Montag, Juli 16, 2007

Regularien



Ich lernte die Gesetze nur,
um sie gekonnt zu brechen.
Hielt offen die Verbote ein und
streng mich an gebotenes
Versprechen, stets ganz zu sein,
was ihr der Oberfläche glaubt.

So stieg ich tiefer, schiefer ging
es in und mit mir auf die Bahn.
Man meint, Verbrechen brächte
weise Regeln aus dem Lote?
Der sonnt sich froh im Glanz
der Schätze, der sie einfach raubt.

Kapow!



Man wäre gerne wie Bruce Lee,
Wham!
Sylvester Stallone? Auch nicht ohne,
Bam!
Gegen die Bonzen, als Charles Bronson,
Slam!
Wie Spidermann am Feinde dran,
Kazam!
Doch man hat nix von Professor X,
Damn!
Nur wie Thor kommt man sich vor,
Spam!

Mittwoch, Juli 11, 2007

Ratio



Ich sitze alleine am Tisch und trinke eine Flasche Vernunft
hat mich so weit gebracht, das, was ich fühle, zu bezweifeln
muss ich mein Handeln auf der Basis fehlender Informationen
sind niemals ausreichend an die Hand gegeben, zu erklären
wäre nicht, was passiert, sondern warum nicht etwas anderes
könnte genau so gut geschehen, damit ich tue, was ich will
ich nicht das tun, was ich soll, denn wenn es so wäre
die Flasche Vernunft auf dem Tisch niemals so leer.

Neue Bauernregeln



Ist der Juli kalt und nass,
macht der Sommer doppelt Spaß.

Bei 14 Grad und Dauerregen
der Bauer flucht, er ist dagegen.

Langsam wird der Bauer sauer,
seine Ernte? Ein Kahlauer.

Harte Arbeit, karger Lohn.
Der Bauer ruft nach Subvention.

Der Bauer sattelt um auf Schuster,
auf seinem Feld ists Zappenduster.

Dienstag, Juli 10, 2007

Strassenbegleitgruen, irgendwo an der A1



Vögel, die man noch nie hörte,
Blumen, die du niemals sahst,
singen, blühn am Rand der Straße,
nicht für den, der rast.

Summend brummende Insekten,
lautlos kriecht ein Wurm daher,
Wunder wächst im Unentdeckten,
neben dem Verkehr.

Einiges, das sonst verschwunden,
schauen wir nur ganz genau,
findet sich im Straßengraben.
Steht man still im Stau.

Montag, Juli 09, 2007

Davon



Reise mit mir an das Meer,
in die Berge, auf das Land.
Zahlen zähle ich nicht mehr.
Wie viel Körner hat der Strand?

Wir erfinden als die ersten
ein Gefühl für den Verstand
und verbrennen fremde Karten,
folgen Linien unsrer Hand.

Lass uns rauben die Reserven
einer Zukunft ohne Zeit.
Der Vergangenheit entwurzelt,
gehn wir still und kommen weit.

Wem soll seichtes Leben nützen?
Ohne Plan beginnt die Reise.
Werd ich mich, wirst du dich schützen,
stehlen sachte wir uns. Leise.

Mimosen



Du nahst dich zärtlich, um sie zu liebkosen.
Auf einmal zieht sie ängstlich sich zurück?
Nun stehst du da, in deinen kurzen Hosen,
und wünschst dich in ein andres Stück.

Du hast doch alles ganz genau besprochen.
War er beim zuhörn seelisch nicht zugegen?
Dann ist dir etwas innerlich zerbrochen.
Du wünschst dich dieser Sache überlegen.

Bezückend hin, berauschend her,
folgt Donner auf Geblitze.
Am Ende weiß wohl keiner mehr,
wer cool blieb in der Hitze.

Wunderwelt



Ich schnitz das Taj Mahal aus meinem Herzen,
legst du nur erst die große Mauer nieder.
Die Pyramiden brennen dir als Kerzen,
in Babylon häng Gärten ich voll Flieder.

Das Kapitol dient dir als Rumpelkammer,
ich kriech vor dir als Mausolos.
Bei Zeus, du schönster Tempel der Artemis,
wirst herrschen im Versailler Schloss.

Ich grab per Hand den Panamakanal,
nag dir den Eiffelturm in Lebensgroß,
aus bittrer Schokolade. Kolossal!
Dürft ich dir, Sphinx, nur einmal an den Schoß.

Dienstag, Juli 03, 2007

Inspiration



Du machst es schwer, sich in dir zu verlieren,
denn meistens sieht und findet man dich nicht.
Man dreht sich um sich, nimmt sich selbst das Licht.
Es ist nicht leicht, im Leerraum zu agieren.

Doch manchmal denkt man, dass ein klares Zeichen
zu sehen sei an einer kahlen Wand.
Zu hören glaubt man dich in wildem Rausch.

Man schlägt sich selbst als Ware vor im Tausch,
und endet stets mit einer leeren Hand.
Man sieht die Knochen in der Wüste bleichen.

Man möchte deine Wellen Schaumverzieren,
der Strand gern sein, an der die Strömung bricht.
Und endlich glaubt man sicher dich in Sicht,
da fängst du wieder an, dich zu radieren.

Ich werde alt



Ich will nicht hören, wie dein Porsche röhrt.
Und dein Pogeweih sollst du bedecken.
Es ist auch so, dass mich Musik in Bahnen stört,
die Liebespaare, die sich innig schlecken.

Dass dir Metall nach außen wächst, tut mir ja Leid,
dir wird noch Leid tun, wie dein Moped knattert.
Von deinem Liebeskummer weiß der Bus Bescheid
und alle sehn, dass Deine Wäsche an der Leine flattert.

Es ist, als müsste jeder lautstark sich bekennen,
wie viel an Weltproblemen in ihm steckt. Und noch
im tiefsten Mittagsschlummer öffentlich benennen:
Ich bin wie ihr. Ihr seid wie ich. Ein Arsch, ein Loch.

Mittwoch, Juni 27, 2007

Rtfm



Technik können alle Männer,
Handbuch ist nur was für Penner.
Oder aber für die Frau.

Knaben mögen gerne basteln,
lesen ist nur was für Spasteln.
Lerne bauen auf dem Bau.

Ahnung bringt zum funktionieren,
dabei hilft nur ausprobieren.
Schraube über? Kein Problem.

Motor ruckelt noch ein wenig,
bin ich oder ist der dämlich?
Nieder mit dem Theorem!

Abendsang




So hör nur, wie die Amseln singen,
hoch oben im Geäst.
Sie wollen uns zur Ruhe bringen.

Verspür in ihrem Lied das Klingen,
vom Tag, der von uns lässt.
So hör nur laut der Amseln singen.

Sie flöten Lob auf ihre Schwingen,
bald gehn sie in ihr Nest.
Sie wollen mich zur Ruhe bringen.

Ihr Lied von Wegen, die sie gingen,
dem Leben, ihrem Fest:
So hör nur, was die Amseln singen.

Ein Klang mag in die Ohren dringen,
der letzten Töne Rest.
Dich wollen sie zur Ruhe bringen.

Lass los, lass müde dich bezwingen,
wir halten sanft uns fest.
So hör nur, wie die Amseln singen,
sie wollen uns zur Ruhe bringen.

Sonntag, Juni 24, 2007

Mantra



Die Wurzeln des Übels,
die Wurzel der Übel,
die Wurzel des Übels,
die Wurzeln der Übel
unterpflügen.

Der Früchte des Übels,
der Frucht der Übel,
der Früchte der Übel,
der fruchtenden Übel
überlegen.

Das Übel der Wurzel,
das übeln der Wurzeln,
das Wurzeln der Übel,
das Wurzel-Übel
überwinden.

Freitag, Juni 22, 2007

Im Zwischenlicht



Seht in der Hecke
versteckte Gesichter.
Sie schauen herab,
sie spähen uns aus.
Hört auf den Dämon,
jetzt spricht er:
Ich komme heut nacht
in das Haus.

Die Geister könnt ihr
kaum erkennen.
Sie wandeln ständig
ihre Gestalt.
Wer nichts versteht,
kann nicht benennen.
Und namenlos
bleibt die Gewalt.

Die Welt als Maske,
dahinter die Dichte,
verzerrt sich zur
Unkenntlichkeit.
Wer jetzt nicht sieht,
dem scheint Geschichte
verzögert bis in
die Ewigkeit.

Donnerstag, Juni 21, 2007

Zwischenbericht



Wir könnten bei uns stehen,
im Lichterreich, im Zwischenlicht,
und im Vergehen bestehen.

Wir möchten einander begehen.
Wenn alles Nichts anbricht,
so sollten wir bei uns stehen.

Wenn wir uns im dunklen sehen,
im Schattengebiet, das nie zerbricht,
können wir gehend bestehen.

Was würde aus uns enststehen,
als das eine? Wissen wir nicht.
Bei uns bleiben wir stehen.

Was bliebe uns, um zu entgehen
dem Fluch als Flucht vor der Pflicht?
Vor der wir beständig vergehen.

Noch bevor wir uns versehen,
wächst uns ein drittes Gesicht.
Wir werden bei uns stehen
und im Vergehen bestehen.

Mittwoch, Juni 20, 2007

Prollanelle (Villanelle vom Arschgesicht im Wald)



Written by MACHTWORT & ruelfig

Was soll dein Gelaber bringen?
Handy aus du Arschgesicht.
Schnauze, wenn die Vögel singen.

Kurz davor dich umzubringen,
du versperrst dem Ohr die Sicht.
Was soll das Gelaber bringen?

Musst du hier um Worte ringen,
wo dich jeder hört, du Wicht?
Schnauze, wenn die Vögel singen.

Muss ich erst den Knüppel schwingen,
der dir die Visage bricht?
Was soll dein Gelaber bringen?

Stille will dir nicht gelingen,
dass du störst, das stört dich nicht.
Schnauze, wenn die Vögel singen.

Ich stopf dir dein blödes Dingen
in den Schlund und dann is Schicht
Was soll das Gelaber bringen?
Schnauze, wenn die Vögel singen!

Dienstag, Juni 19, 2007

Formel



Wenn einer dem andern im Verhältnis
von Gespür zu Verstand hoch Quadrat,
eingedenkend des Schnittes der Summen,
ist multipler Funktionsapparat -

wenn Teil der Menge von Eros und Pflicht,
ist größter gemeinsamer Zähler,
vermindert um die Potenzfaktoren,
dann macht das Liebe. Ansonsten nicht.

Montag, Juni 18, 2007

Beschwitzt



Ich sitz in meiner Soße und ich schwitze.
Schwitzend sitz in meiner Brüh ich vor mich hin.
Die Tunke tröpfelt mir aus jeder Ritze,
jede Ritze tröpfelt Tropfen ohne Sinn.
Das Denken ist zerschwitzt in dieser Hitze,
schwitzend schmilzt die Hitze Denken im Beginn.
Ich sitze in der Stippe, die ich schwitze,
in der Lake schwitzt ein Rest von mir dahin.

Politisch korrektes Abendessen / P.c. supper




Darfur - Platte
Darfur plate.

Donnerstag, Juni 14, 2007

Schutz und Schild



Überaus kleidsam, chic und bequem,
sehr modisch und gar nicht so teuer,
leicht tragbar, luftig und außerdem
voll abziehbar von der Steuer.

Maschinenwaschbar ohne Problem,
schützt es vor fremder Lenkung.
Das neue Gedankenabwehrsystem,
verschafft dem Blutdruck Senkung.

Die Einrichtung ist kinderleicht,
ein Versprechen der Ingenieure.
Man wird von außen nicht erreicht,
vom Denken, das etwaig störe.

Donnerstag, Juni 07, 2007

Im Schrebergarten



Oh, holde Sommerszeit!
Apfel mit Birne wächst um die Wette.
Bald ist es nun soweit,
ich mag die Ernte kaum erwarten.
Nur der fette Rentner aus dem Nachbarsgarten,
knurrt, befragt, wies geht: "Wieder einmal auf Diät."
Und während mich erneut besticht,
Chor der Vögel, Himmelsblaun,
für seine Frau und sich er bricht
einen frischen Streit vom Zaun.

Mittwoch, Juni 06, 2007

Die Gipfel




Da sitzen sie zusammen und besprechen
sich und uns und auch noch dies und dass
einer soll für die Beschlüsse blechen.

Mit großen Gesten, die ins Auge stechen,
bedeuten sie, dass Ende ist mit Spaß.
So sitzen sie zusammen und besprechen.

Die Worte sprudeln immerfort in Bächen,
verkündet wird der neueste Erlaß:
einer muss für die Beschlüsse blechen.

Möglich, dass die Fundamente brechen,
denn in den Tälern sammelt sich der Hass.
Da sitzen sie zusammen und besprechen

wie sie die Macht der Mächtigen zerbrechen.
Sie legen Brände in das welke Gras.
Einer wird für die Beschlüsse blechen.

So zäunen sie sich ein in ihren Flächen,
lauthals streiten sie und zanken sich um was?
Da sitzen sie zusammen und besprechen:
der andre kann für die Beschlüsse blechen.

Dienstag, Juni 05, 2007

Kopfsteinwerfer



Du bist dir gern ein Held
in selbstverliebten Posen.
Die Uniform ist schwarz
wie Rauch sind deine Hosen.

Obwohl - Braune Hemden würden dir besser stehn.

Wer hat denn dich zum Kampf bestellt,
dass du im Block marschierst mit festem Schritt?
Es knirschen nicht nur Gläser unter deinen Hufen,
du trittst den Geist der Freiheit mit.

Obwohl - hinter deine Maske kann man nicht sehn.

Glück ist ein einfaches Bild der Welt,
steckst du was an, dann brennt das länger.
Unter dem Pflaster liegt dein Verstand.
Du bist Protestlied ohne Sänger.

Obwohl - gehst du kaputt, wer will wohl mit dir gehn?

Poema interrupta (ab 18)




Dies ist ein schmutziges Gedicht.
In grellen Farben wird es explizit beschreiben,
wie Leib an Leib sich rasend bricht
und dann - das lasse ich wohl lieber bleiben.

Laut tönt hier hemmungslose Gier,
im dämmerigen Schummerlicht.
Wenn sie mit ihm und er mit ihr
und dann - das schreib ich besser nicht.

Es treibt ein Paar sich zur Ekstase,
erstrebt zum Schluß der Liebe Lohn.
Und dann - am Bettrand gähnt ein Plüschtierhase,
denn er und ihr kennt das wohl schon.