Sonntag, Oktober 30, 2005

Entwarnung!


Die EU-Gesundheitskommission hat per sofort die Vögelgrippe verboten. Es braucht sich also niemand mehr Sorgen zu machen.

Freitag, Oktober 28, 2005

Oldies


Ich war Deep
und du warst Purple.
Ich war Rolling
du warst Stones.
War ich Jimi,
warst du Hendrix.
Ich war Mister,
du der Jones.

Später dann,
als Bob und Marley,
an den Flüssen von Babylon,
klautest du mir meine Harley,
easy rittest du davon.

Ach, wenn ich jetzt an uns denke,
was hat das für einen Zweck?
Bleibt mir eines zum Geschenke:
Ich war nie Roy.
Du warst nie Black.

Donnerstag, Oktober 27, 2005

Das Ende des Abendlandes (wie wir es kennen)


Ich bin auf einem Außenposten,
am Rand der Zivilisation.
Bin umgeben von Barbaren,
kommen näher, drängeln schon.

Muß die letzte Festung halten,
von Vandalen eingeschlossen,
einzig übrig an der Fahne,
zur Entscheidungsschlacht entschlossen.

Ich steh' an der einen Grenze,
die zu halten sich noch lohnt.
Bin im Kampfe mit Gewalten,
denen übles innewohnt.

Steh' am Rande einer Welt,
die ich für bewohnbar halte,
bin am Ende das Subjekt,
dessen Werte ich verwalte.

Dienstag, Oktober 25, 2005

Kleine Beziehung 8



Ich lese mir deine Wünsche von meinen Augen ab.
Besiegter Sieger


Wehe dem Besiegten!
Spricht der Sieger.
Wehe dir, dem Sieger,
sage ich.
Denn noch jeder Überflieger,
stürzte ab.
Ganz fürchterlich.
Liebeslied fuer einen starken Staat


Raub mir den Verstand
und mach mich glücklich.
Nimm dir meine Seele,
gib mir Ruh'.
Sag mir schöne Worte,
laß mich träumen.
Wächter meiner Sehnsucht bist nur du.

Faß mich an der Hand
und zeig mir weiter,
blende meine Sinne,
mach mich froh.
Sprich mit meiner Stimme,
mein Begleiter.
Sag mir wie und was und wo.

Tätowier mein Herz
mit deinem Zeichen.
Fütter meinen Geist,
führ du mich an.
Zeig mir eine Zukunft,
ohnegleichen.
Befreie mich
von meinem Freiheitswahn.

Freitag, Oktober 14, 2005

Blow up


Blow yourself up - a unique experience

Amerikanischem Unternehmergeist ist es zu verdanken, daß das Phänomen der Selbstsprengung in geordnete, ökonomisch tragfähige Bahnen gelenkt wird.
Die Eröffnung des ersten Selbstspreng-Parks "Blow up" in der irakischen Wüste ist ein voller Erfolg. Man kann dort, unter Mitnahme lebensechter Nachahmungen eigener Feinde oder solcher des Volkes/der jeweiligen Glaubensgemeinschaft, seinen Abschied nehmen. Panzerglasgeschützte Beobachtertribünen bieten eine gesicherte Anwesenheit der Anhängerschaft.
Geplant sind Meisterschaften in den Disziplinen "Weitspreng", "Hochspreng" und "Iron bang". Dem Gewinner winkt der Titel des Blaster Master, den Hinterbliebenen wertvolle Sachgewinne, gestiftet durch die amerikanische Konsumgüterindustrie, wie z.B.Autos, Mobilheime, Handfeuerwaffen oder Papiergeld.
Die Idee wird bereits erfolgreich international vermarktet, in Kürze eröffnet der erste Park in Deutschland, "Hans spreng in die Luft". Weitere in anderen Ländern werden in Kürze folgen.

Das Bild zeigt die seltene Aufnahme einer besonders gelungenen Selbstsprengung zu Pferde.

Sonntag, Oktober 09, 2005

Dem Junghirschen zur Erstbrunft


Nichts hält den Hirschen in der Hose,
bei akutem Befall durch multiple Brünftose.
Er kann machen, was er will,
er steht, und der Verstand steht still.

Das Reh erduldet gelassen und leidet,
wenn er sich wieder an ihm waidet.
Es plant im Stillen die Rache für später:
lebenslänglich für den Täter.

Dem Brünftigen ist das egal,
genug gebrunft, bis nächstes Mal.
Und fühlt an sich, von Zeit zu Zeit,
er wäre mal wieder zum Brunfen bereit.

Nicht ganz bei sich ist der Brünftigam,
kaum weiss er noch, was über ihn kam.
Die Kraft des Willens ist ausgeschaltet,
pheromonal wird er verwaltet.

Doch früh genug ist es soweit,
er gleitet aus der Brünftigkeit.
Wie war er früher so verwegen!
Jetzt dumpft der Rente er entgegen.

Drum denk daran und lass dich umpfen,
es gibt jetzt Mittel zum entbrunfen.
Die Unbrunft als Zustand ist ganz famose,
lass lieber den Deckel auf der Dose.

Mittwoch, Oktober 05, 2005

Nophet


Mußt du hier so laut propheten?
Ich hab nicht darum gebeten!
Wen kümmern deiner Götter Gewalten?
Sie könnten sich auch leiser entfalten.
Es sieht so aus, als wär dein Glauben,
nur drauf aus, meine Nerven zu rauben.

Dein Gott kommt stets
mit Donner und Blitzen.
Kann er nicht auch
mit Scherzen und Witzen?
Immer bist du so brimborisch,
ungeduldig und furorisch.
Niemals hast du etwas Zeit,
auf der Jagd nach Ewigkeit.

Mußt du gleich die Welt zersprengen?
Du könntet das auch tiefer hängen.
Lies doch, was geschrieben ist,
auch wenn du schwach im Lesen bist:
Es kann auf der Welt nichts schlimmeres geben,
als Männer, die im Glauben leben!

Dienstag, Oktober 04, 2005

Lass uns


Laß uns bis 5 in der Disco bleiben,
dann laß uns uns am See rumtreiben.
Danach gehn wir ins Cafe,
ich trink Grog und du trinkst Tee.
Dann laß uns bummeln durch unser Städtchen,
du ein albernes Handtäschchenmädchen.
Ich schlurf und häng meine Hose tief,
wir kichern rum und tun naiv.
Dann laß uns was zu trinken kaufen,
wir gehn zu mir zum weitersaufen.
Später laß uns müde sein,
auf dem Sofa schliefest du ein.
Abends würden wir wieder munter,
glutrot ginge die Sonne unter.
Wir summten wohl fröhlich traurige Lieder,
dann gingest du fort
und wir sähn uns nie wieder.
Liebeskummerer2


Was dem Gourmet ist der Hummer,
ist dem Liebenden der Kummer.
Er treibt in Gefühlen wie kochendem Wasser,
nächtlich weint er die Kissen nasser.
Oft steht er auf Brücken und starrt in die Leere,
dann fragt er sich, wie es wohl wäre-
wählte er einfach ihre Nummer.
Täglich fühlt er sich dummer.

Du mußt dich nicht länger alleine quälen,
suche bei google „verlorene Seelen“.
Dort öffnet sich dir eine neue Welt,
ein Club, den Leiden zusammenhält.
Gemeinsam läßt es sich trefflicher wühlen
in Sedimenten von tieferem Fühlen.
Hier muß keiner sich bescheiden,
exzessiv darfst du hier leiden.
Und wer dann am fertigsten war,
wird Deutschlands neuer Kummerstar.

Hell strahlt sein Licht am Firmament,
er sitzt im dunklen Zimmer, flennt.
Ach, würden seine Träume wahr!
Er zerrauft ergrautes Haar.
Träte die Geliebte ein-
er müßte sicher glücklich sein.
Ganz sacht erklingt die alte Nummer:
wer Liebe hat, der hat auch Kummer.