Mittwoch, Mai 04, 2005


Segel Posted by Hello

Ich segle
for eew

Ich segle hart am Wind,
hinter mir verbrennen Brücken.
Ich blicke nie zurück
und vergesse keinen Augenblick.
Es ist zu viel
und nie ist es genug.

Ich lösche nie das Licht,
verschließe keine Tür.
Ich bin der Wind, der weht
und bin das hart gespannte Segel.
Ich spiele jedes Spiel
spielt es nach meiner Regel.
Ich spanne mich vor meinen Pflug.

Ich segle hart am Wind,
am liebsten bläst er mir
von allen Seiten.
Ich lauf auf dünnem Eis,
bestimme die Gezeiten.
Es endet niemals denn ich weiß
ich ziehe nie den ersten Zug.

Crossroads Posted by Hello

More than any other time in history, mankind faces a crossroads. One path leads to despair and utter hopelessness, the other to total extinction. Let us pray we have the wisdom to choose correctly.

Woody Allen

Prayer Posted by Hello


Would all those who want to do God's work in this World please move on to the next?

Wir Posted by Hello


Wir brannten Löcher in den Himmel.
Auf dem Weg hinter die Sterne,
ging unsere Zeit kaputt.
Dann haben wir uns stabilisiert,
in Türmen von Sand.
Statt hinter Mauern,
sitzen wir auf Scherben.

Mehr zu sein,
Sehende unter Blinden,
uns selbst erfinden,
gab es kein Nein.

Von Freiheit verbrannt,
erbten wir
einen Frieden aus Glas.

Ohne Heimat im eigenen Land,
nackt in der Wüste,
wir wollten Regen machen.
Dann haben wir uns gefestigt.
Statt weiterzufliegen
sind wir liegen geblieben.
Unser Schlaf hat Träume geweckt.

Dienstag, Mai 03, 2005


Seele Posted by Hello

Enttäuscht betrachtete ich die Röntgenaufnahme meiner Seele. Ich hatte etwas spektakuläreres erwartet, gegenständlicher. Aber man soll ja mit dem zufrieden sein, was man hat.

Verbastel4 Posted by Hello


Es gibt nichts schöneres, als mit dem Sohn zusammen einen verregneten Sonntagvormittag zu verbasteln.

Blech Posted by Hello

Nicht nur, dass er so dachte, er schrieb auch noch darüber. Seine
Romane bestanden ausschließlich aus Blech, Minimalliteratur, rhythmisch
punktiert.

Einschläfer3 Posted by Hello

...und dann waren alle zufrieden, für 100% Lohn 110% zu arbeiten. Globalisierung ist Stalinismus plus Elektrifizierung. Die Zusammenhänge erkläre ich dir morgen, jetzt schlaf....

Die Kellerassel Posted by Hello



Am liebsten sah die Kellerassel
so Hongkong-Filme, hart und kalt.
Autorenfilme voll Gequassel,
die nervten sie,
da schlief sie bald-
und träumte, was sie täte
wenn sie bewaffnet wär
und hätte eine Knarre-
noch besser ein Gewehr.
So waren ihre Träume,
ein Meer voll Blut- und bald
da dachte sie beständig
an Morden und Gewalt.
Das kleine Herz der Kellerassel
schlug laut wie eine Kinderrassel
wenn sie ans Sterben dachte
an Töten und Geschlachte,
bis plötzlich sie ein Ende fand-
zerquetscht von einer Menschenhand.
Doch noch im letzten Augenblick
da dachte sie: ich schieß zurück

Montag, Mai 02, 2005

Sonntag, Mai 01, 2005


Sort Posted by Hello

One half of our life we occupy ourselves with putting things on top of other things. The other half we are busy sorting through the mess.

Donnerstag, April 28, 2005


Wort Posted by Hello


Wörter fallen schwer wie Blei.
Ein Wort trägt durch die Nacht.
Worte machen endlos frei.
Wortlos bleibt die Macht.

Silben können Wunden schlagen,
Sätze voller Pracht.
Wörter nach der Antwort fragen,
ein Satz entfacht die Schlacht.

Wörter voller Traurigkeit,
Witzigkeit belachen.
Worte sind zum Kampf bereit,
stammelnd glücklich machen.

Mittwoch, April 27, 2005


Tu es! Posted by Hello


Betrink dich, ohne die Flasche zu öffnen,
lies das geschlossene Buch.
Fahr los, bevor der Motor startet.
Schreib Stiftlos ein Gesuch.

Sprich mit geschlossenem Mund,
schau Filme mit gesenkten Lidern.
Hör mit verstopften Ohren,
antworte ohne erwidern.

Sing mundlos Balladen,
nimm im Dunkel Bilder auf.
Mach Spiegel, die sich selber spiegeln.
Steh still in rasendem Lauf.

Denk keinen Gedanken,
sieg ohne Gewalt.
Berühre, ohne nahe zu kommen,
sei formlos an Gestalt.

Montag, April 25, 2005


Heide Posted by Hello



Ich bin in einer Kirche ohne Namen,
ohne Dach und ohne Gott.
Wem gehört die Luft?
Wer beherrscht das Wasser und wen
fragt der Sturm, wann er
zu wehen beginnt?
Ihr kommt mit euren Bibeln,
Thoras und Korans?
Mit Höllenfeuer, Stacheldrähten,
Minen, den Scheitans?
Ihr seid billig,
ekelhaft.
Ich habe alle Zeit der Welt,
die ich mir nehme, mehr als ich
mir nehme
gibt es nicht.
Wolltet ihr mich vom Engel
zum Teufel jagen,
Ihr müssstet erst meine Erlaubnis
erfragen.

Sonntag, April 24, 2005


Taal Posted by Hello

Er redete Banane. Leider verstanden die anderen nur Zitrone.

Aus dem beschissenen Handbuch 1 Posted by Hello

Älter werden

Das schöne am älter werden ist, dass man nicht mehr jede Mode mitmachen muss,
das traurige, dass man sie nicht mehr mitmachen kann.

Bergspitz Posted by Hello

Komm am Gipfel an,
geh weiter.
Benenne das Ziel,
du hast es verfehlt.
Ist keine Zeit
nimm dir welche.
Auch wenn der Traum nicht zu erfüllen ist,
träum weiter.

Adorno Posted by Hello


Abends sah der Herr Adorno,
nicht, wie ihr denkt, Hardcoreporno.

Filme von Grzimek und von Stern,
mit Tieren im Freien,
die sah er gern.
Er fühlte es, das ewige Seien.
konnte sich dem Tierischen weihen.

Unverfälschte Wildnis pur,
und was mit Pferden-
Werden, vergehen, reine Natur,
Da konnte er mimetisch werden.

In Klängen, in Bildern,
Sprachformen und Gesten,
fühlte er nach,
wie sie friedlich ästen.
Dann wurde er plötzlich
schrecklich gemein,
mutierte zum Leo -
auf Latein.
Mittags drauf nahm er, zum Kochen,
die abgenagten Pferdeknochen.

Bislang wurde nie darüber geschrieben,
es ist sein kleines Geheimnis geblieben.

Samstag, April 23, 2005


Faust2 Posted by Hello

Es denkt sich Herr das Heer der Marionetten,
sein Platz ist nur auf dem Balkon.

Wir machen uns ein Bild der Zeit, wie wir sie gerne hätten,
im Spiegel rinnt die Welt davon.

Freitag, April 22, 2005


Brel Posted by Hello

Ich fühlte mich wie ein in eine falsche Sprache übersetztes Gedicht von Jacques Brel.

Tadellos mit jeun sehen Sie, ich, überraschte mein Bett Parfaitement mit jeun nicht hier zu finden ich sehe, es, die mich zurückschieben, sehen Sie, daß es welches dort auch guilliguilli Viens Guilli mein kleines Bett schaukelt, wenn Sie nicht nicht-T-zu mir kommen, den es nicht ich nur gehen-T-mit Ihnen ist, aber wer Bewegungen zurück nicht vorrückt, wie bekannt als Herr Dupneu ein Halteseil, das artikuliert und das ein Kopf der Debatte ist.

Donnerstag, April 21, 2005


Zerliebter Posted by Hello

Du bist zu jung,
und ich zu alt.
Das kann doch niemals passen.
Du bist zu groß
und ich zu klein.
Wir sollten es wohl lassen.

Liebeskummerer Posted by Hello


Was dem Gourmet ist der Hummer,
ist dem Liebenden der Kummer.
Er treibt in Gefühlen wie kochendem Wasser,
nächtlich weint er die Kissen nasser.
Er steht oft auf Brücken und starrt in die Leere,
fragt sich, wie es wohl wäre-
wählte er einfach ihre Nummer.
Gepflegt zerreißt ihn der Kummer.

Du mußt dich nicht länger alleine quälen,
suche bei google „verlorene Seelen“.
Dort öffnet sich dir eine neue Welt,
ein Club, den Leiden zusammenhält.
Gemeinsam läßt es sich trefflicher wühlen
im Sediment von vergeblichem Fühlen.
Hier muß keiner sich bescheiden,
öffentlich darfst du hier leiden.
Und wer dabei am Besten war,
wird Deutschlands neuer Kummerstar.

Hell strahlt sein Licht am Firmament,
er sitzt im Dunklen Zimmer, flennt.
Ach, würden seine Träume wahr!
Er zerrauft ergrautes Haar.
Träte die Geliebte ein-
er müßte sicher glücklich sein.
Bis dahin spielt er die alte Nummer,
wer Liebe hat, der hat auch Kummer.

Ein Mann ab 50 Posted by Hello



An manchen Tagen fühlt ein Mann,
wieder wie 20. So muß er dann
sich und der ganzen Welt beweisen,
die andern gehören zum Alten Eisen.
Erst wird sein Schritt ganz federig,
dann sind die Falten, lederig,
die unter seinen Augen sitzen,
nicht von ihm,
und auch die Spitzen
der gemeinen Geheimratsecken,
weiß er mental wohl zu verstecken.
Das Leben nimmt er jung-dynamisch -
seine Umgebung wird langsam panisch -
er spürt sie deutlich, die Zuversicht,
daß das Leben seines ist.
Er macht sich fein, geht raus
und dann
schaut er sich die Mädels an.
Zu jung, zu alt, zu dünn, zu dick,
zu schlampig sind sie oder zu chic.
Will er sich wirklich, in alten Tagen,
wieder auf diesem Felde schlagen?
Wär es nicht besser, er liesse es sein,
ginge nach hause und schliefe ein?
Ein wenig schmerzt er schon, der Rücken
will es nicht heute, so morgen glücken.
Da fällt ihn von hinten ein sehnen an,
das wirft ihn vollends aus der Bahn.
Er kann sich nicht wehren, fühlt sich belämmert,
es bohrt und wühlt, säget und hämmert.
Ein einziges ziehen und pochen und zerren -
er ist nicht wie die anderen Herren!
Mächtig in Wallung die Hormone geraten,
er flirtet gekonnt mit dem Parkautomaten.
Lädt ihn für Sonntag zum Essen ein,
Käse gibt es und roten Wein.
Wer weiß, was der Abend bringen kann?
Zwanzig für immer als reifer Mann!

Dienstag, April 19, 2005


Traumsturm Posted by Hello


Laß es auf sich beruhn..
du machst es nur kaputt, wenn du versuchst,
es zu verstehn.
Enträtsel nicht den Zauber unsres Traums,
der nie erwachsen werden will
und nie vergehn.
Am Besten ist es, nichts zu tun.
Es braucht nur Mut und gute Augen
um zu sehn:
wir sind wie alle Blätter an den Zweigen eines Baums,
und halten wir uns fest,
so werden wir auch diesen Traumsturm überstehn.