Er geht ans Telefon, bevor es schellt,
hat er die Antwort fertig: Nein!
Ich will noch Glas im Container sortieren,
ich stanze Konfetti aus altem Papier.
Wer tackert wohl die welken Blätter wieder an die Bäume?
Barbaren haben die Anstalt übernommen,
Klüngelpitter prügeln sich um jedes Klümpchen Blech,
dabei sind noch Berge von Plastik zu bündeln
und Essensreste aus Eimern zu kratzen.
Am Abend schaut er alte Filme auf Tapeten
im Flur läuft ein Streifen über
apokalyptische Anfälle
alleine zu Haus.
Virtuelle Schublade für Bilder, Gedichte, Geschichten, Links und Zeug. Impressum: Rolf Menrath, Scheffelstr. 28, 47057 Duisburg, D
Samstag, Oktober 20, 2012
chen und lein
Dem Veilchen ist naturgegeben,
bescheiden vor sich hinzuleben.
Für sich denkt es, es wäre geil
es wäre groß. Ein Veil.
Noch oberhammergeiler:
es wäre lieber Veiler.
Doch fänd es es am geilsten,
sein Name wär "Am Veilsten".
Da lässt die Natur nicht mit sich handeln,
so muss es weiter als Veilchen wandeln.
Montag, Oktober 15, 2012
ver...
sie ist verhörig geworden mit den jahren
kommt das sagt sie öfter mal was neues
nur nichts gutes sieht sie mehr ist da nicht
irgendwas gewesen hat sie gelesen
bevor danach kam hat sie noch gerochen
am puls mit knotigen fingern die enkel
aus pullis gepult und nach der schule gefragt
zerbrechen die stimmen im kopf
Samstag, Oktober 06, 2012
Bei Osmans unterm Teppich
Familie Schmitz hat ein Problem. Ein Teil der weitverzweigten Sippe, die Schmitzisten, will zu den Wurzeln zurück und verlangt, dass alle Menschen nach den Regeln des alten Testaments leben sollen. Diese Forderung versuchen die Radikalen durch Mord, Einschüchterung, Unterwanderung und Terror durchzusetzen, Gesprächsangebote lehnen sie rundweg ab. Die Schmitzens sind verzweifelt, alle Welt zeigt mit dem Finger auf sie, der Ruf ist ruiniert. Da liest Mutter Schmitz in ihrer Tageszeitung einen Bericht über den "Tag der offenen Moschee" am 03.10.2012. Dort steht, der gegenwärtige Sprecher des Koordinationsrates der großen islamischen Verbände, Erol Pürlü, wolle "..helfen, das Bild des Islam in der Öffentlichkeit zu verbessern".
Holla, denkt sich der Schmitz'sche Familienrat, die haben doch ähnliche Probleme wie wir und deren Ansatz scheint zielführend. Also wird ein Beratungsgespräch mit dem Dialogbeauftragten des konservativen Verbandes der islamischen Kulturzentren (VIKZ) verabredet.
"Leute", sagt Erol bei Tee und Gebäck, "ihr müsst zunächst klarmachen, dass der Schmitzismus mit Schmitz nix zu tun hat. Die haben das richtige Buch falsch verstanden, daran ist aber die Gesellschaft schuld, weil sie denen nicht genügend Bildung hat zukommen lassen. Erster Punkt ist also Schuldzuweisung und Einfordern von mehr Möglichkeiten.
Zweiter Punkt ist die Korrektur des Blickwinkels: nicht der Schmitz an sich ist verkehrt, sondern seine Darstellung in der Öffentlichkeit. Gut, wenn man die Nachrichten sieht oder hört, tauchen immer wieder Störenfriede auf, die eurer Familie zugeschrieben werden. Ihr müsst das als Schreibfehler zurückweisen und die Überbringer schlechter Neuigkeiten zu deren Urhebern erklären.
Drittens darf nicht jeder Schmitz unter Generalverdacht gestellt werden, jeder ist genau so anders wie die anderen. Wenn ihr das oft genug betont und es schafft, die Erwähnung eures Namens im Zusammenhang mit üblen Geschehnissen zu unterbinden, wird sich die Öffentlichkeit mit euch vereinen. Ihr braucht dann gegen die Schmitzisten nichts zu unternehmen, was euch persönlich in Gefahr brächte und könnt die Zugeständnisse der Gesellschaft an ihre Forderungen genießen.
Zudem solltet ihr stets bemüht sein, eure eigentlich privaten zu öffentlichen Problemen zu machen, auf dass Müllers und Meiers aufhören, bei euch nach Fehlern und stattdessen diese bei sich selber zu suchen."
Pürlü, dachte sich darauf Frau Schmitz, könnte ich morgen auch mal wieder kochen, Multikulti ist irgendwie lecker.
Sonntag, September 30, 2012
Spötterdämmerung
Da schwoll dem Führer mächtig die Krawatte
und auch der Duce war nicht amüsiert.
Denn was der eine wie der andre gar nicht gerne hatte:
wenn wer ihn karikiert.
Auch keine Gaudi kannte der Caudillo,
wer ihn verarschte, rauchte bald sein letztes Zigarillo.
Dem Mao und den roten Khmer
war Spaß ein Gräuel. Sogar sehr.
Die Päpste akzeptierten keinen Spott,
da glaubten sie sich im Verein mit Gott.
Wer Stalin irgendwie ironisierte,
der verschwand. Was dann passierte,
ist bekannt. Will man den Platz in dieser Welt behaupten,
so greift man flugs zum füsilieren.
Der Sultan ließ die Gegner gern enthaupten.
Das könnte uns in Zukunft auch passieren.
Sonntag, September 16, 2012
Der Außenministergerät
Wenn Westerwelle erst mal entscheidet,
dann reichen die Konsequenzen weit.
Woran er am meisten leidet
sind Hader und Streit.
Er nimmt sich die Bösen zur Brust
und redet ernsthaft mit denen:
Du, darauf hab ich echt keine Lust.
Irgendwie verspür ich ein Sehnen
nach Dialog und Einigkeit.
Der Anfang ist der Start vom Beginn.
Wo bleiben Spaß und Heiterkeit?
Wir teilen uns dann den Gewinn.
Du bleibst in deiner Ecke,
ich werde dir sicher nichts tun.
Wenn ich mich hinter Hülsen verstecke,
dann lassen wir den Zwist einfach ruhn.
Montag, September 03, 2012
Kleinunternehmer
Welch ein Leben, nichts als rackern,
schuften, plagen, knechten, ackern.
Dann diese miese Zahlungsmoral,
Globalisierung, mir bleibt keine Wahl
als mich selber auszubeuten,
Krisenglocken hör ich läuten -
Moment mal, Glocken wiegen doch recht viel,
für einen Metalldieb ein lohnendes Ziel.
schuften, plagen, knechten, ackern.
Dann diese miese Zahlungsmoral,
Globalisierung, mir bleibt keine Wahl
als mich selber auszubeuten,
Krisenglocken hör ich läuten -
Moment mal, Glocken wiegen doch recht viel,
für einen Metalldieb ein lohnendes Ziel.
Mittwoch, August 22, 2012
Radschüttel
Ich such nach einem Schattenplatz
für meinen völlig platten Schatz.
Ihn schmerzen seine Reiterwadeln,
er kann so nicht mehr weiterradeln.
Man müsste einen Bus finden,
er möchte sich den Fuß binden.
Doch heißt es also: “Weiter, Herden”.
Das kann ja noch heiter werden.
Der moderate Taliban (Remix)
Wie jeden Morgen fährt der moderate Taliban
mit dem Jihad 500 ins Büro. Er trägt
den feschen Turban Marke Ali Boss,
und träumt vom neuen Mahmud-Benz-Coupe.
Sein Job ist schwer, er soll aus tausendeins Verboten
fünfhundertundeinhalbes machen, dabei keines ändern.
Zum Mittagessen gibt es Dialog mit Reis,
Europa kommt vorbei. Der Rest ist für die Frauen und die Kinder.
Natürlich dürfen Muttis lesen. Den Koran
gibt es im Dünndruck auch für Damentäschchen.
Die jüngste Tochter könnte manchmal in die Schule gehn,
wenn sich denn eine fände, die nicht gerade brennt.
Man köpft in Zukunft halb und hängt ein wenig auf,
mit Kieselsteinchen wird ab jetzt geworfen.
Die Viertfrau soll zumindest dreizehn sein,
man ist ja schließlich ziemlich moderat.
Am Abend dann ein Pfeifchen Grass,
ein Gläschen Scholl-Latour und vor der Bettzeit noch
ein Tässchen Käßmann-Tee.
Das renkt sich alles ein, ihr werdet es noch sehn.
Manche Leute haben echte Probleme
Mein Zahnarzt hat mir das Gebiss vermessen
und dabei die ganze Zeit davon geredet,
wie Tee und Kaffee, Rotwein, gutes Essen,
besonders süßes, saures, jeden, aber jeden
Zahn im Lauf der Jahre aus dem Garten Eden
treibt und wie die Höhe solcher Schäden
ihn zur Verzweiflung bringt:
Da kann man die Sanierung oft auch ganz vergessen!
Und wie er abends müde, grußlos, mit dem Tagesärger ringt.
Nachrichten aus der Zukunft
Gün/Der Tag
Duisburg, 22.04.2034
Von unserem Korrespondenten Moustapha Al-Schmitz
Bundeswehr stellt Ordnung her
Nachdem es in der letzten Woche während des Aufgrillens im Böninger Park zu Handgreiflichkeiten kam, als sich vermehrte Beschwerden wegen der Verbreitung von Schweinsmolekülen erhoben und sich handgreifliche Auseinandersetzungen über das gesamte Stadtgebiet verbreiteten, kam es gestern früh gegen 11:11 zu erheblichen Ausschreitungen, den so genannten Grillaufständen. Eine bisher unbekannte Gruppe namens Barbeque-Bandidos, unbestätigten Meldungen zufolge eine Unterabteilung der berüchtigten Grill-Guerilla, stürmte plündernd und brandschatzend das Rathaus. Der Oberbürgermeister Muhammad Haji Sauerland konnte der aufgebrachten Meute nur durch einen Sprung aus dem Fenster seines im ersten Stockwerk gelegenen Büros entkommen, wobei er sich eine ernste Bartverletzung zulegte, welche in der Düsseldorfer Uniklinik behandelt wird. Er befindet sich außer Lebensgefahr.
Ein geplantes Schweinenackenattentat auf den Kalifen von Marxloh, Mehmed Meyer-Menderes, konnte durch ein beherztes Eingreifen der neugegründeten Abteilung zur Niederhaltung abweichenden Verhaltens beim Sonderministerium in letzter Minute abgewendet werden. In einem durch die vermutlichen Täter angemieteten Lagerhaus wurden zahlreiche abgelaufene Würstel, Kottelettes, Bauchspeckgürtel und mehrere Fässer voll Schweinsgülle sichergestellt, die zur ordnungsmäßigen Vernichtung den zuständigen Ämtern übergeben wurden. Es bestand deren Angaben zufolge zu keiner Zeit eine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung.
Nach ernstzunehmenden Ankündigungen der autonomen "Duisburg in den Rhein"-Aktivisten, die damit drohten, Deiche zu sprengen und sämtliche tiefergelegenen Gebiete den Fluten zu überantworten, besetzte gestern die dritte Brigade des Heimatschutzheeres wichtige Knotenpunkte und schritt zu ersten Verhaftungen. Sämtliche Rädelsführer seien aus dem Verkehr gezogen, verlautete es aus gewöhnlich zuverlässigen Kreisen. Unbestätigt sind Meldungen, nach denen es zu rätselhaften Selbstmorden gekommen sein soll, vermutlich handelt es sich um Opfer der gemeinen Schweinepestilenz A.
Der Erzpräses der ök(o)umenischen Kirche Rheinruhr, Martin(a) Paulus-König, rief zu Ruhe und Besonnenheit auf. "Wir müssen uns verändern, um den Anderen aus seiner Andersartigkeit zu befreien", erklärte er während einer Pressekonferenz in der Imam-Salvator-Kirschee. "Toleranz ist gerade auch und besonders wichtig da, wo es um kritisches Hinterfragen und, besonders wichtig, Verändern von eigenen Dogmen, Vorstellungen und Verhaltensweisen geht. Grenzen zu setzen grenzt immer auch irgendwie ein oder aus."
Erste Maßnahmen der zuständigen Behörde zur Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung, zur Verhinderung des Lasters und zur Aufrechterhaltung der Tugend beinhalten: Kennzeichnung von Stätten, Personen und Transportmitteln des Umgangs mit Sus scrofa domestica, insbesonders Produkten, Derivaten, Atomen und Molekülen solchselbiger in Verbindung mit Zucht, Mast, Schlachtung und Inverkehrverbringung sämtlicher Produkte, Derivate, Atome und Moleküle oben genannter mittels geeigneter Verfahren. Speziell ist das dem Verzehr der Produkte dienende sogenannte "Grillen" und "Braten" der im Bundesgesetzblatt 13/22-A-15 näher bezeichneten Bestandteile dienende Verfahren des geruch- und rauchlosen Herstellens verzehrfähiger Bestandteile von Haus- und wildschweinen vermittels des patentierten Rauch- und geruchlosen Verfahrens zur hitzebezogenen Zubereitung schweinischer Produkte in geschlossenen Schutzräumen anzuwenden, besonders unter Berücksichtigung einer energieschonenden Vorgehensweise.
Die amtierende Vilayetkanzlerin Ayshe Brandkohl gab in einem Kurztwitterview mit dieser tweetschrift ihrer Hoffnung Ausdruck, dass nun "aller Zwietracht ein Ende bereitet sein möge und Diskriminierung, Vorurteile und das Streben nach Ungerechtigkeit und Bevormundung ihren Platz in der zuständigen Mülltonne der Geschichtsschreibung finden werden."
Montag, August 20, 2012
Zum Geburtstag
Schenkt mir bitte keine Blumen,
schenkt mir lieber ein Gewehr,
noch dazu ein paar Granaten,
Feldhaubitzen, Hacke, Spaten
und dann wünsche ich mir sehr,
ach, was soll der Geiz, ein Heer
gnadenloser Friedenmacher.
Diese Welt ist ungerecht,
nur Gelaber und Geschacher
und den Falschen geht es schlecht.
Die Fairordnung lautet nun,
jene künftig zu fairtreiben,
die, fairteilend, nur fair tun
(wer fairhungert, darf fairbleiben).
Doch die, die sich im Ungefair fairstecken,
sollen fairdursten und fairrecken.
Samstag, August 11, 2012
Sex-App
Ich hab mir gleich die neue Sex-App aufs Gerät geladen,
es bebt der Sessel und es zucken Waden.
Doch kurz vorm Höhepunkt verlischt das Licht:
Es hält der Akku nicht, was der Prospekt verspricht.
Auch weiß ich nicht, wie man verhindert,
dass eine etwaige Schwangerschaft die Freuden mindert.
So habe ich mein Smartphone eingetütet,
was wiederum ein Feuchtgefühl verhütet.
Man wird mich wohl dereinst vor einem kleinen Bildschirm finden,
mit tauben, blutenden und blinden
Daumen, Fingerspitzen:
Verschied im Bette nicht, verstarb im Sitzen.
Sex sells
Saugt der Alte an der Fluppe?
Sie kocht Beates Gummipuppe.
Ist der Gatte mal nicht willig,
Lidl hat die Gurke billig.
Zeigt die Gemahlin keine Lust,
kauf dir bei Aldi Putenbrust.
Versagt im Bett stets der Gemahl?
Finde Ausgleich bei Real.
Hat sie gar nichts mehr in petto?
Schlummertrünke gibts bei Netto.
Das Kaufland bietet ihm und ihr
nachhaltige Kaufplaisir.
Dienstag, Juli 31, 2012
Vom Balkon
Die Sonne sengt sich durch den Sonnenschirm,
das Männertreu ganz vorne auf der Brüstung hat gelitten unterm Dauerregen
und Hummeln stürzen sich gleich Kamikazefliegern auf Cosmeen.
Die Löwenmäulchen haben einen höchst subtilen Duft.
Man muss schon nahe rangehn mit der Nase,
dann sieht man, wie Marienkäferlarven der Blattlaus ihre Existenzberechtigung entziehn.
Die Hähnchenschnitzel für den Grill sind fertig mariniert, nur noch ein wenig Koriander, Schnittlauch, Petersiliengrün für den Salat.
Es gibt gekühlte Bionade, Fassbrause oder reinen Wein ins Glas
und keine News zur vollen Stunde aus Aleppo und Athen.
das Männertreu ganz vorne auf der Brüstung hat gelitten unterm Dauerregen
und Hummeln stürzen sich gleich Kamikazefliegern auf Cosmeen.
Die Löwenmäulchen haben einen höchst subtilen Duft.
Man muss schon nahe rangehn mit der Nase,
dann sieht man, wie Marienkäferlarven der Blattlaus ihre Existenzberechtigung entziehn.
Die Hähnchenschnitzel für den Grill sind fertig mariniert, nur noch ein wenig Koriander, Schnittlauch, Petersiliengrün für den Salat.
Es gibt gekühlte Bionade, Fassbrause oder reinen Wein ins Glas
und keine News zur vollen Stunde aus Aleppo und Athen.
Dienstag, Juli 17, 2012
Endlich nichtdichter
So mancher denkt, er wäre nicht mehr knusper,
(nicht er, nein der, auf den sich dieses hier bezieht),
doch mir gefallen seine alten Muster.
Ich mag den Bastard billig und gemein,
auch wenn er nicht ganz sauber ist,
der kleine Reim.
Ave, canis
Das menschlich-allzumenschliche ist eitel,
so greift er Hammer sich und Beitel,
graviert der Menschheit in den Scheitel:
So ging das nicht und geht das niemals weiter!
Er leidet nicht an solchen Tagen gleich dem Hund,
er frisst sich an der eigenen Distanz gesund
und scheint die Welt auch noch so kunterbunt:
Er war und ist und wird gescheiter.
Freitag, Juli 13, 2012
Nachhaltige Finanzpolitik
Runter auf die tiefsten Sohlen
fährt der Wolfgang, Kohle holen.
Fleißig macht er Loren voll,
schneidet, kratzt und hackt wie toll.
Sechzehn Tonnen sind sein Soll.
Euroabbau ist sein Leben -
drohend knistern morsche Streben.
In Schacht achtzehn, zwischen Hammel=
sprüngen und Gegammel
alter D-Mark wächst der Bammel.
Denn die Lage untertage
ist marode, keine Frage.
Soll "Glück auf" sich weiter lohnen,
braucht es viel an Subventionen.
Keinen wird die Krise schonen.
Und so fährt der alte Kumpel
mit dem Aufzug, pumpelrumpel,
in sein Flöz und rumpelpumpel,
rollt er vorwärts. Schaben, schaben,
dass wir reichlich Euro haben.
Grus Grus
Der Kranich sprach zur Krandu: hier,
nimm diesen Ring. Dann heißt's Kranwir.
Die Holde sprach: Mein lieber Mann,
ich bleib doch lieber Solo-Kran.
Donnerstag, Juli 12, 2012
Latte
Wir sitzen rum und trinken Latte,
der schmeckt, als ob ihn schon mal einer hatte
und klicken uns ums Erdenrund.
Wir süßen blonden Prinzen und Prinzesschen
verdienen unser Esschen
mit irgendwas mit Medien und dem Mund.
Wie viele Feinde hast du bei Facebook?
Wer hat deinen Blog zerhackt?
Boykottiert man dich bei Twitter?
Sieht man dich auf Myspace nackt?
Schmeißt das Smartphone in den Hafen,
kleinen Gräfinnen und Grafen
steht ein Leben zu, ein Wert, dafür zu sterben
und heroisch in den Untergang zu gehn.
Natürlich sind Bilanzen schwierig zu verstehn:
Da müsste erstmal einer etwas haben, es zu erben.
Festival
Heut abend spielt beim Summerjam
der Reggaekönig Jammer-Sam.
Es singt der weise Rastamann
den Superhit “Run, Masta, run”.
Man soll uns rauchen lassen Weed,
dann rufen wir: "Mann, wassen Lied!"
Samstag, Juni 02, 2012
Die Müslibruderschwesternschaft tagt
Ein Heiopei von Occupy trägt seinen Sermon vor,
von dem man nicht ein Wort versteht, denn draussen johlt ein Chor.
Abgetakelte Fregatten, die gestern noch Schwestern waren,
liegen sich in ihren artgerecht gefärbten Haaren.
Und an der Resterampe lungert ein Rudel zerlumpter Gestalten.
Die Kommunarden verwalten vergesellschaftete Unterhosen
Punkt zehn Uhr. Danach verlosen wir das richtige Bewußtsein
zum kostenlosen Download auf gung-ho.de und reiten Schein=
ättäckchen mit roten Bäckchen in kompostierten Jäckchen.
Denn der Planet hat immer Recht und die Natur macht keine Fehler,
der Wähler fordert Betreuer für Betreuer für Betreuer und das
kommt reichlich teuer. Doch mit der Barfußdenkersteuer
steuern wir entgegen, erneuern wir, wogegen wir immer schon waren.
Es wird schlicht alles, was schlecht ist, verboten,
Gedanken werden renaturiert. Wir hobeln, schnibbeln, schroten,
bis das Sauerkräutlerbewußtsein regiert.
Donnerstag, Mai 31, 2012
Nachhaltiger Tourismus
Der Bär verlangt nach Bullrichsalz,
sein letzter Gast steigt hoch im Hals.
Entrüstet flieht der fromme Hai,
hast du kein Badezeug dabei.
Gern sind im Wüstensand gelitten
Touristen, vom Kamel geritten.
Wer Köpfe jagt, der braucht kein Geld,
nur, dass man seine Welt erhält.
Ist dir der Fortschritt oft zu kalt?
Verkompostier im Regenwald.
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