Virtuelle Schublade für Bilder, Gedichte, Geschichten, Links und Zeug. Impressum: Rolf Menrath, Scheffelstr. 28, 47057 Duisburg, D
Dienstag, Juli 17, 2012
Ave, canis
Das menschlich-allzumenschliche ist eitel,
so greift er Hammer sich und Beitel,
graviert der Menschheit in den Scheitel:
So ging das nicht und geht das niemals weiter!
Er leidet nicht an solchen Tagen gleich dem Hund,
er frisst sich an der eigenen Distanz gesund
und scheint die Welt auch noch so kunterbunt:
Er war und ist und wird gescheiter.
Freitag, Juli 13, 2012
Nachhaltige Finanzpolitik
Runter auf die tiefsten Sohlen
fährt der Wolfgang, Kohle holen.
Fleißig macht er Loren voll,
schneidet, kratzt und hackt wie toll.
Sechzehn Tonnen sind sein Soll.
Euroabbau ist sein Leben -
drohend knistern morsche Streben.
In Schacht achtzehn, zwischen Hammel=
sprüngen und Gegammel
alter D-Mark wächst der Bammel.
Denn die Lage untertage
ist marode, keine Frage.
Soll "Glück auf" sich weiter lohnen,
braucht es viel an Subventionen.
Keinen wird die Krise schonen.
Und so fährt der alte Kumpel
mit dem Aufzug, pumpelrumpel,
in sein Flöz und rumpelpumpel,
rollt er vorwärts. Schaben, schaben,
dass wir reichlich Euro haben.
Grus Grus
Der Kranich sprach zur Krandu: hier,
nimm diesen Ring. Dann heißt's Kranwir.
Die Holde sprach: Mein lieber Mann,
ich bleib doch lieber Solo-Kran.
Donnerstag, Juli 12, 2012
Latte
Wir sitzen rum und trinken Latte,
der schmeckt, als ob ihn schon mal einer hatte
und klicken uns ums Erdenrund.
Wir süßen blonden Prinzen und Prinzesschen
verdienen unser Esschen
mit irgendwas mit Medien und dem Mund.
Wie viele Feinde hast du bei Facebook?
Wer hat deinen Blog zerhackt?
Boykottiert man dich bei Twitter?
Sieht man dich auf Myspace nackt?
Schmeißt das Smartphone in den Hafen,
kleinen Gräfinnen und Grafen
steht ein Leben zu, ein Wert, dafür zu sterben
und heroisch in den Untergang zu gehn.
Natürlich sind Bilanzen schwierig zu verstehn:
Da müsste erstmal einer etwas haben, es zu erben.
Festival
Heut abend spielt beim Summerjam
der Reggaekönig Jammer-Sam.
Es singt der weise Rastamann
den Superhit “Run, Masta, run”.
Man soll uns rauchen lassen Weed,
dann rufen wir: "Mann, wassen Lied!"
Samstag, Juni 02, 2012
Die Müslibruderschwesternschaft tagt
Ein Heiopei von Occupy trägt seinen Sermon vor,
von dem man nicht ein Wort versteht, denn draussen johlt ein Chor.
Abgetakelte Fregatten, die gestern noch Schwestern waren,
liegen sich in ihren artgerecht gefärbten Haaren.
Und an der Resterampe lungert ein Rudel zerlumpter Gestalten.
Die Kommunarden verwalten vergesellschaftete Unterhosen
Punkt zehn Uhr. Danach verlosen wir das richtige Bewußtsein
zum kostenlosen Download auf gung-ho.de und reiten Schein=
ättäckchen mit roten Bäckchen in kompostierten Jäckchen.
Denn der Planet hat immer Recht und die Natur macht keine Fehler,
der Wähler fordert Betreuer für Betreuer für Betreuer und das
kommt reichlich teuer. Doch mit der Barfußdenkersteuer
steuern wir entgegen, erneuern wir, wogegen wir immer schon waren.
Es wird schlicht alles, was schlecht ist, verboten,
Gedanken werden renaturiert. Wir hobeln, schnibbeln, schroten,
bis das Sauerkräutlerbewußtsein regiert.
Donnerstag, Mai 31, 2012
Nachhaltiger Tourismus
Der Bär verlangt nach Bullrichsalz,
sein letzter Gast steigt hoch im Hals.
Entrüstet flieht der fromme Hai,
hast du kein Badezeug dabei.
Gern sind im Wüstensand gelitten
Touristen, vom Kamel geritten.
Wer Köpfe jagt, der braucht kein Geld,
nur, dass man seine Welt erhält.
Ist dir der Fortschritt oft zu kalt?
Verkompostier im Regenwald.
Mittwoch, Mai 30, 2012
Dienstag, Mai 29, 2012
Relativ (Egg by Ry)
Normal geht das im Leben schief,
was schiefgehn kann.
Dann sagt man sich: Ist relativ.
Und hebt den Kopf aus seinem Tief
und macht sich umso stärker dran.
Normalerweise geht was schief.
Man möchte toben, schreien, rief
am liebsten wo ganz oben an.
Dort sagt man nur: Ist relativ
gesehen überall der gleiche Mief.
Ob man in Marxloh wohnte oder Cannes -
Normal geht jedes Leben schief.
Ob man nun wachte oder schlief,
bescheiden war, auf Rache sann:
Das bleibt doch alles relativ.
Steht man zum Schluss vor seinem Chief
und fragt ihn: Machst du, Alter, Lan?
Sagt er: Normal geht jede Schöpfung schief,
doch ewig bleibt das relativ.
Montag, Mai 28, 2012
Auferstanden als Ruinen
In der Fabrik für krumme Nägel ruht die Produktion,
die Löhne sind rostig geworden.
Man trägt wieder kopflos unter dem Hut,
mit den Händen der Zeit am Hals.
Abreißerbanden beherrschen das Stadtbild,
sie schaffen eine neue Ordnung:
Hier gibt es Geld für nichts und bald auch
nichts fürs Geld.
Wir greifen ab und zu, weil es uns zusteht
brennt die Post ab, Gemütlichkeit im Minenfeld.
Ein Feuerwerk der Wut im Siechenhaus,
schlaflose Tage für ein Supermarktregal.
Die Geisterfahrer geben Widerworte -
ihr seid alle auf der falschen Spur
und denkt mit leerem Tank.
Egal

Ich wisch dem Bluthund seinen Arsch
mit rotem Hering aus der Spur.
Nur ungefähr entkommt ein ungenanntes Grauen.
Nun will ich bauen in ein etwas
vages, jawohl, ich wag es,
zu zimmern hoch und breit und lang.
Ich bin nicht bang
vor Missgefallen. Nur
verzeih ich keinem, der kein Verständnis
zollte, er möchte sich mehr Mühe geben.
Er könnte sich erheben,
denn was entstehen sollte
und was ich oder nicht wohl sagen wollte:
Erschütterung bewirkt kein Beben.
Mittwoch, April 04, 2012
Darüber ist Herr Grass sich selber nicht gewachsen
Günter hat Meinung wie andere Fieber,
mit letzter Feder spritzt er Tinte zum Poem.
Es nagt in seinem Innersten, wie am Baume der Biber,
die Wahrheit und die ist niemandem bequem.
Oh Zion, hör auf Günter und höre auf zu existieren,
weil er nur dann in Ruhe trauern will und kann.
Ja, muss denn erst was schreckliches passieren?
Seht, wie er leidet. Der arme Mann
kennt sich mit Blut und Boden aus,
er hat schon mal daran gerochen.
Und frisch gestrichen strahlt das alte Lügenhaus
und fruchtbar ist der Runzelsack, aus dem sie krochen,
die ewigen Freunde. Wer solche hat,
der jage sich gleich selbst ins Meer.
Dann nimmt der Günter sich ein neues Blatt
und schreibt darauf noch mehr und mehr und mehr...
Brief an die Eltern 1
Liebe Mami, lieber Papi,
danke für euren Brief von letzter Woche. Die zehn Euro kann ich gut gebrauchen, ich werde mir davon ein halbes Brot kaufen. Jetzt erschreckt bitte nicht, aber ich habe das Studium abgebrochen. Die Aussicht, die nächsten fünfzig Jahre Deutsch als Fremdsprache für Deutsche zu unterrichten, hat mich doch zu sehr deprimiert, auch weil es kaum mehr ein Zielpublikum gibt. Dennoch sind die sechs Semester nicht in den Sand gesetzt, sie haben mich befähigt, den Aufnahmefragebogen zur Ausbildung als staatlich geprüfter Vollbefugter derart fehlerfrei auszufüllen, dass ich eine Lehrstelle bekommen habe. Gut, ich werde die nächsten Jahre wenig verdienen, aber ich habe einen Platz im gesicherten Wohnen erhalten, werde vollverpflegt (kein Vergleich mit deinem Essen natürlich, Mami) und darf fast unzensiert im Zwischennetz surfen. Die medizinische Versorgung ist ausgezeichnet, wir werden täglich untersucht. Ich darf sogar weiter e-Joints rauchen.
Die Kameradschaft ist ausgezeichnet, ich habe schon einen Freund, Kevin Öztürk. Ich verbessere sein Deutsch, er mein Türkisch und abends spielen wir e-Tennis oder gehen in die I-Bar auf einen e-shake (keine Sorge, Mami, natürlich -L). Wir sind bislang die besten im Kurs "Wertstoffermittlung und Rückführung in den Wirtschaftskreislauf", ein geniales Programm. Wir begleiten als Kaumbefugte die Vollbefugten Ermittler bei Hausbesuchen. Hierbei werden im Haushalt befindliche Edelmetalle festgestellt, bewertet und eingesammelt. Die Besitzer erhalten ein Zertifikat, behalten dürfen sie je einen Ehering und ein Stück persönlichen Schmucks. Die personalisierten Zertifikate sind unbegrenzt gültig, nicht beleihbar und nicht verkäuflich. In persönlichen Notsituationen können die Bürger Anträge auf Rückgabe stellen, aber da es keinen offiziellen Markt mehr gibt für Edelmetalle, wird diesen nie stattgegeben.
Dies dient dazu, ungerechte Anhäufungen von Werten zu verhindern. Der Staat beleiht die eingesammelten Stoffe und finanziert damit das neu aufgelegte Betreuungsprogramm. Eine Hälfte der Bevölkerung betreut die andere, ein mal im Jahr wird gewechselt. Ihr könnt euch vorstellen, dass dies immense Geldmittel erfordert, darum ermitteln wir auch Aktien, Bargeldbestände und sonstige Wertgegenstände und verbringen diese in zentrale Sammelstellen, auch dies gegen Aushändigung von Zertifikaten und Berechtigungsscheinen zum Bezug von Barmitteln. Die meisten Bürger sind kooperativ, aber ihr könnt euch nicht vorstellen, wie renitent einige Zeitgenossen sind. Wir rufen dann das Kommando zur speziellen Befragung aus dem Bus vor dem Haus, die haben bisher noch alles herausgefunden. Für mich wäre das nichts, die Kollegen sind etwas ungehobelt.
Wenn es demnächst bei euch schellt, wisst ihr also Bescheid. Ihr könnt stolz sein, an diesem Programm mitzuwirken und unser Gemeinwesen zu stärken. Ich habe herausfinden können, dass eure Straße nächste Woche an der Reihe ist.
In meiner Freizeit habe ich noch einen Job als Vertreter für Versicherungen gegen Demenz, äußerst einträglich. Die Prämien sind moderat, allerdings habe ich inoffiziell erfahren, dass noch kein Versicherungsnehmer die zugesagten Leistungen angefragt hat. Ein wenig merkwürdig finde ich das schon, aber alles ist legal und wenn ich weiter so gut verdiene, kann ich mir bald ein e-bike leisten und eine Lizenz zur Benutzung staatlicher Straßen. Dann komme ich euch sicher besuchen.
Bitte grüßt Omi auch ganz herzlich und sagt ihr, dass ich inzwischen 24 und ausgewachsen bin und von daher der Pullover, den sie mir gestrickt hat, ein wenig zu klein geraten ist. Ich habe ihn der staatlichen Kleidervergabestelle zukommen lassen. Und fragt sie bitte, ob sie sich nicht gegen Demenz versichern lassen möchte. Ihr vielleicht auch?
Ich küsse und drücke euch herzlich,
euer Sohn Heinz-Ali.
Eine Woche im Leben von...
Montags ist der Vollidiot für ein Industrieverbot.
Dienstags ist er gegen Jetten, Autofahren, Zigaretten.
Mittwochs hört man ihn skandieren: Böse ist das Konsumieren!
Donnerstags, spätabends noch, trillert er am Baggerloch.
Freitags sieht man ihn auf Bäumen wütend schäumen,
Samstags demonstriert er gegen das und dies. Das Paradies
findet Sonntagsmittags statt, wenn er Protestversammlung hat.
Es müsste ihm doch irgendwie gelingen, die anderen zu seinem Glück zu zwingen.
Dienstag, März 20, 2012
Fahr Bus und Bahn, komm später an
Wer Milch im Rucksack hatte, hat jetzt Butter,
ein fetter Riese fliegt als menschliche Kanonenkugel durch den Bus,
die Schwangere ganz hinten wird zur Mutter
und wer bis jetzt kein Wasser lassen musste, muss.
Die Staben aus dem Buch, sie taumeln durch den Wagen,
am Handy trennt ein Mädchen sich von seinem Freund,
wer einen hat, dem rebelliert der Magen,
zwei alte Hippies streiten laut um einen Joint.
Der Seebär vorne fühlt sich wie im Sturm auf seiner Jolle,
aus Eiern werden Omelette,
derb fluchend gehen sich drei Prollos an die Wolle
und keiner, der nicht gern ein eignes Auto hätte.
Der Fahrplan, bloß noch unverbindliche Idee,
wer hat die Löcher in den Teer geschlagen?
Es tut im Portmonee wie auch im Körper weh,
der Nahverkehr zählt nun als achte zu den Plagen.
Montag, März 19, 2012
Tattoo der Herrschaft
Wer, aus welchem Grund auch immer, Münzen sammelt mit dem Schwerpunkt Naher und Mittlerer Osten, wird schnell feststellen, dass dieses Thema bei eBay USA im Bereich Mittelalter angesiedelt ist. Die einzige Dynastie, die sich jemals länger gehalten hat im islamischen Raum, ist die Osmanische. Deren Imperium wurde zusammengehalten durch äußerste Strenge im Inneren und ständige Expansion nach außen, ein immerwährendes Vordringen und Ausplündern der besetzten Gebiete, Überfälle, Vertragsbrüche und der
Verheißung von Terror bei Unbotmäßigkeit. Als es schließlich nicht mehr möglich war, genügend Sklaven, Silber und Gold zu erbeuten, ging das Reich unter, pleite.
Weltliche und geistige Führer dieser Imperialisten waren die Sultane, Nachfolger von Osman I. Ihre Beinamen sind bezeichnend, "der Eroberer", "der Betrunkene", "der Verrückte". Das Zeichen ihrer Herrschaft, in ganz Europa, auf dem indischen Subkontinent und in Arabien verhasst, ist die Tugra, ihr Namenszug in arabischer Kalligraphie. Sieht hübsch aus, lässt an tausendundeine Nacht denken, Istanbul bei Nacht und gibt es als Folienaufkleber bei eBay, als Uhr, als Wandtattoo, als Schlüsselanhänger.
In letzter Zeit sehe ich immer mehr Autos mit diesem Symbol auf der Heckscheibe, durchaus keine Kleinwagen und frage mich: was soll das? Warum gondelt jemand mit der Marke eines imperialistischen Raubstaates (man google Knabenraub, islamischer Sklavenhandel, Piraterie) durch meine friedlichen Gefilde? Unter diesem Zeichen wurden die Armenier ermordet, Generationen von Grenzbewohnern drangsaliert, "Ungläubige" zwangsbesteuert und jetzt fährt irgendsoein Heini damit spazieren?
Wer gegen rechts ist, gegen die Unterdrückung von Minderheiten und Frauen, gegen Körperstrafen und Willkür, der sollte spätestens im nächsten Stau hupen, wenn ein Anhänger der Reaktion vor ihm steht, mit dem Abzeichen eines menschenverachtenden Systems auf der Heckscheibe.
Ode an M.M.
Ich wäre gern dein Körbchenhalter
unter der gespannten Bluse
und ein Hauch von Schlüpferfalter,
lutschte liebevoll an deiner Buse,
griffest du mir nur inmitten
der Verkehrszeit in die Schritten.
Tief in deiner Kehle möcht ich wuseln,
mich an dir und dich an mir beduseln,
wollte dir im Hintern hummeln,
oktopussisch dich befummeln,
olfaktorisch dich beriechen,
über deinen G-Punkt kriechen.
Aber Weh erfahr ich heut,
du bestehst aus Zelluloid.
Fünfzig Jahre sind vergangen
und mein Traum scheint abgehangen.
Spaßgehabter
Ich wasch mir die Hände im Unglück der andern,
euch werd ich auch noch verrecken
sehen. Seite um Seite um Seite um
Saiten zerreißen, verbissen in Themen
zum Gähnen. Erregt euer Aufsehn alleine
sind wir gekommen, Kommune der schmutzig gemachten
Gedanken und jedes Ich ist gelogen.
Wunschtraumataxifahrer in kurzärmeligen Hosen
ziehn auf blinden Beinen, mit tauben Augen, stummen Ohren
auf für ein Land, das, JA, für sie geschlossen hat,
ganztags und -nachts in alternativen Quellwelten
findet sich jeder gesuchte als-ob-Beweis
steckt in der falschen Haut
ab ihr Idioten.
Samstag, März 10, 2012
Metamorphose
Einst war ein Mann mit einem Ding.
Ein Ding? Was für ein Ding? Ein Ding,
das runter bis zum Boden hing
und durch die Reibung Feuer fing.
Und weil der Mann an seinem Ding
wie auch das Ding am Manne hing,
so kaufte er sich einen Ring
und einen zweiten für sein Ding.
Sein Motto war: My thing is king.
Und als es dann ans Sterben ging
(er starb an einem Brathering,
es war am Ende vom Fasching)
da ward aus ihm ein Schmetterling
mit einem Ding. Ein Ding? Was für ein Ding?
Rennt hungrig
Seine Nase läuft sich dumm und wund
an zugehängten Spiegeln.
Er lacht die ganze Welt kaputt
und fragt sich selbst:
Wie heißen sie?
Von fremden Zungen aufgepeitscht
treibt er in einem Meer aus Regeln,
liest stammelnd, auf dem Rücken liegend,
aus dem Buch der Lesezeichen:
Die Dinge weinen sich nicht in den Schlaf,
so zieh aus Ziegeln eine lange, hohe Linie.
Die andern sind zu nah an seine Haut gebaut.
Samstag, Februar 11, 2012
Vergangenheitsvorhersage
Was zeigefingern die Propheten so betreten?
Mal wieder naht ein Untergang der Welt.
Denn eine Kommission hat sie darum gebeten,
orakelnd Tätigkeit zu mimen für ihr Geld.
Es stünde wohl der Menschheit an Verzichtung,
so heißt es gleich auf den globalen Konferenzen,
sonst droht ihr die umfassende Vernichtung.
Man setzt dem Homo anthropolosonstwie Grenzen.
Denn früher gab es noch ein andres Leben!
Das Klima war natürlich immer besser!
Wer nicht versteht, der ist ein Menschheitsfresser.
Das Individuum wird stetig größer, immer älter,
wer fleißig lesen kann, dem wird gegeben.
Vor dreißig Jahren hieß es: der Planet wird kälter.
Was zeigefingern die Propheten so betreten?
Mal wieder naht ein Untergang der Welt.
Denn eine Kommission hat sie darum gebeten,
orakelnd Tätigkeit zu mimen für ihr Geld.
Es stünde wohl der Menschheit an Verzichtung,
so heißt es gleich auf den globalen Konferenzen,
sonst droht ihr die umfassende Vernichtung.
Man setzt dem Homo anthropolosonstwie Grenzen.
Denn früher gab es noch ein andres Leben!
Das Klima war natürlich immer besser!
Wer nicht versteht, der ist ein Menschheitsfresser.
Das Individuum wird stetig größer, immer älter,
wer fleißig lesen kann, dem wird gegeben.
Vor dreißig Jahren hieß es: der Planet wird kälter.
Erinaceus europaeus (feat. Gretchen Darloni)
Frau Igel träumt, wenn sie sich paart, von einem Partner, der behaart ist,
zärtlich, liebevoll und rein. Nicht wie ihr Heinz, das Heckenschwein
Erinaceus europaeus: Frommer Wunsch
Herr Igel träumt, wenn er sich paart,
von einer Partnerin, die zart bestachelt ist und nicht
beim Akt ihn mit was Spitzem sticht.
"Ich will", gesteht er leicht geniert, "dass sie sich täglich blankrasiert." (Gretchen Darloni)
Ihr Pieksen macht die Igel krank, da ziehn sie die Rasierer blank
Elektrisch, nass und Epilierer, wer jetzt noch sticht, gilt als Verlierer
Doch sind sie unbestachelt bleich und optisch einem Nacktmull gleich.
Was klug sie zu verhindern wissen, bekleiden sich mit Nadelkissen.
Frau Igel träumt, wenn sie sich paart, von einem Partner, der behaart ist,
zärtlich, liebevoll und rein. Nicht wie ihr Heinz, das Heckenschwein
Erinaceus europaeus: Frommer Wunsch
Herr Igel träumt, wenn er sich paart,
von einer Partnerin, die zart bestachelt ist und nicht
beim Akt ihn mit was Spitzem sticht.
"Ich will", gesteht er leicht geniert, "dass sie sich täglich blankrasiert." (Gretchen Darloni)
Ihr Pieksen macht die Igel krank, da ziehn sie die Rasierer blank
Elektrisch, nass und Epilierer, wer jetzt noch sticht, gilt als Verlierer
Doch sind sie unbestachelt bleich und optisch einem Nacktmull gleich.
Was klug sie zu verhindern wissen, bekleiden sich mit Nadelkissen.
Aspirinator
Mittwoch, Februar 01, 2012
Feierabendland
/>Der Präsident turnt als Hanswurstersatz durchs Land,
markiert mit Kreidezeichen sein Revier.
Interessant wie eine aufgerauchte Kippe in der Hand
und ein schon lange abgelaufenes Bier.
Eine Herde trojanischer Esel schreit Dissens,
Frohgemüter aus Waschbeton und Eternit:
Es bleibt nichts übrig als zu kuscheln im Konsens.
Die Diktatur der Harmonie nimmt jeden mit.
Die Damen und Herren der breiten Gesäße,
die Klaukraft der Bevölkerung, sie nehmen zu.
Wer einmal fraß aus dem Specknapfgefäße,
verbrät, was vergangen, im Hier und im Nu.
Tapeten wollen ewig kleben, man hängt so rum
und alle trinken Latte (den jemand schon mal hatte).
Ein Ziffernschubser nimmt Gerade nicht so krumm,
ein Zahlenspieler spielt belohntes Publikum
und Nummernschieber schieben sich dumm
und dämlich. Zum Pampern gibt es warme Watte.
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