Du kriegst auf die Glocke,
du kriegst auf die Glocke,
ding dang dong,
Lutschbonbon.

Donnerstag, September 29, 2011

Horrorfilm



Wer gerne mal wieder einen mitreißenden Horrorfilm sehen möchte, der subtil die Themen Blut, Eingeweide und verblasene Hirnmasse abhandelt, Mißbrauch von Kindern, Knechtung und Entmündigung von Frauen (aber so richtig), Selbstverstümmelung und
selbstgerechten Pathos a la: Schuld an dem, was ich tu, sind immer die anderen, der ist hier bestens bedient:
http://vimeo.com/8454887

Dienstag, September 13, 2011

Die Wahrheit stirbt zuletzt



Verschwörungstheoretiker
sind keine sabbernden Idioten,
sie sabbern nicht. Die fragen nur.
Sind Fragen denn verboten -
oder wie?

Und dass sie nerven, nervt sie nicht,
denn gerade weil man nichts beweisen kann, ist klar,
sie schrein der Lüge ins Gesicht,
sind Anwalt, Kläger und Gericht.
Nicht wahr?

So fliegen sie auf Auslegware,
ein Teppichmesser stets zur Hand,
pauschal ins Gute, Schöne, Wahre.
Denn relativ ist nur die eigene Kultur
und was man unter ihrem Tellerrand fand:
Intrige pur?

Mittwoch, August 31, 2011

Offener Brief an die Fahrraddiebe Deutschlands



In den letzten vierzig Jahren habt ihr mir mindestens zehn Räder geklaut, ihr Schurken und Halunken. Am 15.8.2011 hat wieder einer von euch zugeschlagen. Am hellichten Tag, vor der Stadtbücherei Duisburg-Mitte. Es gibt einen Zeugen, der den Vorgang wie folgt beschreibt: Ein untersetzter Mann trägt schwitzend mein (vorne und hinten mit guten Schlössern gesichertes, aber dummerweise nirgends angeschlossenes) Rad über die Düsseldorfer Str. Darauf angesprochen, dass es doch normalerweise andersherum sei, antwortet er, er habe den Schlüssel verloren und wirft das Rad in den Kofferaum eines weinroten Audi mit dem Kennzeichen WES UA 419. Die von mir kurz darauf angerufene Polizei hat bis heute leider das ursprüngliche Besitzverhältnis nicht wiederherstellen können.
Eine Freundin, der ich die Geschichte erzählt habe und die ein Fahrrad sucht, rief mich an: Da sei jemand, der Kleinanzeigen schaltet mit angesagten Markenrädern und, kontaktiert, erklärt, dass ebendiese Marken nicht mehr erhältlich seien, dafür aber andere. Wer hat denn privat etliche Räder abzugeben? Ich denke, das läuft wie folgt: im Auftrag klauen mobile Einheiten, liefern ihre Beute bei Hehlern ab, die untereinander die Ware tauschen, so dass die Bikes in anderen Städten verscherbelt werden können. Ein recht risikoarmes Geschäft, das aber, wie jedes andere Geschäft, davon lebt, dass es Kunden gibt. Natürlich ist für jeden von uns ein Schnäppchen eine Verlockung, aber wenn ich eine Ware von jemandem kaufe, der ein Dieb ist, unterstütze ich eine Kultur, die die von mir gekaufte Ware wiederum als potentielles Diebesgut ansieht.
Mein Rad: Hercules Bermuda 27 silber/blau, Damenrahmen, 28", Rahmennummer 14894AC602H, Beschädigung an der linken Lenkermoosgummiummantelung (schönes Wort), chinesische Doppelglocke, frisch aufgezogene Marathon-Plus-Reifen von Schwalbe (ich hatte die Schnauze voll von ständigen Platten wegen der von grenzdebilen Deppen auf Fahrradwegen zerdepperten Bierflaschen, aber das ist eine andere Geschichte), gekauft bei Little John Bikes, Duisburg (empfehlenswerte Firma, Aufkleber).
Für andere mag mein Hercules eine Sache sein, für mich ist es eine Geschichte von Ritten in den Sonnenuntergang, von besuchten Orten, von bezwungenen Anhöhen und beschwingten Abfahrten, es hat eine Seele. Darum verfluche ich hiermit Dieb, Hehler und Käufer: ihr werdet in der Fahrradhölle schmoren.
Mir aber reicht es jetzt! Ich erkläre: Fahrraddiebe, ich kaufe keine Räder mehr für euch. Besorgt sie euch woanders.

Donnerstag, August 25, 2011

Wdh.



Zu den altbekannten Plagen,
die seit je das Volk bedrücken
(Steuern, Ämter, blöde Blagen,
Parkverbote, Kriebelmücken,
dämliche Reporterfragen,
Schmerzen ob maroder Rücken)
zählt man auch die Despotie.
Keiner mag sie, irgendwie.

Doch in Zeiten der Bedrängnis
wächst die Gegenwehr heran,
setzt die frei, die im Gefängnis
harrten auf den Rettersmann,
der sie wider das Verhängnis
in den Sieg führt. Folgt der Abspann:
Jeder will das Land befreien
"Nun bin ich Tyrann" zu schreien.

Mittwoch, August 17, 2011

Thought watchers



Ins Hinterficken geratene
warme Maschinen
mit schmutzig gemachten Seelen,
uns eint der Hass auf das, was uns verbindet.
Die Zungen zum Absturz gebracht,
zufrieden mit dem, was wir nicht haben,
können wir die Hoffnungslosigkeiten
leichtfüßig aufgeben.

Sommerwenden



Der längste Tag des Jahres war nur kurz
an deiner Brust gelegen schon vorbei
bevor er dann begann ein Donnerwetter
spazierten wir im Regen warm sind deine Hüften
kalt am Wind geblieben halten wir uns schnell
umarmt im Sommer noch zu kommen.

linksunten



http://linksunten.indymedia.org/de/node/44888

Wir tragen qua Geburt ein Flammenkrönchen.
Wir sind die "Gut so" Töchterchen und Söhnchen.
Woran noch die Bezugspersonen scheiterten,
wir machen weiter mit erweiterten

technischen und sonst noch Möglichkeiten.
Wir haben taktisch viel dazu gelernt
und sind nicht, wie die halb Gescheiten,
von einer Antwort auf Probleme weit entfernt.

Wenn wir ein Unrecht und Probleme wittern
(und davon gibt es mehr als Sand am Meer)
dann simsen wir, facebooken und wir twittern,

es zittern Kapital und Staat und Heer.
Als Marginalisierte auf dem Thrönchen
da drücken, pressen, quetschen wir Revolutiönchen.

Leitgenosse



Zählst du zu den armen Knackern
die von früh bis spät nur rackern?
Zerrt das Leben an den Eiern,
du musst schuften, andre feiern?
Bist du ständig angepisst,
weil dein Acker steinig ist?
Darfst dich bis zum Ende schinden,
nichts auf deinem Konto finden?

Da läuft irgendwas verkehrt,
du verkaufst dich unter Wert!
Lass dir sowas nicht passieren,
hier hilft nur organisieren!
Mach, dass dich die Welt bezahle,
mach dich selber zur Zentrale!
Nimm das Leben nicht so schwer,
werd doch einfach Funktionär!

Gepflegte Konversation



Er so: Alter, kuckst du?
Ich so: Dänemann
und der so weiter heißer Fighter,
weisste, fing dat am
Kochen. Knochen gebrochen
und der so Jammer, Buhu,
ich so Knie am Schambein
fing am Schrein an,
Schwedenkuss. Der so Fresse.
Schluss.

Fischpilzgeschüttel




Den Freunden des Saitling ich von dem Leid sing
des, der meint, man soll Rochen mit Mistpilz pochieren.
Den hört man bald pochen, der pisst Milz, rochieren
sieht man ihn wie die Fans der Rotkappen,
die immer wieder für jeden Kot rappen.

Ich aber mag Hering so gerne. Mit Kaiserling,
in Herne nicht gering geschätzt als leiser King.

Fischgeschüttel




1. Rheinisch

Im Wasser schwamm der Kabeljau
den isch von meiner Jabel kau.

2. Ruhrgebietisch

Zur Köchin sprach die Mutter Butt
dass bei sie noch was Butter mutt.

3. Hessisch

Nie wieder rohe Seefisch!
Des schwor die kranke Fee sisch.

Freitag, August 12, 2011

Sympathy for the evil




How great the hate for a state
that never feeds enough
to a bum in hood. A hoodlum's fate
is rough. It must be tough

to be a brave yob. No slave job,
held down like millions of civilians
but payback is the game. To rob
or not to loot multiple trililons?

Complain poor standards to Standards & Poor's,
set fires to the weakholds of commerce.
Rubble and ashes and garbage are yours,

powers that be might babble and curse,
as for their failures there aren't any cures,
you will be crowned in rat gown and furs.

Dienstag, Juli 19, 2011

Weissagung



Erst wenn das letzte Kraftwerk geschlossen ist und jegliche Industrie vertrieben,
wenn auch das kleinste Restrisiko ausgeschaltet und alles
bis ins letzte reglementiert, kontrolliert und eliminiert wird,
was auch nur den geringsten Anlass zu Bedenken geben könnte
bezüglich gesundheitsbeeinträchtigender Folgen,
werdet ihr feststellen, dass es verdammt hart ist
im Dunkeln zu sitzen, zu frieren und zu versuchen,
dem Boden ein paar Büschel Biomöhren abzuringen
und dass kein Volk nur von Dienstleistung existieren kann
und irgendwas mit Medien.

Voll die Dramatik



Hast du das Geräusch gesehen? Wir müssen nach Hause, Koffer packen, in die Urlaube, wo kommt der Bus? Drei Uhr, mein Gott, du armes Kind und du bist gar nicht da. Vom Stuhl gekippter Pantomime, ich will nicht mit dir reden, das sag ich dir: die Zeit läuft seitwärts aus der Uhr, ich habe das Zifferblatt gehört, wie es sich vorwärts peitscht in irrem Tempo, funkgesteuert. Statomotorisches Training, Orientierung und eine Sicherung existentieller Grundbedürfnisse, dann Abschied im Abschusskreis. Was geht denn hier ab jetzt fegt ein Besen mit den Borsten nach oben anders gesagt: die Türe zu, es zieht die Steine aus den Brettern fallen stehende Gelähmte, den Rücken gerade noch gebeugt. Wir reichten uns jetzt besser gegenseitig Nahrung an und tränken was liegt an Struktur.

Verlustig



Heinrich steht alleine auf
gegen das, was Menschen hindert,
im Geschichtenzeitablauf
was zu sperren, das vermindert
einen Sonderabverkauf.

Seht, im Haine strahlet prächtig
eine nie geahnte Sonne
und sie stiehlt von dem, was mächtig
schien die Unschuld einer Nonne.
Die geht fortan mit sich selber trächtig.

o.t.2.0



Wir hatten über 600 Gramm montiert, unter den Sätteln, in den Klingeln, die Luftpumpen gefüllt mit dem Stoff, der Engelein zum Singen bringt. Rauchen, Schnupfen, Linie legen, sogar Trinken geht ab wie nichts gutes und eigentlich riecht das kein Drogenhund, die paar Zöllner liegen sowieso besoffen vor der Kiste und im Notfall zünden Unterstützer Feuerwerk, die Grenze brennt und ja, das Zeug ist zwar verboten, aber nachgefragt, nun gut, wir zahlen den Warlords ihre Waffen, aber die anderen wären schlimmer, sie hätten keine moralischen Bedenken. Jeder kann das Zeug ganz einfach selber herstellen, selbst Frauen könnten das, so sie denn wollten, aber es will ja keine. Wir helfen, die Blockaden zu brechen und sorgen so für Sicherheit. Auch morgen gibt es was zum Einwurf, da wird nicht Kundin gegen Kunden diskriminiert.

Ohne verletzende Absicht



Langsamer Rückzug von gewissen sicheren Ansichtspunkten
sind wir es, die gebetet haben gegen sie in Ewigkeit.
Schatten in Ketten tanzen klagend, nackt in der Nacht,
sich selbst einander als Opfergabe darzubringen,
ihre Kehlen zur Beute entblößend dem Feinde
im Innern. Ohne Fehleinschätzung der Vergangenheit
ist es am leichtesten, eine Zukunft wiederherzudestillieren,
der es nie bestimmt war, nicht zu sein.

Monokulti



Nur hier gibt es authentisches Erleben,
mit Tieren, die von Hand geschächtet werden,
wo echtes Blut fließt. Dann trommelt man
und alle singen mit, die alten Lieder
von besiegten Feinden, die Kehle durch
geschnitten und entmannt im Schritt.
Da tanzt ein jeder, macht sich lächerlich,
wenn im Refrain er seinen Niedergang besingt
und preist die Pestgeschwür, mit der er sich behängt
aus freiem Willen. So doof, dass es sogar
die Polizei erlaubt.

Kunst des Vergessens



Jetzt ist alles Plan gemacht -
Plüschmaschine, Kuschelvolk.
Doch wo sind Ich?
Schmeißt noch mal: Raus
die ignoranten Banausen.
Ach Gott der Baumeister,
lass mir deine Stiefel trockenlecken,
Warhammer 4000
blindtaubstumm am Start.
Können wir versagen?
Ja, wir schaffen das.

Geflügel unter Druck



Nicht viel Erfolg im Daunenreich
hat Eidererpel Bodo.
Sein Bürzel bleibt stets federweich,
ist toter als ein Dodo.

Der alte Meister Adebar
schaut schauerlich zerfleddert,
entging dem Windrad um ein Haar.
Die Gattin hats geschreddert.

Die Richtung stimmt



Spürhunde auf den Fersen, durch ein übrig gebliebenes Waldstück zwischen unfertigen Neubauten, ein Stück den Bach entlang, der Schlamm schluckt den linken Schuh, ausgerechnet, kalt und das Hühnerauge schmerzt, quer durchs Wasser, das sollte die Spuren verwischen, einen Bahndamm hinauf, das Kläffen der Köter im Ohr. Kurz verschnaufen, orientieren, die Scheinwerfer der Nachtbaustelle für den neuen Autobahnknoten geben genug Licht, um das Ausmaß der Zerstörungen zu erkennen, hier hatte der Wirbelsturm letzte Woche am heftigsten gewütet. Alles liegt kreuz und quer, Abschürfungen, Schnittwunden, auch den zweiten Schuh verloren beim Klettern über Baumstümpfe, in die Luft ragende Wurzeln. Die Grenzen zwischen Schatten und Materie verschwimmen, der auffrischende Wind trägt knatternde Geräusche heran, Hubschrauber mit Suchscheinwerfern überfliegen das Gelände. Am Bauzaun entlang, humpelnd über Schotter, schon sind die Stimmen der Suchmannschaften zu hören: Hier! Nein, hierher! Dahinten, ein Schemen, ein Auto, geübte Griffe, fort von hier, auf Socken in die Freiheit, nichts mehr zu verlieren als ein paar Antworten.

As if



There is a zoo in Tuvalu
that hosts the strangest creatures.
Politicians, criminals
with nearly human features.

Kulturverständnisunterricht



Und was heißt denn jetzt "Taliban"?
Ja prima, Mahmud, das heißt Schüler.
Es folgt dem Herbst der Winter dann,
im Sommer wird es schwüler.

Und manchmal muss ein Volk sich doch,
was, Hildegard? Befreien,
vom Imperialistenjoch!
Wenns kalt wird, kann es schneien.

Wer hat die Schuld am bitte sehr,
wir wollen Li Si fragen,
wer trägt an solcher Schuld so schwer,
wer schickte sieben Plagen?

Das war ja wohl die Menschenheit,
die sägt an unserm Wetter.
Der David meldet sich zur Zeit:
"Klimatisch wird es phetter".