Mittwoch, Juni 27, 2007

Rtfm



Technik können alle Männer,
Handbuch ist nur was für Penner.
Oder aber für die Frau.

Knaben mögen gerne basteln,
lesen ist nur was für Spasteln.
Lerne bauen auf dem Bau.

Ahnung bringt zum funktionieren,
dabei hilft nur ausprobieren.
Schraube über? Kein Problem.

Motor ruckelt noch ein wenig,
bin ich oder ist der dämlich?
Nieder mit dem Theorem!

Abendsang




So hör nur, wie die Amseln singen,
hoch oben im Geäst.
Sie wollen uns zur Ruhe bringen.

Verspür in ihrem Lied das Klingen,
vom Tag, der von uns lässt.
So hör nur laut der Amseln singen.

Sie flöten Lob auf ihre Schwingen,
bald gehn sie in ihr Nest.
Sie wollen mich zur Ruhe bringen.

Ihr Lied von Wegen, die sie gingen,
dem Leben, ihrem Fest:
So hör nur, was die Amseln singen.

Ein Klang mag in die Ohren dringen,
der letzten Töne Rest.
Dich wollen sie zur Ruhe bringen.

Lass los, lass müde dich bezwingen,
wir halten sanft uns fest.
So hör nur, wie die Amseln singen,
sie wollen uns zur Ruhe bringen.

Sonntag, Juni 24, 2007

Mantra



Die Wurzeln des Übels,
die Wurzel der Übel,
die Wurzel des Übels,
die Wurzeln der Übel
unterpflügen.

Der Früchte des Übels,
der Frucht der Übel,
der Früchte der Übel,
der fruchtenden Übel
überlegen.

Das Übel der Wurzel,
das übeln der Wurzeln,
das Wurzeln der Übel,
das Wurzel-Übel
überwinden.

Freitag, Juni 22, 2007

Im Zwischenlicht



Seht in der Hecke
versteckte Gesichter.
Sie schauen herab,
sie spähen uns aus.
Hört auf den Dämon,
jetzt spricht er:
Ich komme heut nacht
in das Haus.

Die Geister könnt ihr
kaum erkennen.
Sie wandeln ständig
ihre Gestalt.
Wer nichts versteht,
kann nicht benennen.
Und namenlos
bleibt die Gewalt.

Die Welt als Maske,
dahinter die Dichte,
verzerrt sich zur
Unkenntlichkeit.
Wer jetzt nicht sieht,
dem scheint Geschichte
verzögert bis in
die Ewigkeit.

Donnerstag, Juni 21, 2007

Zwischenbericht



Wir könnten bei uns stehen,
im Lichterreich, im Zwischenlicht,
und im Vergehen bestehen.

Wir möchten einander begehen.
Wenn alles Nichts anbricht,
so sollten wir bei uns stehen.

Wenn wir uns im dunklen sehen,
im Schattengebiet, das nie zerbricht,
können wir gehend bestehen.

Was würde aus uns enststehen,
als das eine? Wissen wir nicht.
Bei uns bleiben wir stehen.

Was bliebe uns, um zu entgehen
dem Fluch als Flucht vor der Pflicht?
Vor der wir beständig vergehen.

Noch bevor wir uns versehen,
wächst uns ein drittes Gesicht.
Wir werden bei uns stehen
und im Vergehen bestehen.

Mittwoch, Juni 20, 2007

Prollanelle (Villanelle vom Arschgesicht im Wald)



Written by MACHTWORT & ruelfig

Was soll dein Gelaber bringen?
Handy aus du Arschgesicht.
Schnauze, wenn die Vögel singen.

Kurz davor dich umzubringen,
du versperrst dem Ohr die Sicht.
Was soll das Gelaber bringen?

Musst du hier um Worte ringen,
wo dich jeder hört, du Wicht?
Schnauze, wenn die Vögel singen.

Muss ich erst den Knüppel schwingen,
der dir die Visage bricht?
Was soll dein Gelaber bringen?

Stille will dir nicht gelingen,
dass du störst, das stört dich nicht.
Schnauze, wenn die Vögel singen.

Ich stopf dir dein blödes Dingen
in den Schlund und dann is Schicht
Was soll das Gelaber bringen?
Schnauze, wenn die Vögel singen!

Dienstag, Juni 19, 2007

Formel



Wenn einer dem andern im Verhältnis
von Gespür zu Verstand hoch Quadrat,
eingedenkend des Schnittes der Summen,
ist multipler Funktionsapparat -

wenn Teil der Menge von Eros und Pflicht,
ist größter gemeinsamer Zähler,
vermindert um die Potenzfaktoren,
dann macht das Liebe. Ansonsten nicht.

Montag, Juni 18, 2007

Beschwitzt



Ich sitz in meiner Soße und ich schwitze.
Schwitzend sitz in meiner Brüh ich vor mich hin.
Die Tunke tröpfelt mir aus jeder Ritze,
jede Ritze tröpfelt Tropfen ohne Sinn.
Das Denken ist zerschwitzt in dieser Hitze,
schwitzend schmilzt die Hitze Denken im Beginn.
Ich sitze in der Stippe, die ich schwitze,
in der Lake schwitzt ein Rest von mir dahin.

Politisch korrektes Abendessen / P.c. supper




Darfur - Platte
Darfur plate.

Donnerstag, Juni 14, 2007

Schutz und Schild



Überaus kleidsam, chic und bequem,
sehr modisch und gar nicht so teuer,
leicht tragbar, luftig und außerdem
voll abziehbar von der Steuer.

Maschinenwaschbar ohne Problem,
schützt es vor fremder Lenkung.
Das neue Gedankenabwehrsystem,
verschafft dem Blutdruck Senkung.

Die Einrichtung ist kinderleicht,
ein Versprechen der Ingenieure.
Man wird von außen nicht erreicht,
vom Denken, das etwaig störe.

Donnerstag, Juni 07, 2007

Im Schrebergarten



Oh, holde Sommerszeit!
Apfel mit Birne wächst um die Wette.
Bald ist es nun soweit,
ich mag die Ernte kaum erwarten.
Nur der fette Rentner aus dem Nachbarsgarten,
knurrt, befragt, wies geht: "Wieder einmal auf Diät."
Und während mich erneut besticht,
Chor der Vögel, Himmelsblaun,
für seine Frau und sich er bricht
einen frischen Streit vom Zaun.

Mittwoch, Juni 06, 2007

Die Gipfel




Da sitzen sie zusammen und besprechen
sich und uns und auch noch dies und dass
einer soll für die Beschlüsse blechen.

Mit großen Gesten, die ins Auge stechen,
bedeuten sie, dass Ende ist mit Spaß.
So sitzen sie zusammen und besprechen.

Die Worte sprudeln immerfort in Bächen,
verkündet wird der neueste Erlaß:
einer muss für die Beschlüsse blechen.

Möglich, dass die Fundamente brechen,
denn in den Tälern sammelt sich der Hass.
Da sitzen sie zusammen und besprechen

wie sie die Macht der Mächtigen zerbrechen.
Sie legen Brände in das welke Gras.
Einer wird für die Beschlüsse blechen.

So zäunen sie sich ein in ihren Flächen,
lauthals streiten sie und zanken sich um was?
Da sitzen sie zusammen und besprechen:
der andre kann für die Beschlüsse blechen.

Dienstag, Juni 05, 2007

Kopfsteinwerfer



Du bist dir gern ein Held
in selbstverliebten Posen.
Die Uniform ist schwarz
wie Rauch sind deine Hosen.

Obwohl - Braune Hemden würden dir besser stehn.

Wer hat denn dich zum Kampf bestellt,
dass du im Block marschierst mit festem Schritt?
Es knirschen nicht nur Gläser unter deinen Hufen,
du trittst den Geist der Freiheit mit.

Obwohl - hinter deine Maske kann man nicht sehn.

Glück ist ein einfaches Bild der Welt,
steckst du was an, dann brennt das länger.
Unter dem Pflaster liegt dein Verstand.
Du bist Protestlied ohne Sänger.

Obwohl - gehst du kaputt, wer will wohl mit dir gehn?

Poema interrupta (ab 18)




Dies ist ein schmutziges Gedicht.
In grellen Farben wird es explizit beschreiben,
wie Leib an Leib sich rasend bricht
und dann - das lasse ich wohl lieber bleiben.

Laut tönt hier hemmungslose Gier,
im dämmerigen Schummerlicht.
Wenn sie mit ihm und er mit ihr
und dann - das schreib ich besser nicht.

Es treibt ein Paar sich zur Ekstase,
erstrebt zum Schluß der Liebe Lohn.
Und dann - am Bettrand gähnt ein Plüschtierhase,
denn er und ihr kennt das wohl schon.

Donnerstag, Mai 31, 2007

Gib mir 8



Der König im Palast lässt seine Narren draussen zählen.
Sie wählen zwischenzeitlich einen eignen Narrenkönig.
Gewöhn ich gerade mich der neuen Lenker an,
dann merk ich bald, dass diese wie die Alten quälen.

Es streiten Narren sich und Könige um Plätze im Palast,
Ballast sind du und ich und lästig sind wir diesen
riesenhaften Praktikern der Kraft. Sie brauchen Macht,
die Pracht verbaut sich Hallen. Unser Erbe ist verprasst.

Kreislauf




Das Sandkorn unterm Fuß sehnt sich zum Strand zurück,
Tropfen träumen von den Himmeln, wenn sich die Wolke löst.
Der Wein, verschüttet, will sich wieder in die Flasche füllen.
wer einsam ist, dem scheint Vereinigung das höchste Glück.

Das Segel nah dem Weg zum Horizont will sich entfernen,
die Blüte schickt die Pollen in den Wind aus der Geselligkeit.
Das Flimmern bliebe immer gerne aufwärts bei den Sternen,
nur wer der Ewigkeiten Lauf verschwendet, schenkt sich Zeit.

Im Anfang schon verkehrt der Augenblick mit seinem Ende,
in der Unendlichkeit verzehren sich die Geraden krumm.
In Zukunft biegt Vergänglichkeit der Gegenwart die Wende.
Im Laute aber bleibt er, kaum entwichen, wieder stumm.

Donnerstag, Mai 24, 2007

Hinter dem Zaun



Holunderblütenduftgeflutet liegt der Garten,
kunstvoll der Spinnen feine Netze sich ergeben.
Lebendiglaut besingen Vögel ihre Taten,
bestäuben Bienenvölker summend neues Leben.

Kopfüberkletternd pochen Kleiber an die Bäume,
Libellenpärchen paaren lustvoll sich am Teiche.
Geschäftig modert eine morsche Eichenleiche.
Und was tu ich? Ich liege emsig rum und träume.

Mittwoch, Mai 23, 2007

Genießer (Villanelle)




Heute lass ich mich nicht lumpen,
nur vom Besten soll es sein!
Hallo Wirt, noch einen Humpen.

Muß ich mir das Geld auch pumpen,
maßlos schütt ich in mich rein.
Heute lass ich mich nicht lumpen,

füll mich auf wie tiefe Gumpen,
endlos strömen soll der Wein.
Holla Wirt, her mit den Humpen.

Dazu rauch ich einen Stumpen,
aus Havanna schmeckt er fein.
Länger lass ich mich nicht lumpen.

Und dann singe ich die plumpen
Lieder mit, laut stimm ich ein.
Heda Wirt, noch ein'n Humpen.

Schlagt die Welt ihr nur in Klumpn,
is egal, macht ihr sie klein.
Heute ssauf ich auf euch Lumpn,
He Herr Wirt, nochein sson Humpn.

Dienstag, Mai 22, 2007

Ring (Villanelle)



Ein schönes Ding ist so ein Ring
gar lieblich anzuschauen.
Manches Herz daran verging.

Mancher sang davon ein Sing
sanglich zu erbauen.
Schön ist so ein RingDingRing.

Nach gutem, altem Brauche, bring,
der schönsten aller Frauen,
das Herz, das dir an ihr verging.

Vergiß nie, wie sie an dir hing,
beim wandeln in den Auen.
Schön ist solches Ding mit Ring!

Die Glocke tönt ihr Klingeling,
lasst ihr euch endlich trauen.
Manches Herz daran verging.

Die Liebe schätzt es sehr gering,
will man in Gold sie hauen.
Sperrt so ein schönes Ding in Ring,
wie bald so manches Herz verging....

Salmonellen (Villanelle)



Im klaren Bach die Salmonellen
taumeln auf und nieder.
Hören keine Glocken gellen.

Wie sie durch die Wellen schnellen,
schweigen stumme Lieder.
Im hellen Bach die Salmonellen.

Nicht kennen sie Gefängniszellen
doch sind sie mir zuwider.
Hört ihr laut die Glocken schellen?

Eilig auf das Örtchen schnellen,
müßt ihr immer wieder.
Klar im Bauch die Salmonellen,

messen keine Zehntel Ellen,
sprengen jedes Mieder.
Laut ertönt der Glocke Gellen.

Zoonosen können fällen,
lähmen uns die Glieder.
Laßt im Bach die Salmonellen,
oder hört der Glocke schellen.

Flattern



Seidenkleidernd kommst du zu mir mitten in der Nacht.
Erwacht aus dichtem Schlaf, geheimnislieben wir uns leer.
Schwer quillt der Duft aus unbenannten Träumerbäumen,
wir liebesfühlten uns so lange schon nicht mehr.

In schweißbeperlten Laken bloßgedeckte Sieger,
hineingebettet durch der Sinnesworte pure Macht,
die Pracht der Münderohren züngelte entbehrlich,
ertränkertrink ich nicht in deinem Haar heut Nacht.

Montag, Mai 21, 2007

I headache a dream



Seh ich ein Unrecht,
welches mich schmerzt,
stell ich mich an,
gefühlig bekerzt.

Reihe mich ein,
legt mich in Ketten,
singelaut Lieder,
die Menschen retten.

Gerne auch so international.
Wie ging die zweite Strophe noch einmal?

We shall overdone,
den Bösen ins Gesicht.
Ich kann Gefühle,
mehr trage ich nicht.

Es wird wohl immer
weiter so sein:
ich trink Brunello.
Ihr pflückt den Wein.

credits to rydiger

Freitag, Mai 18, 2007

Lex Doener



Wie eine Studie des Bundesministeriums zur Vereinheitlichung der Lebensumstände in den alten und neuen Gebieten der BRD (BuMiVeLe) belegt, gibt es im Bundesgebiet immer noch nennenswerte Gebiete, in denen die Versorgung mit Pizza und Dönerkebab nicht sichergestellt ist.
Um diesen Missstand zu beheben, hat der deutsche Bundestag das "Gesetz zur Sicherstellung der flächendeckenden Versorgung mit Grundnahrungsmitteln", kurz "Lex Döner", verabschiedet.
Es sieht vor, umzuschulende Arbeitslose in Gebieten anzusiedeln, in denen es keine ausreichende Anzahl von Schnellimbissen gibt. In Kursen wird den zukünftigen Dönören und Pizzeuren das notwendige Grundwissen vermittelt: "Mit alles?", "Swiebeln?", "Sassiki?", "Bisken schaf?" sowie die Maßeinheiten groß, mittel, klein. Um auf regionale Eigenheiten einzugehen, wird das Angebot Bundeseinheitlich um einige Spezialitäten ergänzt: Pizza Saumagen, Döner aus Weißwurst oder Labskaus, Pizza Schwarzbrot. Dafür wird die „Festschreibung der Berliner Verkehrsauffassung für das Fleischerzeugnis Dönerkebab“ geändert. Gleichzeitig wird durch die zuständigen Kammern ein neuer Lehrberuf eingerichtet, der DöPi-Meister.
Um zu gewährleisten, dass die Imbisse auch in strukturschwachen Gebieten wirtschaftlich tragbar sind, wird die Bevölkerung verpflichtet, mindestens zweimal pro Woche in Betrieben einzukehren, die das Bundespizzadöner- Gütesiegel (BuPiDö) vorzuweisen haben und dort zu festgelegten Preisen einen Verzehr vorzunehmen. Bedürftige haben Anspruch auf staatliche Unterstützung, für nicht mobile Bürger wird ein Bringdienst eingerichtet.
Zur Überprüfung wird eine mit einem RFID- Chip versehene, so genannte Dönercard eingeführt, die eine ständige Überprüfung der Einhaltung der Vorschriften ermöglicht.
Die nächsten Punkte auf der Agenda des Ministeriums sind die Vereinheitlichung der Trink-, Wohn- und Arbeitsumstände.

Donnerstag, Mai 17, 2007

Aufschlag



An langen Tagen ohne jedes Licht,
verharrt sie regungslos an ihrer Stelle.
Ihr dichtes Haar verdunkelt ihr Gesicht.
Verschleiert ihre Hoffnung fühlt sie nicht,
wie sie versinkt in einer tiefen Welle,
bis sie am Boden aufschlägt und zerbricht.
Sie sammelt ihre Scherben, hält Gericht,
setzt wieder sich zusammen, tritt ins Helle.
Befreit von Furcht vor Tagen ohne Licht.