Donnerstag, Juni 30, 2005

Werbepause 7 Pietaet Pitter



Das Einzige, was Sie mitnehmen können, sind Ihre letzten Worte.
Hinterlassen Sie einen bleibenden Eindruck, beauftragen Sie uns.
Hier einige Beispiele durch uns erstellter Texte:

Hier ruht einer, der wollte die Welt verändern. Die Welt veränderte ihn. Erst fanste er etwas aus an den Rändern, dann schied er langsam dahin. (R.M., 1954-2019)

Ich hatte doch Recht! (L.R., 1953-2006)

Wir sehen uns! (U.F.)

Zögern Sie nicht! Bestellen Sie jetzt, morgen kann es zu spät sein!

Unsere Garantie:
Unsere Kunden sind ewig zufrieden!
Werbepause 6: Zeit zu gewinnen!


Ihnen fehlt Zeit? Jedem fehlt Zeit! Gewinnen Sie Zeit, kostenlos, zur freien Verfügung, bis zu 3 Stunden zusätzlich pro Tag! Zeit, um mit Ihren Kindern zu spielen. Sie haben keine? Sofort können Sie die Zeit gewinnen, die sie brauchen, um welche zu machen. Oder haben Sie einfach nur Spaß! Denken Sie nach! Was auch immer Sie wollen, nun können Sie die Zeit haben, die Ihnen bisher fehlte. Und das tollste ist: es funktioniert!
Schicken Sie gleich eine E-Mail, Antwort kommt postwendend.

Dienstag, Juni 28, 2005

Ein Mann raeumt auf (Photo R.M.)


Ein Mann fällt nächtens den Beschluß,
dass sich alles ändern muß.
Deutlich macht er selbst sich klar:
Nichts kann bleiben, wie es war.

Erstens fasst er den Gedanken,
sich erheblich zu verschlanken-
Ende ist jetzt mit dem Schlemmen,
nun wird er Gewichte stemmen.
Zwar heißt das, kauf neue Hosen,
doch die Alten, viel zu großen,
bietet dieser kluge Mann,
zum Erwerb bei eBay an,

Zweitens kommt ihm die Idee:
Nie mehr Kaffee! Grüner Tee,
der macht einen milder munter!
Schmeckt zwar nicht, doch ist gesunter.

Drittens ruft er aus zum Feind,
alles, was ihm schlampig scheint.
Ordnung muß!kann!wird! und soll!
Jeder Winkel liegt hier voll.
In die Tonne!Ab! und runter!
Trenn dich von dem ollen Plunter.

Viertens, raus aus diesem Mief,
werd mal wieder kreativ.
Mal ein Buch oder Gedichte,
pflanz ein Bild, schreib eine Fichte.
Schaffe Töne, Klänge wieder,
finde deiner Mitte Lieder.

Fünftens: Zeit für die Karriere,
weil es doch noch schöner wäre,
würde das nicht endlich laufen.
Sechstens hört er auf zu saufen.
Nur noch einmal, heute Nacht,
weil Beschließen durstig macht-
und vielleicht noch eine Tüte,
von des letzten Jahres Blüte?

Siebtens hat’s doch keinen Zweck,
laß nichts über, rauch es weg.
Achtens raucht er jetzt nicht mehr-
Nur noch eine, bittesehr.

Früh um Neune, noch benommen,
scheint ihm alles mehr verschwommen.
Zehntens dann, beim Mittagessen-
Der Beschluß? Total vergessen.
Deregulierung (2)


Nachdem die Deregulierungsbehörde die Deregulierung der Regierung abgeschlossen hat, kann jeder endlich frei entscheiden, welcher Herrschaftsform er in Zukunft unterworfen sein will.
Da es sich bei den demnächst abzuschließenden Verträgen mit Regierungsfirmen (RegFirm) um z.T. hochkomplexe Kontrakte handelt, bietet die Behörde Beratung und Hilfestellung, gerne auch älteren Menschen mit Leseschwäche. So rät sie z.B. dringendst zu "Überlegung vor Unterzeichnung", da manche Passus, wenn auch rechtlich strittige, so doch verdrießliche Bestandteile langwieriger Auseinandersetzungen sein könnten. Es sollte bspw. der Vertragsbestandteil "Ewig" bei "Vertragsdauer" unbedingt gestrichen werden, auch bei den Kosten lauern Fallen: die Bezahlung der Regierungsleistung "mit meiner Seele" sollte man nicht akzeptieren. Den Formularen, die bald jedem Haushalt zugestellt werden (die RegBeh befindet sich noch in zähen Verhandlungen mit den einzelnen Anbietern Postartiger Leistungen, um die Zustellung zu Preisoptimieren), sollte sorgfältigste Aufmerksamkeit gewidmet werden. Wird beispielsweise "Keine Regierung" angekreuzt, ist man einem System beliebiger Richtungslosigkeit ausgesetzt, also dem bisherigen Zustand. Ähnlich verhält es sich mit "Andere Regierungen", dort steht man gegen eine Flut von Verordnungen, Erlassen, Beschlüssen und Durchführungsbestimmungen, bis man nicht mehr weiß, ob man an oder aus ist.
Ich persönlich habe den Geheimtipp der Zeitschrift "RegierungsAbbild" befolgt und ein einjähriges Schnupperjahr bei GenMot gebucht. Die Firmenphilosophie "Freundliche Diktatur" hat mich auf Anhieb angesprochen, mir gefällt, daß Fehlverhalten freundlich, aber äußerst bestimmt, sanktioniert und sofort eine Maßnahme gegen zukünftige Mißachtung von Normen und Gesetzen eingeleitet wird. Ich werde wohl verlängern, wenigstens weiß ich, wo ich dran bin und werde trotzdem nett behandelt.

Montag, Juni 27, 2005

Deregulierung (1)



Seit die Deregulierungsbehörde das Scheinmonopol der unserem Sonnensystem zugehörigen Funzel aufgehoben hat, herrscht endlich Wettbewerb am Firmament.
Die unterschiedlichen Tarifsysteme sind anfangs gewöhnungsbedürftig.
Hat man jedoch erst seine Besonnungsgewohnheiten herausgefunden, kann man mächtig sparen.
Signs (Photo J.S.)



Keep my eyes focused,
read the signs,
follow the lines,
do not disturb.
Delicate chemical
balance, unfocused.

I follow the signs,
read the lines,
give it all I've got
to no avail.

Will I be able
to decipher the fable,
symbol of what?
Before I forgot
to remember the rules,
I envied the fools.

Signs are shining
through the nights,
blazing signals,
following lights.
Clues to obey,
I follow the way.
Fear the unclear.

Sonntag, Juni 26, 2005

Einschlaefer 4 (Photo R.M.)


..und dann ging es doch. Plötzlich waren alle höflich, zuvorkommend. Das Serviceverhalten verbesserte sich schlagartig um 360 Grad. Selbst die Benutzung der Autobahnbaustellen wurde zum Vergnügen. Mehr morgen, schlaf gut.

Samstag, Juni 25, 2005

Wie


Wie

ein Feuerwerk ohne Zuschauer,
ein Konzert ohne Musik,
ein Bild im Keller,
ein Buch ohne Leser,
ein Kampf, den keiner kämpft.
Ein Preis, den keiner gewinnt,
eine Antwort ohne Frage,
ein Haus im Niemandsland,
eine Nummer ohne Namen,
eine Leidenschaft ohne Leid.
Ein Tanz ohne Tänzer,
ein Weg im Nichts,
eine Sprache ohne Sprecher,
ein Film, den keiner sieht,
ein Spiel, das keiner spielt,
ein Witz ohne Lacher.

Donnerstag, Juni 23, 2005

Multiples Gewissen



Als passionierter Sammler hatte ich mir auch eine Kollektion seltener Persönlichkeiten zugelegt. Wir harmonisieren zumeist, nur gelegentlich treten Konflikte im Moralischen Bereich auf. Dann kann ich jede Meinung vernehmen, von "Dafür werden wir in der Hölle schmoren" bis zu "Weiter so und wir landen direkt im Paradies".
Im Extremfall führt diese Auseinandersetzung zu völliger Handlungsunfähigkeit.
Modernst


Dank modernster Technologie weiß mein Wagen immer, wohin wir wollen. Sogar bevor ich es weiß.
Lore


Wir kommen prima miteinander aus, Lore und ich. Nur seit ich ihr erlaubt habe, Wahlwerbung im Fernseher zu verfolgen, kommt es verstärkt zu Unruhe in der Nachbarschaft. Wie ich jetzt erst herausgefunden habe, erfindet dieser Vogel, kaum daß ich die Wohnung verlassen habe, Wahlkampfslogans, die er dann durch das offen stehende Wohnzimmerfenster lauthals verkündet. "Entrechtet die anderen!", "Ganz Deutschland unter einer Frisur? Niemals!", "Geht's noch schlimmer? Mit uns immer!", "Weiter so zurück!", "Halt dein Gesicht in den Fernseher, dann lachen sich die Wähler kaputt", "Wir können zaudern, die anderen nicht" usw usw. Der Vermieter hat mit Kündigung gedroht, seither muß ich Lore den Schnabel zubinden. Man versteht nicht mehr, was sie sagt, weiß aber immer noch, was sie meint. Hoffentlich ist der Wahlkampf bald vorbei, dann kann Lore wieder Oliver Geißen sehen, dessen Sendungen sind doch eher auf ihrem Niveau angesiedelt.

Mittwoch, Juni 22, 2005

Sommer


Sommer kommt
in großen Dosen,
Männern wachsen
kurze Hosen.
Bauchfleisch billig,
Sonne willig.
Völlig verblendet,
SIMS gesendet.
Grillen im Garten,
Würstchen abwarten.
Nachher spülen,
vorher fühlen.
Lautere Lüfte,
wildere Düfte.
Früher nie
Allergie.
Niesen und prusten,
ekliger Husten.
Später dann,
besser dran.
Nettes gelaber,
Feuergewaber.
Schöne Frau,
weiß genau,
was ich will,
ist nicht viel.
Hat Problem,
unbequem.
Abgewendet,
ausgeblendet.
Zuviel trinken,
heimwärts hinken.

Dienstag, Juni 21, 2005

Unterwasser

Painting by V.S.


Man kann sich bequem in Wut und Zorn auf die Welt einrichten, sich panzern und eine Rüstung anlegen, die Welt schert sich nicht darum. Die Welt hat die Angewohnheit, in Reservate einzudringen. Keine Fläche in der Natur bleibt unbewachsen, es sei denn die Tiefsee. Also begibt man sich unter Wasser, irrt umher, redet mit den Schatten, bis man auf einen Außenposten der Zivilisation trifft, das Gefühl. Dann schlägt das Gefühl gnadenlos zu, wie lange man auch im Wasser verbracht hat als Namenloser und wie sehr man auch glaubt, gefeit zu sein, es schlägt einen schwindelig. Dann erschrickt man und versucht, sich zu verstecken, aber unter Wasser kann man sich nicht vor sich selber verstecken. Dann schaut man sich das Gefühl genau an, analysiert es und versucht, es kaputt zu machen, bis man merkt, daß man sich selber kaputtmachen würde, gelänge es einem. Was einem in der See willkommen gewesen wäre, wird jetzt, wo man schon einen Schritt heraus ist, unvorstellbar. Also geht man zu Freunden und versucht, eine Vostellung zu bekommen davon. was denn jetzt los ist, vor kurzem hat man das Gefühl noch belacht und jetzt sowas. Dann nimmt man das Gefühl an und versucht, die Quintessenz herauszudestillieren, um es rein zu halten, um es behalten zu können. Das Gefühl jedoch strebt nach Vereinigung, bleibt nicht mit sich allein, sucht nach einer Gleichgesinnten. Dann kommt zum Schwindel noch das Herzklopfen, zur Vereinigung gehören zwei. Das zweite jedoch ist das Fremde, Unbekannte, vor dem zu verbergen man sich eigentlich unter Wasser begeben hat. Dann versucht man, das Gefühl auf die ganze Menschheit auszudehnen, schrickt aber vor der völligen Selbstaufgabe zurück. Dann versucht man, Zeit zu gewinnen, um sich zu besinnen und denkt doch immer nur im Kreis. Dann kommt zu Schwindel und Herzklopfen noch der Hunger, weil man anfängt, seine Festung zu schleifen, Panzer und Rüstung abzulegen. Dann hat das Gefühl Sehnsucht, strebt nach Erwiderung, beginnt einen Krieg gegen die Angst und man fängt an, Bücher und Gedichte zu lesen, um sich zu zeigen, daß alles schon vorher genau so da war, nur nicht für einen selber. Dann fängt man an, seine Angelegenheiten zu ordnen, um mit dem Alten Schluß machen und etwas Neues beginnen zu können. Aber warum sollte das Neue anders werden, als es das alte war? Dann geht man wieder unter Wasser, aber mit einem besseren Gefühl. Bis der Kreislauf, in immer kürzeren Abständen, von vorne beginnt. Dann verläßt man das Wasser und stellt sich dem Leben.

Montag, Juni 20, 2005

Mittwoch, Juni 15, 2005


Zugfahrt1 ( Zeichnung L.W. )

Nachdem es mir endlich gelungen war, bei einem namhaften Discounter ein Bahnticket zu
erwerben, welches weniger intelligent war als ich, genoß ich die Fahrt im Vollen Zug,wenn auch die Aussicht gewöhnungsbedürftig war.

Dienstag, Juni 14, 2005


Sieger

Gib alles, was du hast,
ohne Hoffnung auf Erfolg.
Wenn die Zeit vorbei ist
zur Verwirklichung der Träume,
träum weiter deinen Traum.

Aria

Königin leerer Herzen,
aus Eis gemacht.
Dein Charme errechnet.
Voller Blicke,
auf dich gerichtet,
Königin in leerem Land.
Aus sicherer Entfernung
bewundernswert konstruiert.
Komm Träumen nah,
lern Alpträume kennen.
Inneres für alle sichtbar,
scharf, unscharf zugleich.
Blüte ohne Ende, unfruchtbar.
Für dich Frau,
Kind, Vaterland verlassen -
nur einen Moment
hält deine Regentschaft?
Bald
für eine andere
verjagt.
Nur eine
Königin
leerer Herzen.

Probefahrt


Ein Hauptspaß auf unserer Probefahrt zu den Sternen war das durchqueren eines Meteoritenschwarms. Nie würde ich so etwas mit einem anderen Auto probieren.

Montag, Juni 13, 2005


Die Rueckkehr der Liebe aus dem Reich der Schatten

Die Liebe ist in die Schatten geflohen,
vor der Grausamkeit der Zahlen.
Stolz und Logik sie bedrohen,
kaum entkam sie ihren Qualen,
die ihr die Vernunft bereitet.
Sie wird nur von der Treue begleitet.

Die meisten von uns
vermissen sie kaum,
wir träumen
einen anderen Traum.

Von einer Welt ohne Emotionen,
die wir effizient bewohnen.
Zur rechten Zeit wird produziert,
was nützlich ist und nicht verwirrt.
Wenn einer sich Gefühle bestellt,
werden sie preiswert hergestellt.
Man setzt sie zusammen aus fertigen Stücken,
dazu gibt es Traumfabriken.
Dort lagern, in verschlossenen Räumen,
Hoffnung und sehnen, Freude und träumen.
Sie werden in Filme und Lieder gegossen
und abends vor dem Bildschirm genossen.
Das muß genügen, es können die meisten
sich echte Gefühle nicht mehr leisten.

Und dennoch kommt manchmal
die Liebe und fragt:
bin ich willkommen
oder werd ich verjagt?
Die Antwort muß jeder selber wissen,
ich persönlich würd sie vermissen.

Werbepause 5 - Pimp my brain

Tired of always being out-thought by the big brainiacs?
Fed up with your thoughts alway being dismissed before you can get to the point?
Don't let the biggies rub their ideas into your mind!
Think back! Let us pimp your brain.
Be admired! Surprise your friends! Cope with the biggest problems thinkable!
After our treatment, your brain will even be able to think in the dark!
Send your application today, you will not be disappointed.
Guaranteed. Period.

Samstag, Juni 11, 2005


1968

Na gut, wir haben es nicht so geschafft, den Spielaufbau des Gegners zu stören. Damit haben wir ihn stark gemacht. Unser Versuch, den Spielverlauf mit kämpferischen Mitteln zu beeinflussen, ging nach hinten los. Dann hatten wir kein Glück.
Kurz vor der Halbzeit hätten wir den Sieg gebraucht. Wir haben dann komplett ausgewechselt, um wieder näher ans Spielgeschehen zu kommen. Dann hatten wir Pech. Bevor es uns gelang, das Spiel zu wenden, kassierten wir die Gegentreffer, die uns, letztendlich verdient, vom Feld fegten.

Freitag, Juni 10, 2005


Welcome to the echo chamber



Gods have left earth,
deal cards anew.
Chances open to succeed.
An empty mirror;
faces of dread unveil.

Welcome to the echo chamber,
to repeated history.
Now the causes follow effects
of unspoken policy .

Born again twins
threaten each other.
Quote proven mysteries.
Scum on the increase,
has only a day left.

Welcome to the echo chamber
of repeated histories.
Now the causes follow effects
of unspoken policies .

Build a new Rome,
sign up tricksters.
Blend the systems,
fake controls.
Abandon dignity.

Welcome to the echo chamber,
to repeated history.
Now the causes follow effects
of unspoken policy .

Bright suns at the horizon,
darken the days.
Feinters close offers.
New lords come to
rule their prey.

Welcome to the echo chamber
of repeated histories.
Now the causes follow effects
of unspoken policies .

Komm Geliebte komm

Komm,
Geliebte, komm ich falle in die Zeit steht still die Dunkelheit
nimmt die Strahlen der Sonne währen die Lieder solange unser Kuß
singt mein Herz auf der anderen Seite öffnet die Tür sich schließt du wieder deine Tore bedränge ich Beton bewegt sich schwer weint die Zunge komm, Geliebte, komm.

Globalisierung 6

Das Ende des Mammon

Erst ging dem Mammon alles schief,
dann wurd er auch noch depressiv
und dachte sich:
Ach, scheiß was drauf.
Ich geb komplett mein Dasein auf.
Die Welt ist mir ein Graus.
Ich sterbe aus.

Globalization 5


Um sie vor der Verlagerung ins Ausland zu schützen, versteckten wir unsere jobs. Leider so gut, daß wir sie danach nicht wiederfanden.

To save our jobs from being moved to abroad, we hid them. Unfortunately we hid them so well that we couldn't find them again afterwards.

Bischofslatte 1-3 (Text R&R M)


Bischofslatte 1

Auf dieser Welt am Liebsten hatte,
der Bischof seine Bischofslatte.
Sie leuchtet vor ihm wie ein Stern,
er sprach zu ihr : „Dich hab ich gern“

Erst strich er hin,
voll Freude her.
Sie wurde groß,
fast schon zu schwer.

Jedoch zum vollen Glücke ihm,
fehlt eine fesche Bischöfin.
Und da ihm diese bleibt verboten,
vergnügt er sich mit seinen Pfoten.


Bischofslatte 2

Mitten in der Predigt hatte
der Bischof seine Bischofslatte.
Er sprach nicht mehr so konzentriert,
weil er nur auf die Mädels stiert.
Wie schön wär’s jetzt im Wiesengründchen,
mit einem Schäfchen, nur ein Stündchen....
Da dröhnt's wie Donnerhall von oben:
Du sollst Dich nur bei mir austoben!
Der Bischof aber dacht’ bei sich,
so hoch reicht meine Latte nicht.
Und freute sich auf's Predigtende,
allein, im Beichtstuhl, mit die Hände.

Bischofslatte 3

Der Bischof legt die Bischofslatte,
zur Nachtzeit in Kosmetikwatte,
betrachtet stolz sein bestes Stück
und lehnt sich dann entspannt zurück.

Sein erstes Denken, nach dem Wecken,
gilt seinem heißgeliebten Stecken,
den emsig er gekonnt poliert,
zum Glänzen bringt und anmontiert.

So kam der Bischof in die Jahre,
es wurden wenig ihm und grau die Haare.
Und als der Tod stand auf der Matte,
nur einen Wunsch der Bischof hatte:

„Bedenkt, ich bin erhaben-
ihr müßt schon sehr tief graben!“
Hoch wachsen die Blüten am Stengel,
da, wo beerdigt sein Prengel.

Donnerstag, Juni 09, 2005


Zur Hochzeit

2 Herzen im 3/4Takt
walzern durch die Lande.
Was sie fest zusammenhält,
sind der Liebe Bande.

Mittwoch, Juni 08, 2005


How to build bombs


Invade your enemy
treat him like dirt
shut down his engines
make him a squirt.

Become his burden
too heavy to bear.
Cut off the supplies
to make him swear.

Be sweat on his brow,
stones in his way.
Seven plagues in one,
take his values away.

Destroy his culture,
lead treasures astray.
Ignore his needs.
He'll explode just ok.

Mann und Frau entscheiden sich

Falls -
wenn -
dann aber
ohne auch -
obwohl -
und wäre -
oder, sonst -
vielleicht?

Wegen
sicher.
Weil bestimmt.
Darauf ist
klar!
Es wird!
Das kann
gewiß. Es
muß!

Dienstag, Juni 07, 2005


Dialektik

Das Leben ist scheiße
und dann ist man tot.
Man startet und endet
als Vollidiot.

Das Leben ist reich
und enttäuscht einen nie.
Man lebt für immer,
als Genie.

Globalisierung3

Sie war die Seele des Betriebs. Die Trennung von ihr schmerzte, jedoch hatte unsere Firma ein Angebot erhalten, das aus wettberbstechnischen Gründen nicht abzulehnen war: eine junge Rumänin, die die doppelte Arbeit in der halben Zeit zu einem Viertel des Lohns unserer bisherigen Reinigungsfachkraft erledigen konnte, jeden morgen frisch eingeflogen und mittags retourniert mit Air Baneasa.
Die ganze Abteilung legte zusammen für das Abschiedsgeschenk, einen formschönen und praktischen Kittel, der unsere Ex-Kollegin auf ihrem zukünftigen Lebensweg begleiten soll. Sie war zutiefst dankbar.

Globalisierung4

Wir werden gar nicht von Regierungen, internationalen Kapitalmärkten oder dem Militärisch-Industriellen Komplex regiert, sondern von unserer Angst.

Far from being ruled by governments, international capital markets or the Military-industrial complex, we are much rather governed by our fear.

Montag, Juni 06, 2005


Keine Ahnung 1

Habe ich in einer von mir entdeckten Höhle im Münsterland photographiert. Scheint alt zu sein, aber was stellt es dar? Prähistorischer Verkehrsunfall, vielleicht der erste in der Geschichte der Menschheit? Oder was? Wäre dankbar für sachdienliche Hinweise

Werbepause 4 (L.W.&R.M.)

Advertie van het Winkel "Gehoorapparaten Doof" in Enkhuizen, vertrouwd voor service en Lijdzamheit. Wij vernemen van elkaar!


Glücklich lächelt sie ihn an, weil er sie wieder hören kann.
Grimmig schaut er, voll Verdruß, weil er sie wieder hören muß.

Schutzanzug


In meinem schlichten und doch eleganten Schutzanzug machte mir die überall herumgeisternde intergalaktische Strahlung nichts mehr aus.

Sonntag, Juni 05, 2005


Globalisierung2
What's the opposite of shareholder value? Worthless shit.

Globalisierung1
Flug A380 aus Beijing

Global players auf Geschäftsreise.

Guter Rat an alternden Herrn


Was dich befällt,
ist ganz gewöhnlich.
Nimm deine Gefühle
nicht so persönlich.

Ein gut gemeinter Rat kostet mindestens die Mühe, ihn zu befolgen.

RasPutain

Weinend sitzt am Wolgastrand,
Mütterchen Russland, ein Glas in der Hand.
Gefüllt mit Wodka, klar und rein.
Es trinkt, um wieder bei Sinnen zu sein.

Haben denn alle, die es geboren,
völlig den Verstand verloren?
Jeder will sein Volk befrein,
um dann selber Joch zu sein.
Die sich als die Frömmsten gerieren,
lassen am Liebsten die andern krepieren-
es weht uns an der Freiheit Duft,
sprengt sich einer in die Luft.
Die so tun wie neu geboren,
sind die größten Oligatoren.
Gerne schicken sie die auf die Bahren,
die Ihrer Freiheit im Wege waren.

Da leuchtet der Mutter in tiefster Nacht,
die gefällige Maske der Macht.
Ein altes Bild,
neu retouchiert.
Rasputin in glatt rasiert.
Er verspricht, vom ganzen Verein,
der härteste Demokrator zu sein:
Nur gesäubert mit eisernen Besen,
wird die russische Seele genesen!

(Mag sein Dilemma auch grauenhaft scheinen,
ihm bleibt keine Zeit, um die Opfer zu weinen.)

Mancher bei uns bewundert sie,
Putins potemkinsche Diktokratie.
Wer möchte nicht selbst an den Regeln biegen?
Ein bisschen Lüge hilft immer, zu siegen.
Es mag der Kerl ein Bastard sein,
letztlich gehört er zu unserm Verein -
nur der besiegt den Terrorist,
der wie er geworden ist.
Doch wie wir wissen, tief im Innern:
die Geschichte verzeiht den Gewinnern.

(So mögen im Osten die Völker sich schlagen,
wir werden ihn deshalb nicht weiter befragen.)

Mutter Russland am Wolgastrand,
hebt ihr Glas mit zitternder Hand.
Irgendwas scheint schief gelaufen.
Mütterchen muß weiter saufen.

E pluribus unum

Was anderes kommt mir nicht aus der Garage.

Bera1

Sie nach langer Anstrengung erobert zu haben, macht mich zum glücklichsten Mann der Welt. Ach, Bera!

Fahr....mich.....jetzt!

(Exhaust pipes courtesy of RA 31)

Den Traum wagen! (Rim courtesy of RA-31)

Freitag, Juni 03, 2005


Hunger

Ist die Welt nicht genug nagt sich im Herzen fest der Hunger unsäglicher Appetit man wird mehr verschwindet die Welt in Ringen angelegter Rüstung sammeln sich Schatten um die Stirn verschwindet der Boden unter einem Freund oder Feind ist egal bleibt noch so viel zu verzehren hört der Hunger nie auf.

Werbepause 3

Genervt von ewigen Wiederholungen? Sauer über ständige Werbeunterbrechungen? Keine Lust mehr auf Oliver, die Geißen Gottes? Genug davon, von Sabine Christianisiert zu werden? Auch genug von Günter Jauch? Spielt dir Schmidt übel mit? Es gibt eine Lösung! Mach mit! Schmeiß die Kiste aus dem Fenster!

Donnerstag, Juni 02, 2005


Entscheider

Manchmal tut
Entscheiden gut.

Werbepause2

01379-444-999

Wählen sie sich ein,
kommen sie in die Leitung.
viele, viele Dinge, die passieren können,
jetzt nicht länger warten,
sie haben Spaß.

Sie jetzt, ab in die Leitung.
Worauf warten sie denn noch?

Und gleich der nächste,
sie wissen, was sie tun.
Jetzt kann alles passieren
Möglichkeiten ohne Ende
jetzt nicht länger warten,
aufsteigen, dabei sein.

Einiges kann auf sie zukommen,
ganz Klasse jetzt,
Halllooooooo.
Sie werden es nicht bereuen.
Einer nach dem anderen,
geben sie jetzt Gas.
Die Uhr läuft nicht auf Null.

Und dann ab in die Leitung.
Das kann doch nicht sein
meine Güte
ich dreh durch
was soll ich denn machen?
Es ist noch keiner ausgewählt.

Das kann’s doch wohl nicht sein,
ich hab die Schnauze voll.
Das ist sehr, sehr ärgerlich,
es tut mir sehr Leid.
Beeilen sie sich
die Sendung ist echt gleich vorbei
plus Jackpot.

Und wissen sie was?
Das kann’s doch wohl nicht sein.
Jetzt kann alles passieren.
Sie wissen, was sie tun,
sie haben Spaß.
Und gleich der nächste.



Lachmacher (Vom Gröraz zum Grönaz)

Manchmal denke ich daran, ein Heim für zu Tode gerittene Witze zu eröffnen. Arme, geschundene Kreaturen, die von ihren Eigentümern immer wieder auf die Lachbahn getrieben werden, bis sie zuletzt erschöpft zusammenbrechen - unter ihren Jockeys verröcheln. Man sollte sich der armen Scherze annehmen, sie vor der Welt in Sicherheit bringen, ihnen die letzten Tage so angenehm wie möglich machen, daß sie nie wieder das selbstverliebte Lachen ihrer Herrchen vernehmen müssen. Denn die sind immer noch stolz darauf, vor 30 Jahren einen Jungwitz auf die Weide geführt zu haben. Überall sieht man diese Lachmacher, die sich selber am Festesten auf ihre feist gewordenen Schenkel klopfen. Überzeugt davon, nicht so zu sein wie "Die", da sie schließlich ihren eigenen Witz gezeugt haben. Leider haben sie vergessen, ihn freizulassen, als er langsam erwachsen wurde. Und so werden sie gemeinsam grau und kalt. In dem Maße, in dem die Mähre ausdünnt, gewinnt der Reiter an Voluminosität, die er zu kompensieren weiß, indem er andere auf die Mängel hinweist, die ihm selber innewohnen. So werden Eigenarten wie Körperbehaarung schon mal zu einer Fähigkeit, über die er nach Belieben verfügt. Sein Alter ist alleine sein Verdienst. Überhaupt ist sein Körper ein Meisterstück, ER ist im Besitz des Schlüssels zum Jungbrunnen: was andere für Fett halten, sind IHM Muskeln. Von Zeit zu Zeit öffnet er die Tür ein wenig, läßt Blitze strömen und erwartet die ihm gebührende Bewunderung für die Teilhabe an seinen Weisheiten. So könnte er, um nur ein Beispiel zu nennen, sich vom größten Raucher aller Zeiten zum größten Nichtraucher aller Zeiten transformieren: Sein Wille Genügt. Wer es ihm nicht gleichzutun vermag, sei es, weil er nicht will, sei es, weil er nicht kann, ist wahlweise Schwächling oder ein Verräter. Natürlich ist der Widerspruch der größte Feind der Wahrheit und deswegen bevorzugtes Opfer des in Floskeln gegossenen, durch seine Weisheit transzendierten Unleids des Lachmachers.
Statt seines eigenen sollen sich die Leben der anderen ändern. Jener anderen, die ihn durch Ahnungslosigkeit, Unvermögen, Widerspenstigkeit und Fehler beständig an der vollen Entfaltung seiner Möglichkeiten hindern. All die schlechten Autofahrer, die ihn ausbremsen, unfähigen Dienstleister, die nicht auf seine berechtigten Erwartungen eingehen, die überfüllten Züge, seinen Zwecken unzuträgliches Wetter, Gerüche anderer: dies und mehr verschwört sich aktiv gegen ihn, um ihm, zu seinem völligen Unverständnis, das Leben schwer zu machen. Doch zum Glück gibt es dem Lachmacher dienstbare Geister, die er gerne zur Hilfe ruft im Kampf gegen die Zumutungen der Welt. Komm, Kumpel Vorurteil, Freund Häme, Hein Zyn, gewaltig aufgetakelte Fregatte Ironie, Sprachlosmachende blanke Unverschämtheit, verwesender Witz: gemeinsam sind wir arg. Wir werden es schaffen, die Schulden, die das Leben an uns hat, einzutreiben. Mit Zins und Söhne, ohne Rücksicht auf die Verluste anderer, bei denen es sich logischerweise um niedere Lebensformen handeln muß, da sie nicht über die einzige Erkenntnis verfügen. Laßt uns die anderen zu dem Affen machen, der wir selber geworden sind.
So sehen wir ihn schließlich, als Schattenriß gegen eine rot untergehende Sonne, auf dem Weg in die Utopie: "Hey, hey, ich bin der lachende Reiter, der einzig kluge der Stadt. Ich bin als ihr schon viel weiter und euch mach ich platt."