Dienstag, Januar 21, 2014

Tri tra trullala



Wer garantiert nicht hampeln kann,
wird Hampelmannminister
(nimmt man die Quote ganz genau,
so braucht es eine halbe Hampelfrau),
von keinem Sachverstand getrübt
noch irgendeiner Ahnung
(Vierjahreskeinplan?
Wir arbeiten dran).
Gute Ideen muss man auch erstmal
nicht haben.

Inklusionsillusionisten zeigen Kerninkompetenz
darin, nicht alle Zettel im Kasten zu führen.
Die schwächsten Birnen im Kandelaber
überstrahlen ihr Schwächeln mit Gelaber,
die Karten sind lange schon abgelaufen.
Wie macht man mit zuverlässiger Beständigkeit
aus ganz viel Gold ein wenig Dreck?
Man muss nur viel mehr aus dem Topfe holen
als man vorher woanders gestohlen
hat.

Wer frech wird, der muss ohne Abendbrot ins Bett.



Donnerstag, Januar 09, 2014

Geglaube


Bewiesen ist kein Glaubenskonstrukt
durch Beweise glaubt sich der Glaube an sich
zu beweisen lässt sich ein Gedankenprodukt
an das zu glauben man  glaubt
durch Wissen davon.




Sonntag, Januar 05, 2014

Deutsch zu sein bedarf es wenig



Das Problem ist nicht, ob man stolz ist, Deutscher zu sein (Heil) oder sich dafür schämt (Heul), sondern dass es nicht normal sein darf, Deutscher zu sein. Deutsche natürlich auch, um den Generquatsch usw. 
Eine der ältesten Soaps im Polittheater ist die "Integrationsdebatte". Wie soll jemand integriert werden in eine Gesellschaft, die längst in feinste Atomkerne zerfallen ist? Du bist entweder schwuler Heavymetaller oder abstinenter Fruttarier, saufender Prollo mit Kippe in Fresse oder Ghettonigger mit Schprachfehler (Isch bin isch), aber auf jeden Fall bist du integriert in eine Gesellschaft, die es geschafft hat, jeden Unterschied wegzurelativiern. Wir haben halt alle unsere besonderen Fähigkeiten (außer denen, die wir zum Nazi (v)erklären, um sie dafür bestrafen zu können, dass wir, obwohl wir uns erfolgreich entdeutscht haben, das Unrecht damals nicht haben aufhalten können).
Sigmund hätte seine Freude daran, wie jetzt versucht wird, Israel die Schuld an seiner Bedrohung in die Puschen zu pushen. Aber da wir alle irgendwie Indianer sind, dürfen wir das. Der Araber ist ja auch ein edler Wilder.
Schließlich hat der Ami uns schon zwei Mal besiegt gegen unseren Willen und das werden wir ihm nie vergessen. Von daher wäre es gescheiter, das Projekt "Moderne" zu begraben und uns wieder in die Kleinstaaterei zurückzubegeben.
Dann wäre Europa nicht mehr bedroht von unglücklichen Kleinbürgern, die ihr Heil finden darin, vandalisierend durch fremde Vorgärten zu ziehen, weil sie ihre Identität nicht in den Griff kriegen.




Freitag, Januar 03, 2014

2014.exe




Europas Führer leiten uns in goldene Morgenröten,
dergleichen wir vorher noch nie gewärtig wurden.
Es muss nur noch die eine, kleine Krise überwunden werden,
dann sind wir Prinzen und Prinzessinnen, nicht Kröten.

Es trommelt die Trommel, es flötet die Flöte,
so eilet herbei und wehret der Nöte.
Es muss nur jede(r) geben, was er/sie kann,
hier kennt keine(r) Frauodermann mehr,
zerbrechet die Deiche und flutet das Wehr.

Wir treffen uns dann auf der Party in Brüssel
und hängen die Rüssel in die Füllhornschüssel.


Donnerstag, Januar 02, 2014

Auf dem rechten Weg


Zur Verhütung von Gewalt zur verhütenden Gewalt gegriffen,
frischan, du Kämpfer für Gerechtigkeit. Deine Bereitschaft,
das Otterngezücht zu zertreten gereicht dir zur Ehre.
Vertreibe die Heere tollwütiger Hunde, lass keine Gnade walten.

Kein Ende ist in Sicht für die Beseitigung der alten Feinde,
als letzter geht man selbst von Bord, bevor das Schlachtschiff sinkt
mit Mann und Frau und Maus. Heraus, Heroen, zur entscheidenden Schlacht,
Gewalt löst jedes Problem. Außer, ähm, naja, dem Problem der Gewalt.
Aber darüber wird noch gestritten.


Dienstag, Dezember 31, 2013

Renaturierung


Der Kommissar hat neuerdings verfügt,
dass das Bakterium Yersinia Pestis wieder
eingesiedelt wird. Es ist natürlich,
bio und organisch
und wird in Rattenflohaufzuchtstationen
auf ein normales Gleichgewichtsverfahren
eingestellt.
Zum Wohle dieser Welt.




Sonntag, Dezember 29, 2013

Luxusproblem


Ob ich trödle oder eile
oder in der Nase pule -
Immer diese Langeweile.

Ob ich baumle an dem Seile
oder sitze in der Schule,
ob ich trödle oder eile,

an den Gitterstäben feile
oder um die Liebste buhle:
Ständig diese Langeweile.

Ob ich hacke mit dem Beile
oder mich in Poolen suhle,
ob ich trödle oder eile,

ob ich krank bin oder heile,
ob ich schlafe in der Schule:
Dauernd diese Langeweile.

Ob ich horte oder teile,
ob ich stresse oder coole,
ob ich trödle oder eile -
Ewig diese Langeweile.



Samstag, Dezember 28, 2013

Abgebogen


Zerbrechen Scheiben scharfe Splitter
fallen in Kaskaden aus der Höhe
auf die Füße kommt hier keiner mehr,
perlengleiche Glittertöne.

Scherben auf die Wege
um die Saiten umzuleiten
war es früher schon zu spät
zu falsch gestimmt.


Sonntag, Dezember 08, 2013

Spaß ohne Boden


Die Gedanken geschickt
in den Winterschlaf versetzt
heißt Aufschub der sicheren Wende
zum gemütlichen Niedergang
geht es immer steil hinauf
nur kommst du unten an, fall weiter
im Text steht einiges zu lesen
über den Zeilen trommelt eine neue Zeit
vergeht sich an den Zeigern
und diskriminiert dich.


Freitag, November 22, 2013

Kennst du das Land


Kennst du das Land, das Hightech ex- 
und Menschen mit Problemen importiert?
In dem gejammert wird auf Weltniveau?
Es ist dort so, weil es nur so sein kann.

Man betreibt dort Maschinen mit Glühwürmchenstrom
und angstbewehrt ruhn Wald und Flur.
Man nimmt sich den Dampf aus den Segeln
und dreht sich Stricke durch die Rechnung.

Lachmacher haben Spaß ohne Boden,
der wird nach strengem Maßstab gerecht verteilt
vom Minister für An- und Zuführung
in die ewigen Abgründe.




Gefühlte Inflation 9


Letztes Jahr konnte ich mir einen ganzen Weckmann leisten.

Dienstag, November 19, 2013

Ein ordentlicher Kaufmann


Seine Bücher sind ok, die Saldi stimmen,
die Einfuhr- und die Ausfuhrzölle sind im Vorhinein bezahlt.
Die Preise, die er aufruft, sind gewiss ein wenig hoch,
doch höher ist sein Risiko.
Seine Kunden kennen die Gefahr,
der er sie aussetzt und setzen doch auf ein Gewinnen.
Kurz vor Lampedusa verklappt er seine Ware über Bord
und lässt sie schwimmen.


Sonntag, November 17, 2013

Liedermacher


Müde junge Männer träumen von Problemen,
die sie gerne hätten.
Sie wohnten mit Gitarren in Manhattan
und hätten Depression wie Leonard Cohen.

Ihr selbstbezügliches Genöle und Gewäsch
klingt ihnen harmoniebeseelt durch Ewigkeiten.
Sie haben sich reinkarniert als Johnny Cash
und wollen als der neue Dylan in den Sunset reiten.

So stopf noch mehr Probleme in die Zeile,
du Poet, und zeige mit dem Finger auf die Wunde.
Tu aller Welt von ihrem Missstand Kunde,
das Publikum erträgt dich auch noch eine lange Weile.



Mittwoch, November 13, 2013

Gerechte Weltordnung


Ständig hocken sie zusammen, konferieren,
keine Ahnung, welches Thema gerade Mode ist,
doch sie werden es gewiss zu Tode diskutieren.

Und das werden sie genauestens protokollieren,
denn es droht der Ablauf einer allerletzten Frist.
Immer hocken sie zusammen, konferieren.

Will die Welt denn wirklich nicht kapieren,
ist wohl jeder nur noch Fatalist?
Das könnte man gewiss zu Tode diskutieren.

Man müsste die Probleme noch genauer formulieren,
es fehlt an Führung. Wo bleibt bloß der große Alchimist?
Noch immer hocken sie zusammen, konferieren.

Wenn jetzt nicht bald, so werden wir krepieren!
So tu und kämpfe, schaffe, werde Aktivist!
Und mach gewiss, dass wir gerechte Tode diskutieren.

Die neue Ordnung kann jetzt aufmarschieren,
der größte Hahn kräht lauter auf dem Mist.
Und ewig werden sie zusammenhocken, konferieren
und sich selber nicht zu Tode diskutieren.


Montag, November 11, 2013

Einladung


Wir möchten euch für nächstes Wochenende gern zum Abendessen laden
und fragen an, ob ihr noch alles essen wollt und trinken dürft.
Oder ob der Duft von mettgefüllten Kohlrouladen
euch beleidigt und ihr nur noch fair gebraute Limonade aus dem Ökoanbau schlürft?

Natürlich gäbe es auf Wunsch auch vegetarisch,
indisch, mexikanisch oder arisch,
Moleküle von gedachtem Obst frutarisch.
Nach welchem Ritus sollen wir das Mahl bereiten?
Müssen wir den Herd von links nach rechts umschreiten?
Welcher Ethos soll uns für den Einkauf leiten?

Bestimmt hat einer von euch absolute Allergien
gegen irgendwas geschmort in rotem Wein,
muss dann speiend von der Tafel fliehen.
Wir lassen das mit dem gemeinsam Essen besser sein. 


Freitag, November 01, 2013

Auch Tiere haben Rechte


Geh Tiger umarmen, schwimm mit den Haien,
lass dich von Quallen betatschen.
Quatsch mit den Bären und säusel mit Schlangen.
Lach mit den Drachen und drechsel mit Echsen
Skorpione. 
Reiher mit Geiern und feier die Schönheit
der Natur. Mücken und Läuse, Wanzen und Mäuse,
Ratten im Schatten und was hatten wir noch nicht?
Bakterien, denen es an Sichtbarkeit gebricht.
Zum Schluss dann die Würmer, die Käfer und Maden
für toten Mensch im Fladen=
brot.


Donnerstag, Oktober 31, 2013

Verdrossen


Bald steht die neueste Regierung im Regal,
die wirklich alles anders machen wird.
Das ist mir aber so was von egal,

denn was passieren wird, ist wieder marginal.
Der nächste Viehdieb spielt sich auf als Hirt
und stellt sich seine Beute ins Regal.

Die Show ist immer schon phänomenal,
ein Schwarm von buntbefrackten Vögeln schwirrt
umher. Doch ist mir das egal.

Ich stelle mich ans nächste Urinal,
wer säuft, der pisst, so spricht mein Wirt.
Bald pisst die neueste Regierung ins Regal.

Final fatal, es fehlt, so scheint es, an Moral,
damit sich dieses Land nicht im Morast verirrt.
Vielleicht ist mir ein solches aber auch egal.

Wer lauter schreit gewinnt, das ist banal,
wer Fragen stellt, der wirkt verwirrt.
Bald steht die neueste Regierung im Regal,
das ist mir aber wirklich so was von egal.


Samstag, Oktober 26, 2013

Planwirtschaft




Die oben sind, die wissen, was wir brauchen,
und ob wir fettig essen dürfen oder rauchen
oder ob wir linke Schuhe tragen müssen
an beiden Füßen.
Und zu den Feiertagen kommt ein Kommissar,
der uns erklärt, was an den Feiertagen unerträglich war
und warum wir für die Fehler büssen müssen
von denen wir nichts wissen.
So wird dem Letzten klar, sei er noch so bestusst,
wie sehr er, wenn auch unbewusst,
dem Feind des Volkes in die Hände spielt
und dass das irgendwie ins Lager führt.

Dienstag, Oktober 08, 2013

Horter


Manche sammeln Badewannen,
andere Gewicht,
Erfahrungen in Liebesdingen -
liegt mir alles nicht.

Unterhosen, Radzierleisten,
Zähne, Köttel, Gammelgeld?
Krümel, Asche, kleinste Teilchen:
ich sammle Stäube der Welt!

Hier, zum Beispiel, habe ich
ein wenig Al Capone.
Die Asche aus Persepolis,
liegt auf dem Balkone.

Unter dem Bett staubt Peter der Große.
Hinten im Buffet,
neben den Krümeln vergangener Reiche,
Atome von Caesars Toupet.

Kein Besen und kein Staubsauger
darf meine Sammlung stören.
Den Wischmopp hab ich weggesperrt,
vom Wedeln will ich nichts hören.

Was mir am besten gefällt,
am Sammeln der Stäube der Erde?
Dass ich, wenn ich einst nicht mehr bin,
Teil meiner Sammlung werde. 


Montag, Oktober 07, 2013

Erntedank


Ein leichter Wind aus Westen
löst letzte Nebelschwaden auf,
es duftet feucht nach Laub
und Fermentierung.
Noch sticht die Sonne nicht
ein letztes Mal. Auf Stoppelfelder
fliegen Krähenschwärme ein
zum Frühstück.
Ein bißchen Auge hier,
ein wenig von der Wange da.


Donnerstag, September 26, 2013

# Kitaaufruhr


Im Wunderwichtelkindergarten brennt der Wind,
der Rat der Zwerge hat den Erziehern die Erziehung entzogen.
Die Krabbelgruppe Antifanten
schnappt sich den als rechts bekannten
Prince-Kevin zur Orientierung im Sandkastenlager.
Der kleine Ali will sich nicht mehr gendern lassen,
die Eisbärengruppe schmeißt die getöpferten Tassen
mit der Hand voll vor die Wand.

Um das Land bunt aufzufrischen,
tun sie alle Farben mischen.
Voller Eifer mischt Heinz-Klaus,
leider kommt nur braun heraus.
Viola-Wilhelmina findet Möhreneintopf ungewöhnlich
und brutal. Das Vatermutteropfer-Spielergebnis ist final.
"Hinfort", schreit Fatima-Aysche, "kreische ich jedes Wort
in Esperanto. Wir kommen doch alle von dort."


Mittwoch, September 18, 2013

Neue Drogen braucht das Land


Was raucht dieser Steinbrück?
Das Zeug will ich haben
und Brüderle, komm tank mit mir,
Bussy-Riot-Nervenbier.
Dann bin ich schmerzensfrei wie Westerwelle,
dessen Pillen ich bestelle.
Und das Zauberpulver Angela
macht mir wie Gregors Stoff die Birne klar.
Kann saufen wie ein Wagenknecht
und fix mir Trittin, rein und echt.
Was hält die Claudia parat,
ein Sonne, Mond und Sterne-Präparat?

Alles in den Mixer geben,
mixen, reinziehn, besser leben.
Die Rechnung zahle ich dann spater,
beim Vater aller Kater.


Freitag, September 06, 2013

Spätsommer 2013


Seit Wochen in Sandalen, kurzen Hosen,
braungebrannt, obwohl man niemals in die Sonne geht.
Die Sterne stehen richtig, ein Leben ohne Uhr.
Zart hingetupfte Federwölkchen huschen
am Himmel dahin. Die Scheunen sind gefüllt,
die Bäume hängen voller Obst wie lange nicht.
Man macht sich abends fein für einen Bummel 
durch die Stadt. Die Welt scheint bereit
für den nächsten großen Krieg.