Montag, September 22, 2014

Geister


Die Außenhaut in Stücke gerissen,
schmeißt alles auf den Müll.
Die Irren prügeln sich mit den Bekloppten
wer recht hat
darf die Blumen entwurzeln
in den Kinderparadiesen,
in den andren Paradiesen
herrscht die Furcht
vor
den Karawanen, die weiter ziehn.

Wir sorgen uns solange um das Klima.

Donnerstag, September 18, 2014

Alternativlos


Gefesselt und geknebelt sitzt der Souverän
auf seinem Thrönchen,
trägt auf dem Haupt ein Lorbeerblatt zum Krönchen.
Die Mehrheit ist zur Minderheit mutiert.
So was passiert.
Man hat den Wähler lausig programmiert.
Bleibt ihm zum Wählen keine Wahl,
so wählt er die in großer Zahl.
Man wurde früher schon mal durchregiert.

Nun folgt vom Staatsbüro die Direktive:
Keine Alternative!

Montag, September 15, 2014

Auf dem richtigen Weg


Da pfeift man auf Erfolg und Geld, Karriere,
setzt auf Berufung, Wahrheit, Ehre,
ist rechtgeleitet Teil der Heere
die auf dem Weg zum Paradies die Fähre
zahlen mit dem Leben.
Als wäre eben nichts so wichtig als die Welt vor sich zu retten.
Man meint, man holt die einen aus den, legt die anderen in Ketten,
denn man ist jung und hat vor nichts Manschetten.
Und wenn es dann vorbei ist, dann schaut man verbiestert:
Man hat wohl nicht genug geriestert.

Montag, September 01, 2014

Challenge



Die I.S.-Challenge-Welle schwappt durchs Internet.
Hier heißts: Trenn dich von deiner Rübe,
konvertiere oder zahl dich dumm und dämlich.
Sonst kommen die Kollegen nämlich
und dann ist deine Zukunft eher trübe.
Jetzt bist DU nominiert, da hilft auch kein Verstecken unterm Bett.

Donnerstag, August 21, 2014

So ginge es doch auch



Was sollen Waffen in Krisengebieten?
Sie würden nur weitere Krisen schaffen.
Doch schafften wir Waffen in Friedensgebiete,
zum Beispiel Kanonen nach Helgoland,
Flugabwehrgeschütze zum Isarstrand,
belegten Kartuschen mit Dosenpfand,
errichteten einen Friedensinfostand,
der mit den überzeugendsten Argumenten
die vom Krieg überzeugtesten Kontrahenten
dazu brächte, dass man vom Kriege abließ-
wie schön wäre dies.

Montag, August 18, 2014

Kalischismus


Sie schaffen Nichts aus dem,
was mal gewesen ist
von geringem Interesse
geht ein großes Übel aus
und um den Kopf ein Banner ruft
zu maximalem Streit
für ab die Rübe
zum Besten des Volkes
hängt ein Schwert bereit.

Montag, August 11, 2014

Freie Forschung


Ein Kasperle mit Doktorgrad
seziert die Welt auf seine Art.
Vorher weiß er, was folgen muss,
so ist der Weisheit erster Schluss:
Der Mensch ist nichts,
Natur ist alles. Da hilft im Falle
eines Falles: alles verbieten
was die Termiten oder die Föhren
in ihrem Laufe etwa stören,
Blümchen, Läuschen, Wolf und Wanze
behindern könnte im ewigen Tanze,
garniert das Ergebnis von seinem Bemühen
mit Photos von explodierenden Kühen,
Viren, die ins Leere stieren
und dokumentiert in endlosen Serien
brutale Massaker an armen Bakterien.

Zusammengefasst gelangt er ans Ende:
Das Beste wäre, die Menschheit verschwände.
Zu ihrem eigenen Schutz.

Freitag, August 08, 2014

Infanten


Wir klatschen in die Händchen
und rufen eins-zwei-drei,
dann ist in unsrem Ländchen
der Friede ei-tei-tei.

Wir drehen uns im Kreise
um uns und munter immer rum,
gewinnen Friedenspreise,
denn Krieg und Streit sind dumm.

Und wenn sich wer verteidigt,
da unten aus dem Saal,
dem stopfen wir die Schnauze.
Sein Schicksal ist egal.

Mittwoch, August 06, 2014

Das Schöne am Islam


ist seine Zuverlässigkeit.
Wird ein Schiit Kalif
so ist die Sunna gleich bereit
zu Mord und Streit.
Und dito, falls es anders lief.
Da hat die Umma ein Problem im Exegesen:
Ein Buch. Doch kann man es von beiden Seiten lesen.

Goldene Männer


Wir tragen eine Uniform
aus toten Kindern und Frauen
und wer ist Schuld daran?
Alle außer uns, na klar.
Wenn man uns zwingt zu Verbrechen
an der Menschlichkeit des Systems,
versagen wir nicht den Gehorsam
gegenüber unserem Führer
im Bunker.
So lasst sie tanzen, taumeln
in ein Gräberfeld aus heißen Lüften,
sie opfern wir für uns
steht die Zukunft golden im Himmel.

Dienstag, Juli 29, 2014

Späte Reue



Der Botschafter liegt weinend im Staub,
gesenkten Hauptes, seine Tränen
verdampfen in der Höllenglut.
Man hört ihn fragen, man hört ihn klagen:
Wie können diese Deppen denn glauben,
was ich prophezeite?

Montag, Juli 28, 2014

Frieden für unsere Zeit


Was mir im Zusammenhang mit dem immerwährenden Krieg gegen Israel auf die Nerven geht, ist die europäische Kindergärtnerinnenmentalität, die stetig raunend zu beschwichtigen sucht: Kinder, nu is aber gut, gebt euch die Händchen und vertragt euch, sonst geht es ohne Mahlzeit in die Mittagsruhe. Als wären da nicht zwei erwachsene Parteien, die genau wissen, warum und worum sie kämpfen. Der israelische Staat um sein Überleben und für das Leben seiner Bürger (die israelischen Araber wären die ersten Opfer der Hamas), die Hamas und andere Fraktionen (die sich glücklicherweise gegenseitig bekämpfen) für die Vernichtung Israels und den Tod oder die Vertreibung aller Juden.
Und was verlangt die linke Friedensbewegung, die Antifa, die klammheimliche rotbraune Melange? Verträge zu schließen mit Leuten, die das Schließen von Verträgen ablehnen, Verständnis für die Unverständigen, den kollektiven Suizid eines Landes. Sie verlangt den totalen Frieden, wenn nötig totaler und radikaler, als wir ihn uns heute überhaupt vorstellen können. Es müsste doch den beiden Raufbolden beizubiegen sein, dass Streit und Kampf niemals obsiegen über Frieden und Eintracht. Wir leben das doch so schön vor hier in unserem vereinten Europa. Es muss doch mal Schluss sein mit Krawall und Palaver.
Als ob die Kriegsparteien zu betreuende Unmündige seien, die nur der richtigen Führung bedürfen, als stünden sie nicht im Kampf um Leben und Tod. Aber das kommt dabei heraus, wenn man mit der Hamas ins Bett geht und neben Adolf erwacht, eine Negation der Moral, eine Umkehrung der Werte, ein perverses Verständnis von Krieg und Frieden. Da werden die Araber pauschal zu Davids und Israel zu Goliath, einer antiken Entsprechung von Godzilla, gekreuzt mit King Kong. 
Die Unterstützer der "palästinensischen" Sache sind Rassisten, sie halten Muslime und Juden für zu dumm, auf ihre überlegenen Vorschläge einzugehen: Aufstehn, aufeinander zugehn, wie wir Wunderkinder es im Kindergarten gelernt haben. Sie sind Nationalisten, da sie einen Kampf unterstützen, der einen rein islamischen Staat der Umma erstrebt, sie sind Faschisten, da sie die totale Unterwerfung, Verknechtung und Vernichtung eines Volkes unterstützen. Und sie sind zu doof zum Lesen:
Artikel 13: Derartige Initiativen, sogenannte friedliche Lösungen und internationale Konferenzen zur Lösung der Palästina-Frage stehen im Widerspruch zur Ideologie der Islamischen Widerstandsbewegung. Denn der Verzicht auf auch nur einen Teil Palästinas ist ein Verzicht auf einen Teil des Glaubens. Der Patriotismus der Islamischen Widerstandsbewegung ist fester Bestandteil ihres Glaubens. Auf diesen Grundsatz hin erzieht sie ihre Mitglieder, die im Dschihad dafür kämpfen, das Banner Gottes über ihrem Land aufzupflanzen. (Aus der Charta der Hamas)
Da sie aber wahrscheinlich in der Lage ist, zu lesen, wenn das auch im deutschen Schulsystem nicht unbedingt sicher ist, sieht es eher so aus, als sei die Linke wieder einmal der Freude am Bösen anheimgefallen. Nicht umsonst stammt der Begriff Antisemitismus aus dem Hirn des Anarchisten Wilhelm Marr.

Mittwoch, Juni 25, 2014

WM 2014



Mann schaut zu gerne zu im Sitzen,
wie zwanzig andre Kerle schwitzen
(die Torwarts schwitzen nur bei großen Hitzen),
ernährt sich von getauten Pizzen,
nimmt teil an Werwirdsieger-Quizzen,
erfreut sich an den selbstgemachten Witzen
und bleibt, wenn die Kollegen wie die Gnitzen flitzen,
gemütlich vor dem 60Zöller sitzen.


Montag, Juni 02, 2014

Durchsage



Sehr geerrrrrte Fahrgste dr Linißßß 900krssst,
leidr kmmmt s uf grrndvn erhtm vrkrsaufkmnn
su betrchtlchn vrsp...tngn wr brrs//t
aurn ds ..nd(lall)..n ihnnnn
eine angenhhhhm(Hall, Echo) frt
nd btn m Ent..nnn...nnn.(murmel)ke.

Donnerstag, Mai 29, 2014

Die Antifa marschiert


Die Antifa marschiert mit ruhig festem Tritt
und Kameraden, die im gleichen Geiste lallen,
wie ver.di, Linke, Grüne, sie marschieren mit,

skandieren schon seit sechzig Jahren immer gleichen Shit,
das würde Stalin sehr gefallen:
Die Antifa marschiert mit ruhig festem Tritt.

Die Straße frei, das ist der letzte Hit,
jetzt zeigt das neue Biest die Krallen
und ver.di, Linke, Grüne, sie marschieren mit.

Die Fahne hoch! Her mit dem Dynamit!
Jetzt soll es auf den Plätzen knallen!
Die Antifa marschiert mit ruhig festem Tritt.

Auch wenn es Opfer kostet, das ist bloß Verschnitt.
Unsern Opfern mauern wir Gedächtnishallen.
Und ver.di, Linke, Grüne bauen daran mit.

Denn wir besiegen Deutschland nur damit
es endlich die Besiegten schnallen:
Die Antifa marschiert mit ruhig festem Tritt
und ver.di, Linke, Grüne, sie marschieren mit.

Montag, Mai 26, 2014

Die Zeit ist im Eimer


Hoch der Sommer!



Sommer naht mit Grill und Soßen,
Männern wachsen kurze Hosen.
Festgeschweißt in jeder Hand:
kaltes Bier mit Dosenpfand.

Wenn an wirklich heißen Tagen
selbst die Neger Nogger nagen,
fette Schnecken Hotpants tragen
und in Nachbars Garten Blagen
planschend sich durchs Wasser jagen
stimmen alle, wirklich alle überein:
Oh, wie ist das schön!

Kann es denn nicht immer Sommer sein?

Dienstag, Mai 20, 2014

Assur


Hinter dem Lächeln ein tödliches Biest.
Da, wo es Schatten sät,
wächst kein Blut mehr
unter dem Pflug in den Rauch.
Welche Mühe, die Hölle zum Blühen zu zwingen
mit Bomben, die in Fässern reifen,
mit Maschinen den Frieden zu verteilen
an Wesen, die als Dünger verfielen.

Dienstag, April 29, 2014

Perpetuierende Pubertät


Gitarren bringen sich in Anschlag,
reißen Seiten aus den Büchern,
die drahtlos aneinander hängen,
da, wo die Schatten Schatten säen,
wächst kein Wasser unter dem Pflug
nach Süden Richtung Steinzeitparadies
führt ein Gleis zur Resterampeparty,
wer zieht da schneller, der große Hunger
oder du machst kein Geschäft
mit der Reling, die sich an dir festkrallt,
damit das Boot nicht über Bord geht.

Sonntag, April 27, 2014

Irgendwas mit frei


Wer den Feinden der Freiheit die Freiheit lässt,
die Freiheit zu bekämpfen, hat bald keine Freiheit mehr,
die Freiheit zu verteidigen.

Donnerstag, April 24, 2014

Dem Kommissionspräsidenten


Wer alte Filme kennt vom Weltkrieg Zwei,
der weiß, da war doch einer stets dabei
mit Namen Schul(t)z, der war dafür bekannt,
dass er von dem, was er verbrachte nichts verstand.
Ein Büttel, voller Eifer, ein Lakai
und dümmer als erlaubt von Polizei.
Jetzt wiederholt man das als Farce zwo,
ein Schul(t)z treibt immer oben, sowieso.

Dienstag, April 22, 2014

Kunde, unzufrieden


Ich breche dem Gerät die Gräten
und plattiere die Platinen,
löse den Kontakt von Drähten,
schmeiß das Scheißding auf die Schienen,
dass ein Smarttrain drüber düste,
schick die Firma in die Wüste,
deren Ingenieure sich verschwören,
mir das Leben zu erschwören.

Samstag, April 19, 2014

Besondere Unfähigkeiten



Die Spinner haben die Webereien übernommen,
jetzt wird das Garn knapp.
Sie säen Sand auf die Dächer der Fabriken,
Gelehrte ohne Lehren entleeren die Bücher
und bauen Wissen als beherrschend ab.

Und während des Spiels ändern sich die Regeln,
die Mehrheit ist zur Minderheit mutiert.
Ein Chor von Knochenmännern singt:
"Glück auf, der Führer kommt".
Wer sich nicht wehren kann, wird inkludiert.

Die Lamentiermaschine läuft auf vollen Touren,
das Scheingeld bricht Versprechen, die es niemals gab,
im Tempel der Triebe ist immer Wellnesstag.
Geköpfte Könige und Aktienvernichter
schaufeln, ambulant betreut, mit Fleiß am großen Grab.

Donnerstag, April 17, 2014

Relativ



Nun wollen wir darüber sprechen,
in Ruhe und zivilisiert,
dass manche uns die Zähne brechen
wollen und dass das schon passiert
ist.

Wir opfern gerne kleine Länder
weit im Osten. Die Kosten
sind da nicht so hoch
und ketten uns an die Geländer
fest.

Dann sagen wir vergangenes vorher,
zum wiederholten Male muss das klappen.
Der Gegner greift zum Sturmgewehr,
wir widerstehen ihm in Flipflopschlappen