Samstag, April 19, 2008

Daddy war ein Hundesohn



Es war der dritte September,
er hing am Treppengeländer, am gleichen Tag,
als mein Hamster Conny Kramer starb.
Er war im Leben niemals nüchtern,
nein, nicht der Conny, der war eher schüchtern.
Mama, was stimmt denn wohl? Erzähle es mir.

Und Mom setzte die Zähne ein und sprach:
Dein Papi war ein Hurenbock, mein Sohn,
er war in jedem Schottenrocke schon,
und als er starb, da blieb uns nur ein einunddreißig Jahre
altes T-shirt der Ramones (das echte, mit den Löchern drin).
Er trug die olle Hose von Sid Vicious,
zum Frühstück trank er gern ein frisches
Bier aus der Dose und dazu eisgekühlten Bommerlunder.

Nun, nun

Hey, Mama, ist es wahr oder gelogen,
konnte Daddy nur schnorren und pogen?
Und Mami setzte die Irokesenperücke auf und sprach:
Dein Vater war wohl immer schon ein Punk,
nie hatte er ein Konto bei der Bank
und als er ging, da hinterließ er uns allein..lein...lein
die Hardcoreplatten da im Schrank.
Sein größter Schatz ist uns geblieben,
von The Clash die allererste sieben
inch single (leider völlig ramponiert).

Ugh

Und Mutter blickte auf mit einer Träne auf der Brille und sagte:
Dein Papa hasste immer schon die Stones,
die Beatles und die anderen clones.
Und als er starb, da wussten seine Kumpels lange schon:
Daddy war ein Hundesohn und keine Zukunft war sein Lohn.
Er konnte mehr als Jonny Rotten saufen,
sich von gepumpter Knete Schore kaufen,
und als er ging, da ging er straight to hell.

Well, well, well

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