Vergangenheitsvorhersage
Was zeigefingern die Propheten so betreten?
Mal wieder naht ein Untergang der Welt.
Denn eine Kommission hat sie darum gebeten,
orakelnd Tätigkeit zu mimen für ihr Geld.
Es stünde wohl der Menschheit an Verzichtung,
so heißt es gleich auf den globalen Konferenzen,
sonst droht ihr die umfassende Vernichtung.
Man setzt dem Homo anthropolosonstwie Grenzen.
Denn früher gab es noch ein andres Leben!
Das Klima war natürlich immer besser!
Wer nicht versteht, der ist ein Menschheitsfresser.
Das Individuum wird stetig größer, immer älter,
wer fleißig lesen kann, dem wird gegeben.
Vor dreißig Jahren hieß es: der Planet wird kälter.
Virtuelle Schublade für Bilder, Gedichte, Geschichten, Links und Zeug. Impressum: Rolf Menrath, Scheffelstr. 28, 47057 Duisburg, D
Samstag, Februar 11, 2012
Erinaceus europaeus (feat. Gretchen Darloni)
Frau Igel träumt, wenn sie sich paart, von einem Partner, der behaart ist,
zärtlich, liebevoll und rein. Nicht wie ihr Heinz, das Heckenschwein
Erinaceus europaeus: Frommer Wunsch
Herr Igel träumt, wenn er sich paart,
von einer Partnerin, die zart bestachelt ist und nicht
beim Akt ihn mit was Spitzem sticht.
"Ich will", gesteht er leicht geniert, "dass sie sich täglich blankrasiert." (Gretchen Darloni)
Ihr Pieksen macht die Igel krank, da ziehn sie die Rasierer blank
Elektrisch, nass und Epilierer, wer jetzt noch sticht, gilt als Verlierer
Doch sind sie unbestachelt bleich und optisch einem Nacktmull gleich.
Was klug sie zu verhindern wissen, bekleiden sich mit Nadelkissen.
Frau Igel träumt, wenn sie sich paart, von einem Partner, der behaart ist,
zärtlich, liebevoll und rein. Nicht wie ihr Heinz, das Heckenschwein
Erinaceus europaeus: Frommer Wunsch
Herr Igel träumt, wenn er sich paart,
von einer Partnerin, die zart bestachelt ist und nicht
beim Akt ihn mit was Spitzem sticht.
"Ich will", gesteht er leicht geniert, "dass sie sich täglich blankrasiert." (Gretchen Darloni)
Ihr Pieksen macht die Igel krank, da ziehn sie die Rasierer blank
Elektrisch, nass und Epilierer, wer jetzt noch sticht, gilt als Verlierer
Doch sind sie unbestachelt bleich und optisch einem Nacktmull gleich.
Was klug sie zu verhindern wissen, bekleiden sich mit Nadelkissen.
Aspirinator
Mittwoch, Februar 01, 2012
Feierabendland
/>Der Präsident turnt als Hanswurstersatz durchs Land,
markiert mit Kreidezeichen sein Revier.
Interessant wie eine aufgerauchte Kippe in der Hand
und ein schon lange abgelaufenes Bier.
Eine Herde trojanischer Esel schreit Dissens,
Frohgemüter aus Waschbeton und Eternit:
Es bleibt nichts übrig als zu kuscheln im Konsens.
Die Diktatur der Harmonie nimmt jeden mit.
Die Damen und Herren der breiten Gesäße,
die Klaukraft der Bevölkerung, sie nehmen zu.
Wer einmal fraß aus dem Specknapfgefäße,
verbrät, was vergangen, im Hier und im Nu.
Tapeten wollen ewig kleben, man hängt so rum
und alle trinken Latte (den jemand schon mal hatte).
Ein Ziffernschubser nimmt Gerade nicht so krumm,
ein Zahlenspieler spielt belohntes Publikum
und Nummernschieber schieben sich dumm
und dämlich. Zum Pampern gibt es warme Watte.
Sonntag, Januar 15, 2012
Langer Abschied

Nun stehlen alle. Aus. Das Buch
ist noch nicht fertig im Regal
fehlt nicht ein Zentimeter bis zur Zimmerdecke.
Der war doch schon verrückt,
als er normal war
er noch nie. Wie kann man solch ein Angebot
und dann mit Garantie vor Leben
sind die Zähne aus dem Maul gebrochen.
Voll Elend wendet sich die Kundschaft ab.
Jetzt steckt er in der falschen
haut ab, ihr Idioten
saugt das Mark aus vergrabenen Knochen.
Wir kochen uns noch.
Freitag, Januar 13, 2012
Irgendsmann
Samstag, Dezember 31, 2011
Letzte weiße Weihnacht

Dieses Jahr sind wir an der Reihe, Gisela und ich, das Jahrestreffen des Sanatoriums Shangri La auszurichten. Wir haben einander damals kennen- und schätzengelernt und sind und bleiben eine eingeschworene Clique, Meinungsverschiedenheiten hin und trotz alledem her.
Frida und Gerd treffen wie immer zu früh ein, hungrig, schwitzend und gefrostet. Nach jahrelangen Auseinandersetzungen haben sie sich zu einer jeweiligen Geschlechtsumwandlung entschlossen, Gerd ist jetzt Frida und umgekehrt. Ein Gespräch mit ihnen zu führen gestaltet sich einigemaßen schwierig, jeder der beiden hinterfragt sich selbst im anderen. Er (jetzt sie) hat früher Herrenmagazine produziert, sie (nun er) war Domina, da geht vorerst nichts. Wir servieren zur Begrüßung Biotonnentee.
Bei Thea und Emma ist es umgekehrt, sie waren praktizierende Lesben, bis sie sich einen Willi anmodellieren liessen. Seitdem diskutieren sie über den rechten Weg zur Geschlechtergleichheit.
Walther trifft ein, setzt sich mit dem Rücken zu uns in eine Ecke und übt verbissen bulgarische Tonleitern auf dem Akkordeon. Seine Firma zur Herstellung von Blasebälgen zwecks Antriebs von Windrädern ist pleite, nachdem die Subvention ausgelaufen ist. Hertha, die von Diplompäderastin auf Entschleunigerin umschult, einem Beruf mit in weiter Ferne liegender Zukunft, sticht mit meinem Damaszener Ausbeinmesser auf sein Instrument ein und heult, sie schwöre, dass sie dieses Katzengejammer nicht einen Takt länger ertragen könne. Wir servieren Urschlamm Royal.
Plötzlich ein Knall von der Terasse, Thomas vom Vegantenforum hat den Grill gesprengt, auf dem das Röstbiest klimafreundlich vor sich hin kokelte. Er schlägt uns Knochen um die Ohren und schreit aus dem Pamphlet zum Untergang der menschlichen Rasse: Ihr seid keineahnunghaber, ihr seid die pechgehabten. Wir schließen alle eure Lokalitäten und eröffnen Normalitätenrestaurants mit öffentlicher Unterstützung.
Es gibt Lumumba blanc, blutfrei.
Dann schlägt Piet Piep "Matz" auf, wie immer in vollem Ornat. Seine Ische hat er in den Keller geschickt und verlangt, dass die anderen Hennen auch dahin versandt werden, er habe ein paar Forderungen zu stellen: 1. Felder dürften nicht mehr mit Schweinegülle gedüngt werden, 2. Wuslime dürften nicht mehr wegen wuselns verfolgt werden, da wuseln absolut legal sei, 3. müssten Grills ab sofort Grillhauben tragen, damit keine Schweinsatome in die Luft entweichen können und 4. wären Straflager einzurichten für Gedankensünder.
Es gibt Allerbarmersuppe pikant.
Schließlich treffen Sibane vom Institut zur Probabilitätsprüfung gemachter Gedanken aus Langregen und ihr neues Lieblingsopfer ein, die große Katastrophe. Pfisher programmiert Klingeltöne für drahtlose Telefone, Fingernagel auf Schiefertafel, bremsender LKW, Gabel an Porzellan. Seine Firma hat noch leichte Probleme am Markt, aber er spielt uns Proben vor.
Scrabbleragout, jeder muss seine Buchstaben finden.
Kiven von der Initiative "Occupy yourself" entertaint uns dann noch mit seinem Problempenis, dem er eine Frühverrentung und ein lebenslanges Therapiepaket verdankt. Inzwischen schauen alle etwas gelangweilt.
Bevor uns die Gäste verlassen, kredenzen wir die Ersatzhauptspeise "Polyamid an Sonnenlicht mit Vitamin B12".
Schließlich versuchen wir, die Freunde zu überzeugen, unserer "Weil uns reicht es sowieso total"-Partei WURST beizutreten. Rente jetzt für jeden und Unterstützung der Initiative des Finanzamtes: Gebt uns euer ganzes Geld. Was wollt wir mit dem Zeug, wo euch so viel besseres erwartet?
Zum Abschied umarmt sich jede(r) selbst auf das innigste und schwört: Nächstes Jahr im Nirwana.
Auf den Weg ein Gläschen 2011er Pissinthepool.
Dienstag, November 29, 2011
Kannjunktiv

Man muss dem Perser eines zugestehen:
dass er uns keine Prügel angedeihen lässt.
Man sollte auch die Möglichkeiten sehen:
ist Cholera nicht besser als die Pest?
Gesetzt den Fall, man baute dort Atomraketen:
die würden sicher niemals eingesetzt.
Im andern Falle wären wir betreten:
Man hätte da was falschrum eingeschätzt.
Es läg vielleicht ein kleines Land in Sauer,
nicht einer übrig, der dies überlebte -
wir trügen ewig strenge Trauer.
Doch wären wir nicht bös auf lange Dauer,
es gäbe Aussicht auf ein blühendes Geschäft.
Im großen Spiel verliert normal der Bauer.
Litschrede

Deine Mudder reimt bei Kik
Billigheimers Büttenreden,
säuft sich an sich selber schick-
er säuseln die Brahmanen Veden.
Deine Mudder, Loch im Po,
daraus strömen ihre Geister,
GPS ins Nirgendwo,
fleißig tönen ihre geister-
mudderlosen Dampftiraden
so, als wäre was gewesen.
Kalter Feuer alte Schwaden.
Deine Mudder muss nicht lesen,
was wir uns ins Facebook laden.
Reite, Alte, fort auf Besen.
Vollendung

Von Schädelbergen stürzen Blicke
auf feiernde Massen,
die ihre Kinder vor die Mündungen binden
der gerechten Kanonen.
In Straßengräben wird gejubelt,
auf dem Friedhof findet öffentliches
Sterben statt.
Im Rauch, der Hitze brennender Wracks
singen Chöre "Lob sei
dem Kommenden".
Wer sich noch nicht verstümmelt hat,
wird zur Ansicht ausgestellt:
Hier drückt sich einer vor der Aufgabe.
Herzamputierte füllen Hülsen
mit Kadavern für die Welt,
Geißler surfen auf blutigen Fluten.
Zu viele Worte, um Nichts zu sagen.
Freitag, November 04, 2011
Deutlicher, gebahnter Weg

Mein Gott sagt, dass ich dich enthaupten muss,
da hilft kein Jammern und kein Klagen,
es steht geschrieben. Punktum. Schluss.
Mein Gott sagt, dass ich Steine auf dich werfen muss,
wenn er das sagt, wer wollte da noch fragen?
So stehts geschrieben. Punktum. Schluss.
Mein Gott sagt, dass ich dich vom Berge stoßen muss
und mit Verboten und Gesetzen plagen.
Es steht geschrieben. Punktum. Schluss.
Mein Gott sagt, dass ich dich mit Peitschen schlagen muss,
entehren, um dein Erbe bringen, jagen.
So stehts geschrieben. Punktum. Schluss.
Mein Gott sagt, dass ich dir die Glieder nehmen muss,
die dich ernähren und durchs Leben tragen.
Es steht geschrieben. Punktum. Schluss.
So will ich dir an deinen Kopf und Kragen,
wenn du behauptest, das sei alles Stuss.
Mein Gott sagt, dass ich dich bekämpfen muss.
So steht es halt geschrieben. Punkt und Schluss.
Sonntag, Oktober 30, 2011
Ohne Bild und Ton

Es wurden Maßnahmen zugesagt zur Ergreifung
von Schritten in die Richtung stimmt schon,
es wäre förderlicher, Löcher zu schlagen
in seine Decke, dass die Sterne einen wiedersehn.
Man ringt um sich, ein Wort zu finden, es zu werfen
in die vielen toten Briefkästen werden rückgebaut.
In jeder Richtung hängt man am Geld wie
das Geld an einem hängt, gibt es Beschlüsse
auf Konferenzen referieren einige Problemvereine:
Die Weltmaschine zu regieren ist ein Gehirn
nicht mehr genug.
Wie alles so kam

Bei uns zuhause war alles ganz anders. Der Vater homoerotisch nekrophil, seine Veranlagung stank gelegentlich zum Himmel, besonders in der warmen Jahreszeit, wenn wir die Fenster nicht öffnen durften, da Omis Religion dies verbat.
Mutter war strikt koprophil, da kannte sie nichts, das Essen schmeckte stets danach. Meerschweinchengeschnetzeltes in Eigenkot ist nicht jedermanns Sache. Wir hielten mit Weihrauch dagegen.
Mein jüngerer Bruder war mit vier Jahren militanter Päderast: was aus der Windel rauswächst, taugt zu nix. Er ertrank beim Versuch, Neugeborene beim Babyschwimmen zu pimpern.
Am erfolgreichsten trieb es meine ältere Schwester, die mehrere Kinder mit Stieren, Hengsten und Widdern zeugte. Sie ist eine erfolgreiche Landfrau.
Ich habe mich auf den Verkehr mit Gegenständen spezialisiert, kein Briefkasten, Astloch, Fuchsbau, keine sonstwie geartete Höhlung ist vor mir sicher und ja, ich sage es stolz, ich wusel und wimmel an allen Dingen.
Nach den auf das Mittagessen obligatorisch erfolgenden Schlägereien pflegten wir uns Blut, Eiter und Rotz abzulecken in dem Bewusstsein, dass eine Familie zusammenfließt in den Körpersäften.
Velocepedia

Des Menschen bester Freund und Kamerad,
in jungen wie in späten Jahren,
zur Fortbewegung ist das Rad.
Auf gradem wie geneigtem Pfad,
mit blonden oder schwarzen Haaren,
des Kindes bester Freund: Dreiräderrad.
Beherrscht man erst den rechten Winkelgrad
und schwankt nicht länger wie auf Dromedaren,
so fortbewegt man sich auf dem Zweiräderrad.
Wer pubertiert, versteckt sich gern im Bad
und wird erkannt an komischem Gebaren.
Des Teenies bester Freund: das Einradrad.
Doch nach dem Führerschein, echt schad,
verliert sich meist die Lust am Beinkraftfahren.
Null Fortbewegung auf dem Keinradrad.
Dann steht man steif im Stau, wie fad.
Es lohnt sich, auf ein Gudereit zu sparen!
Des Menschen bester Freund und Kamerad
zur Fortbewegung ist das Rad.
Herr du meine Güte

Hier wird ein Leser noch direktemang getragen zum Gefühl
in einer Sänfte, sanft geschaukelt von vier nackten Negern.
Er schaut sich um, ein grausiges, betonisches
Gewühl,
vermisst die Tätigkeit von öffentlich bestallten
Pflegern.
Am Horizont wird Fleisch geschmiert auf abgenagte
Knochen,
von Überichgestalten, die schon etwas länger
gammeln.
Die Publikümer lesen, drucken aus und
lochen
ab. Wo sie die Pferdekuhmaulküsse
sammeln.
Bescheppte unter sich

Es hasst seit alter Zeit der Sunni den Schiiten,
der Mullah hasst den großen Satan USA,
der Taliban will jede Burkalose Frau verbieten,
der Jihadist ist plötzlich nicht mehr da,
wo er grad stand sind nur noch Körperteile.
Der Wahabit verlangt gesetzlich Langeweile.
Der Hamas macht das großen Spaß: Jahud ins Gas,
der Salafist macht sich vor Freude auf den Endsieg nass.
Wir tun euch nichts, wir dialogisieren,
wir müssen, werden, wollen bloß nicht kritisieren.
Solange sich die Wilden gegenseitig massakrieren,
wird uns (wir sind gebildet) nichts passieren.
Donnerstag, Oktober 20, 2011
Occupy yourselves

Wer nochmals ICH sagt, sage ich,
soll zu 99% verschwinden für immer,
Katzenjammergewimmer, ab morgen
werden wir uns alles nur noch gegenseitig schenken
lassen.
Krieg unsre Scheiße auf die Kette, Ignorant
des Lebens aus dem Arsch heb deinen Kopf
als Wrack, beladen mit goldenen Doublonen.
Die Kanonen warten lange schon
verrostet.
Blößt eure Busen, Piraten, stecht auf See
in böse Buben Piken und entert Galeonen.
Trillionen erwarten euch als Beute.
Montag, Oktober 17, 2011
Kuschelvermögen

Zunächst kriegt jeder qua Geburt in etwa zwei Millionen,
weil sich die Welt so freut, dass er auf sie gekommen ist.
Und außerdem gibt es noch freies Essen, Lieben, Wohnen
und kein Geschlecht, sonst wär er Chauvinist.
Dann geht es Gender-abgasfrei zum nächsten Kindergarten,
wo schon die rechtgerichteten Bewusstseinstherapeuten
mit ihren Nucki-Schucki-Kindsmobilen darauf warten
dass es sich wehrt. Sonst lebte es verkehrt.
Sein Geld macht derweil rum bei fremden Leuten.
Es wächst heran (das Kind) und wird drauf abgerichtet,
dass es ja lernt, korrekt zu fordern, was sein Vorrecht ist
und dass es sein Gerechtigkeitsgefühl am besten dort verrichtet,
wo raffendes ein schaffend' Kapital vernichtet.
Der Dämon ist sich selber stets der beste Exorzist.
Samstag, Oktober 15, 2011
Persönlichkeitsunordnung

Mein Therapeut empfiehlt: Lass dich betreuen,
nur wer umhegt wird, hat vom Leben was.
Nachhaltigkeit wird dich nie reuen.
Du wirst dich an dem Weniger erfreuen,
wer früher einhält, der hat später Spaß.
Mein Therapeut bedrängt: Lass dich betreuen.
Ich will mich an die Pfeiler seiner Weisheit täuen,
dann werde ich im Regen niemals nass.
Nachhaltigkeit wird keinen reuen.
Ich muss nur dieses Mantra wiederkäuen:
im viel zu viel haut es die Krone aus dem Fass.
Mein Therapeut befiehlt: Lass dich betreuen.
Man soll sich an Verlusten sehr erfreuen,
so singt der Chor im Diskant und im Bass.
Nachhaltigkeit kann keinen reuen.
Ich muss mir das in meinen Schädel bläuen,
dass ich von meinem Egoismus lass.
Mein Therapeut rät sanft: Lass dich betreuen,
Nachhaltigkeit soll dich nie reuen.
Aufführung

Jeden einzelnen will er jagen, zur Strecke bringen. Er kennt sie, ihre Masken, wird sie sich vornehmen, abseits der ausgeleuchteten Einkaufsstraßen, im Dämmerlicht der Sackgassen. Von oben mit dem Baseballschläger ins Kreuz, Schlinge um den Hals und langsam zuziehen, Messer in den Schritt, Schnitt, gehauchte Verkündigung und Schluss. Punkt.
Noch einen Zahn vor die Baskenmütze gespuckt, die Scheine sind weg.
Der erste Schlag kam von hinten, dann Hiebe von allen Seiten, Tritte, Rotze. Sein Cajon ist Kleinholz, die Saiten kaputt, zerrissene Seiten seiner Texte kleben am Pflaster. Linkes Bein und rechter Arm gebrochen, ein Versuch, sich aufzurichten, blinde Qual.
Jemand wirft ihm fünfzig Cent hin. "Geile Performance, echt real".
Marokko
Montag, Oktober 10, 2011
Artikel
Der Deutsche hat kein Mutterland.
Da, wo dereinst sein Vater stand,
liegt hirnverbranntes Hinterland.
Die Deutsche kennt ihr Vatersprach,
beugt alle starken Verben schwach
und biologisch geht sie nach.
Das Deutsche ist sich selber fremd,
es friert und schwitzt mit ohne Hemd,
gepierct, gestylt, klimatisch gedämmt.
Fütter deine Diener

Die Zeiten sind hart und werden noch schwerer,
die Kassen sind leer und werden noch leerer.
Bald kommen in Scharen Lehrer und Richter,
Verwaltungsassessoren und Schlichter,
Staatssekretäre, Kommissare,
Bundestagsmitglieder in die Jahre.
Mau die Pensionen, grau sind die Haare.
So nimm dir zur Pflege einen Beamten,
der bleibt dir treuer als die gesamten
Bekannten. Gib ihm zu trinken und führe ihn aus
nach der Tagesschau ums Haus.
Beamtinnenen sind entsprechend zu pflegen:
streue Rosinen auf all ihren Wegen.
Freitag, September 30, 2011
Kanon
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